„Embrace – Du bist schön“: eine Liebesbotschaft an den eigenen Körper

Mit ihrem Dokumentarfilm versucht uns die australische Body Image Aktivistin Taryn Brumfitt zu inspirieren, die Art und Weise zu ändern, wie wir unseren Körper wahrnehmen. Dabei erzählt sie uns von ihrer eigenen bewegenden Geschichte und holt Meinungen von Frauen aus der ganzen Welt ein. bonnFM war beim Kinostart am 11. Mai dabei.

Von Selbsthass zu Selbstliebe

Bild: Majestic

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„Abstoßend“, „ekelhaft“ und „widerlich“. So lautet die Antwort der meisten von insgesamt 100 Frauen, als Brumfitt sie bittet, ihre Körper zu beschreiben. Wie sie erzählt und zeigt, erging es ihr dabei vor nicht allzu wenigen Jahren ähnlich. Kurz vor einem geplanten chirurgischen Eingriff entscheidet sie sich ein besseres Vorbild für ihre junge Tochter zu sein. Ihr Kind solle nicht mit einem Kampf gegen seinen eigenen Körper aufwachsen. 2013 setzte Brumfitt mit einem Vorher-Nachher-Foto auf Facebook schließlich ein Statement. Die „Vorher“-Aufnahme zeigt sie mit Bodybuilder-Figur in einem goldenen Bikini auf High-Heels, bei der „Nachher“-Aufnahme sitzt sie lachend und nackt in einer stilvollen Position auf einem Stuhl, ihr Körper nun weicher, rundlicher und den deutlichen Zeichen des Mutterdaseins. Bald schon hatte der Post und seine Message „dick ist okay“ weltweit über 100 Millionen Menschen erreicht. Die heftige Resonanz lässt Brumfitt begreifen: weitaus mehr Frauen schlagen sich mit derartigen Körperproblemen herum.

Auf Mission

Brumfitt beschließt im Rahmen der Body Image Bewegung, an verschiedenen Orten der Welt Frauen zu besuchen und zu interviewen, um nicht nur ihre Geschichten, sondern auch ihre Probleme in Erfahrung zu bringen, die sie am körperlichen Wohlgefühl hinderten. Unter anderem erzählen die ehemalige Chefredakteurin Mia Freedman, das australische Plus-Size Model Stefania Ferrario, Verbrennungsopfer und Motivationsrednerin Tulia Pitt sowie die deutsche Schauspielerin Nora Tschirner (ebenfalls Koproduzentin der Dokumentation) und Expertinnen von ihren unterschiedlichen Erkenntnissen. Weg von einem Zwang gesellschaftlich und medial vermittelter Schönheitsideale zu einem Einklang mit dem eigenen Körper und dem Schätzen von Diversität und Vielfalt.

Eine unentbehrliche Botschaft

Durch ihre warme Persönlichkeit, ihre offene, zugleich fesselnde Art und Weise zu erzählen erscheint Taryn Brumfitt gewöhnlich und sonderbar gleichmermaßen. Die mit ihrem Kommentar unterlegten, ausdrucksstarken Bilder erheitern, empören und rühren in einem angenehmen Wechsel. Die Gespräche mit den Frauen gehen nah, Brumfitt gewährt uns durch sie Einblicke in intime Situationen und hinterlässt bei den ZuschauerInnen nach Filmende ein glückliches, motivierendes Gefühl. Die nicht so recht authentisch nachgestellten Szenen von Brumfitts Vergangenheit sind da schnell verziehen.
Wer sich selbst eine Meinung bilden will, kann sich die Dokumentation noch bis zum 17. Mai in deutschen Kinos anschauen.

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