Jan Wehn las sich selber – Über einen verschwörerisch guten Abend mitten im Stadtgebiet der ehemaligen Schaltzentrale der sklaventreibenden GmbH Deutschland

Zwischen amüsanter Unterhaltung und menschlichen Abgründen balancierend, unterhielt Autor Jan Wehn am Sonntag seine Zuhörer mit Auszügen aus seiner Novelle „Morgellon“ und Kurzgeschichten. bonnFM hat seine Lesung im Bla für euch besucht.

Zur Person Jan Wehn

Vermutlich assoziieren die meisten Menschen, die irgendwann mal über den Namen Jan Wehn gestolpert sind, den gebürtigen Hagener mit Rapmusik. Sei es wegen dem nach ihm benannten Song von Ahzumjot und Rockstah, oder wegen der zahlreichen Interviews, die der Journalist mit so ziemlich allen Größen des Genres bereits geführt hat.

„Morgellon“ & die Lesung im Bla

Am vergangenen Sonntag ging es ausnahmsweise aber mal nicht um Rapper, Musik und Co., sondern um „Morgellon“. Die Novelle begleitet den fiktiven Charakter Noah Zimmermann, der, ausgelöst durch den Missbrauch von Schmerzmedikamenten, seinen Weg in die Welt der Alu-Hüte und Chemtrails findet. Eben diesen Prozess beschreibt Wehn auf wunderbar bildliche Weise, die gerne auch mal unangenehme Schauer beim Lesen auslöst, einen aber gerade deswegen zu fesseln vermag.

Und genau diese Mischung aus Erschaudern und witziger Unterhaltung brachte der ehemalige Bonner Student auch auf die Bühne. Neben einem Auszug aus „Morgellon“ wurden außerdem zwei Kurzgeschichten aus der Feder Wehns gelesen, die das Programm angenehm abrundeten und die Zuhörer nachdenklich in die Nacht entließen.
So gesellte sich ein stimmiges Ende zu einem insgesamt reizvollen Abend.

„Morgellon“ ist am 30.03.2017 im Korbinian Verlag erschienen und kostet 10 Euro.

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