„Ein bunter Pott Püree“ – 16-Jähriger Meckenheimer begeistert mit Kabarett-Debüt

Bild: Jule Kurka / bonnFM

Erst 16 Jahre und schon ein Profi auf der Bühne: Am Mittwochabend feierte Bernard Paschke mit seinem ersten Kabarett-Solo-Programm Premiere und bonnFM war live dabei. Im Pantheon Theater in Bonn Beuel gab der junge Meckenheimer seine Show „Ein bunter Pott Püree“ zum Besten – und schnell war klar: der Name war Programm …

„Es soll um alles Mögliche gehen“ – so hatte Bernard Paschke im Interview mit bonnFM sein erstes eigenes Kabarett-Programm beschrieben – und damit nicht zu viel versprochen. Am Mittwochabend bewies der 16-Jährige Meckenheimer eindrucksvoll, dass man nicht erst erwachsen sein muss, um erwachsene Themen auf die Bühne zu bringen. Der zurzeit jüngste Kabarettist Deutschlands scheute in seiner komplett selbst geschriebenen Show auch nicht vor brenzligen Themen zurück – ohne eine Spur von Lampenfieber. Dabei mussten vor allem die AFD und Donald Trump einstecken.

„Ich muss lernen, meine Emojis zu kontrollieren.“

Neben politischer Satire drehte es sich aber auch ganz viel um die Liebe. Dabei plauderte der 16-Jährige mit einem Augenzwinkern aus dem Nähkästchen und seinen Erfahrungen mit diversen Ex-Freundinnen. Vor allem hier zeigte sich, dass Paschke nicht nur austeilen, sondern auch durchaus sich selbst auf die Schippe nehmen kann. Neben nicht ganz ernstzunehmenden Liebestipps, unter anderem zum Umgang mit Emojis, und Lebensweisheiten würzte er seinen „Pott Püree“ mit zahlreichen selbstironischen Anspielungen auf sein Alter und einer guten Prise schwarzen Humor.

Trumps Frisur und Flüchtlingspolitik

Vor allem seine Beiträge zu Trumps Frisur, zu der er seine ganz eigene Theorie vorstellte, zur Flüchtlingspolitik und zu AFD-Politikern zeigten, dass der Nachwuchskünstler nicht nur kein Blatt vor den Mund nimmt, sondern für das Alter eine untypisch souveräne und aufgeklärte Art an den Tag legt. Dies spiegelte sich zum Beispiel in seiner satirischen Erzählung über einen Kindergeburtstag unter dem Motto Flüchtlingspolitik, die beim Publikum für ein Wechselbad der Gefühle sorgte. Der Geräuschpegel im Saal schwankte zwischen dröhnenden Lachsalven und betroffener Stille. Ein Effekt, der als Sinnbild für den Abend gelten kann. Denn trotz all der Witze, der humorvollen Pointen und spitzbübisch-charmanten Anekdoten schaffte Paschke es, die Kunst des Kabaretts in seinem Debüt zu entfalten und gekonnt auf dem schmalen Grad zwischen Stand-Up-Comedy und schockierender Kritik zu balancieren und damit zum Nachdenken anzuregen. Und auch wenn Bernard Paschke, der bereits mit 15 Jahren sein Abitur mit Bravour abschloss, selbst nur ungern als Ausnahmetalent bezeichnet wird, kann man nicht umhin, an dieser Stelle noch einmal sein junges Alter von 16 Jahren hervorzuheben. Dass man dieses im Laufe des Abends schnell mal vergessen konnte – so erging es einigen Zuschauern aus dem Publikum.

Nicht zu lange Applaudieren, bitte!

Am Ende erntete Paschke den verdienten Applaus – und gab prompt, ganz der Bühnen-Profi, eine Zugabe, die noch einmal für tosendes Gelächter sorgte. Paschke, dessen stellenweise bissiger Humor an Kabarett-Größen wie Dieter Nuhr erinnerte, der – keine große Überraschung – zu seinen Vorbildern zählt, konnte sich auch ganz zum Schluss eine Anspielung auf sein Alter nicht verkneifen. So bat er, immer mit Blick auf die Uhr, den Applaus zum Wohle aller nicht zu sehr in die Länge zu ziehen. Um 22 Uhr müsse er schließlich von der Bühne.

Eine kleine regionale Fangemeinde hat der junge Meckenheimer bereits aus vorherigen Theaterinszenierungen um sich scharen können. Sein Auftritt im Bonner Pantheon bildete den Auftakt zu seiner Deutschland-Tour, die ihn dieses Jahr mit „Ein bunter Pott Püree“ noch in neun weitere Städte führen wird. Nächste Stationen sind unter anderem Trier und Hamburg. Es bleibt also spannend, wie viele Fans er mit seinem Kabarett auch außerhalb seiner Heimat Bonn gewinnen wird. Eins ist nach seinem Debüt auf jeden Fall sicher: Bernard Paschke hat das Potenzial ganz oben in der Kabarett-Szene mitzuspielen.

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