Feeling Nostalgic

 

Simple Plan – Den Namen kennt man doch? Die Fünf Typen aus Kanada sind endlich zurück auf den großen Bühnen. Nach mehrjähriger Pause kam Ende Februar ihr neustes Werk „Taking One For the Team“ auf den Markt. Damit sind sie momentan auf großer Europa-Tournee und bespielten am Donnerstag Abend das Kölner E-Werk.

 

Two Is Better Than One

 Gleich zu Beginn wurden scharfe Geschütze aufgefahren: sie hatten direkt zwei Vorbands im Gepäck. Den Anfang machte The Bottom Line. Die drei Jungs aus England ähnelten mit ihren punk-pop Klängen sehr dem Stil von Simple Plan. Die Frage, warum sie die Jungs als Vorband gewählt haben, stellte sich also nicht wirklich.

Die zweite Band, Ghost Town, überraschte hingegen mit einer ungewöhnlichen Mischung aus Trancecore und hartem Rock. Nicht selten wurde auch mal gegrowlt. Deshalb hatte es die Band aus L.A. beim Publikum nicht ganz so leicht, einige sind dann lieber noch mal an die Bar oder zur Toilette gegangen. Trotzdem war die Stimmung zu dem Zeitpunkt schon ziemlich angeheizt.

 

Taking One For the Team

Gegen 20 nach 9 war es dann endlich so weit: Pierre, David, Jeff, Chuck und Sébastien betraten die Bühne und legten ohne viele Worte der Begrüßung direkt los. „Opinion Overload“, der erste Titel des neuen Albums, war der Opener der Show. Die Menge war sofort Feuer und Flamme und rockte fleißig mit. Doch wer denkt, sie hätten ihre Setlist nur auf ihr neues Album ausgerichtet, hat weit gefehlt: Auch die eingefleischten Fans kamen nicht zu kurz. Mit „Welcome to my Life“, „Crazy“, “I’m Just A Kid“ und „I’d Do Anything“ präsentierten sie reichlich Material aus ihrer Anfangszeit und brachten die knapp 2000 Menschen zum toben. Verständlicherweise kamen die älteren Songs insgesamt besser an als die Neuen, denn hier konnte wirklich jeder zumindest den Refrain mitsingen. Spätestens bei „Jump“ war der Name dann Programm. Frei nach dem Titel ihres ersten Albums “No Pads, No Helmets… Just Balls“ flogen zu Beginn des Songs “Summer Paradise“ jede Menge Strandbälle durchs Publikum. Zwar keine riesige Showeinlage, aber durchaus eine schöne Abwechslung. Zum Ende hin wurde es dann etwas ruhiger im ausverkauften E-Werk. Passend zu Balladen wie „This Song Saved My Life“ und „Perfect“ verwandelte sich die ganze Halle plötzlich in ein Meer aus Handytaschenlampen und Feuerzeugflammen.

 

Party In My Pants“

 Frontsänger Pierre wollte dem Publikum sichtlich imponieren, indem er das ganze Konzert über versucht hat, Deutsch zu sprechen. Doch mehr als „Orangensaft“, „Dankeschön“ „Ihr seid heiß“ und „Apfelschorle“ kannte er leider nicht. Machte aber nichts, die fehlenden Deutschkenntnisse hat er durch zahlreiche Komplimente wettgemacht. Sowohl die deutschen Frauen, als auch das gute Wetter im Sommer (und die Festivals!) seien einfach traumhaft. Und Köln sei natürlich sowieso die schönste Stadt Deutschlands. Etwas leiser fügt er hinzu: „But don‘t tell anybody.“ Generell nahmen sich die Jungs nicht all zu ernst und scherzten hin und wieder rum. Einer der vier hat den simplen Plan (haha!) aus dem Konzert eine fette Party zu machen beispielsweise etwas missverstanden und war der Überzeugung, die Party fände in seiner Hose statt.

Leider war das Spektakel gefühlt viel zu schnell wieder vorbei. Nach knapp 1 ½ Stunden verabschiedeten sie sich mit den Worten „Gute Nacht, schlaft gut“ von der Bühne. An den sichtlich verschwitzten Gästen war aber auszumachen, dass sich der seltene Deutschlandbesuch der Kanadier gelohnt hat.