Fang den Schnatz!

Der Besensport der Zauberwelt Harry Potters hat inzwischen auch die Menschenwelt erobert: Die Uni Bonn hat ihr erstes Muggel-Quidditch Team! Die „Bonn Bats“ bestritten am 20. Juni ihr erstes Übungsspiel auf der Hofgartenwiese. Gründer sind dabei die beiden Quidditch-Komitee-Leiterinnen Lea und Daria aus der „Harry-Potter-Society“ der Anglistik. 

 

Quidditch für Nicht-Zauberer

Wenn Bonner Studenten auf der Hofgartenwiese mit Besen zwischen den Beinen hinter Bällen hinterherrennen, ist das nicht etwa komisches Herumalbern. Auch wenn es für Außenstehende etwas verrückt aussehen mag handelt es sich um ein richtiges Training des ersten Bonner Muggel-Quidditch-Teams Bonn Bats. Ungefähr zehn Harry Potter-Fans trafen sich im Hofgarten, um sich dem Besensport zu widmen. Das Team befindet sich noch in einer Aufwärmphase. Die Spielerpositionen sind noch nicht voll besetzt. Teamleiterinnen Lea und Daria bezeichnen die aktuelle vereinfachte Form als „Baby-Quidditch“.

 

Fast so wie Handball und Rugby

Bild: Ena Skorzinski/bonnFM

Bild: Ena Skorzinski/bonnFM

Es ist gewöhnungsbedürftig, dass die Quidditch-Spieler trotz Besen zwischen den Beinen rennen müssen. Doch der Besen ist nun mal ein unentbehrliches Element, wenn man dem originalen Quidditch aus dem Roman von J. K. Rowling nah kommen möchte. „Es ist schwierig, dass man nicht fliegen kann. Aber man macht das Beste daraus.“, sagt Teamleiterin Daria. Dabei gibt es auch feste Regeln und bestimmte Spieltaktiken, die von der International Quidditch Association ausgehen. Denn Quidditch ist schon längst nicht mehr reines Nachahmen, sondern eine an einigen Universitäten bereits offiziell als Unisport anerkannte Sportart. Auch die Bonn Bats arbeiten daran, irgendwann eine feste Mannschaft zu gründen, die gegen andere studentische Teams spielen kann.

 

Mit “Harry Potter” im Optionalbereich begann alles

Die Idee für die Harry-Potter-Society und das Muggel-Quidditch entstand im Hörsaal. Im Optionalbereich der Anglistik wurde der „Harry-Potter-Workshop“ angeboten, bei dem man Referate rund um das Thema ausarbeiten konnte. Im Anschluss an den Workshop gab es einen universitären Ausflug nach Oxford, wo die Bonner Studenten zum ersten Mal mit dem Muggel-Quidditch konfrontiert wurden. „Wir haben die Oxforder da spielen gesehen und dann wussten wir, sowas soll es auch bei uns geben“, erzählt Daria, die mit ihrer Kommilitonin Lea das Quidditch-Komitee vertritt. So brachten die Studentinnen die Idee nach Bonn, wo kurze Zeit später das Team Bonn Bats entstand.

 

„Zwei Euro, dann kriegst du’n Besen und die Firma dankt schön!“

Mit diesem Satz beschreibt Teamleiterin Daria, wie einfach es geht, beim Muggel-Quidditch mitzuspielen. Im ersten Übungsspiel waren hauptsächlich Mädels vertreten und Mitglieder der Harry-Potter-Society. Dies soll sich in der nächsten Zeit allerdings noch ändern, denn jeder ist willkommen. Egal ob aus Anglistik, oder nicht. Daria sieht die Sache ganz optimistisch: „Es gibt bestimmt auch Leute, die Spaß an Quidditch haben, auch wenn sie kein Harry Potter-Fan sind.“ Quidditch ist in der Tat nicht nur ein Teil der Zauberwelt Harry Potters, sondern vor allem eine komplexe und zugleich höchst interessante Sportart. Die ersten Interessenten außerhalb der Harry-Potter-Society wurden bei dem ersten Spiel direkt beim Zuschauen gewonnen.

 

Wer Lust hat sich das Quidditch-Spiel mal anzuschauen oder gar selbst mitzumachen, findet weitere Infos auf der Facebookseite der Bonn Bats.

Moderatorin / Nachrichtensprecherin (freitags im Audimax von 9 bis 12 Uhr)

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