Hück oder nie: Mal ’n bisschen übertrieben

Brass, Flamingos und lauter nette Leute im Palladium: Die rheinische Brassband Querbeat beendet ihre Tour zum neuen Album „Fettes Q“ mit drei Konzerten unter dem Motto „mal `n bisschen übertrieben“ in Köln.

Et Hätz schleiht Tschingderassabum im Kölner Palladium: Vor dreimal hintereinander ausverkauftem Haus begeistern die 15 Musiker von Querbeat in ihren Tourabschlusskonzerten am letzten Wochenende. Das in diesem Sommer erschienene Album „Fettes Q“ ist das erste der Band, auf dem nur eigene Songs zu hören sind. Demensprechend spielte Querbeat beim Konzert viele dieser Lieder: Beliebte Karnevalsklassiker wie Hück oder nie oder Tschingderassabum, aber auch unbekanntere Töne wie Bunte Pyramiden oder die Hommage an alle unbeachteten Dinge, der Stadtrandfluss.

Eigenes und Cover

Das Repertoire eigener Lieder wurde durch musikalisch gute Cover von Liedern verschiedener Musikstile ergänzt. Wohl um das eigene Programm noch aufzuwerten, hatten sich die 13 Jungs und zwei Mädels von Querbeat Unterstützung eingeladen: Frank Dellé, einer der Frontmänner von Seeed brachte Reggae-Hauptstadtfeeling an den Rhein und begeisterte das Publikum. Der Auftritt vom Balkan-Popsänger Shantel irritierte zunächst ein wenig, da sein Bekanntheitsgrad und auch der des Textes seines Songs Disko Partizani offensichtlich nicht so hoch waren wie angenommen. Der allgemeinen Partystimmung des Konzerts tat es aber glücklicherweise keinen nachhaltigen Abbruch.

Querbeat hat Bonner Energie

Stagediving. Bild: Nicola Trenz / bonnFM

Querbeat, entstanden aus einer Schülerband des Bonner Kardinal-Frings-Gymnasiums, ist im Kreis der Kölner Bands inzwischen etabliert, hat aber nichts von der ihr typischen Energie auf der Bühne verloren. Die 15 Musiker spielen, performen und tanzen locker und lässig, wechseln ständig ihre Positionen auf der Bühne und sind immer in Bewegung. Auch an hautnahem Kontakt mit dem Publikum mangelt es nicht: Der Ritt auf einem überdimensionierten Plastikflamingo durch die Menge, Stagediving oder Trompete, Posaune und Co. auf Schultern im Publikum verteilt spielen – warum auch nicht?

Begeisterte Fans

Querbeat im Kölner Palladium. Bild: Nicola Trenz / bonnFM

Die Fans von Querbeat mussten sich Stonn op un danz nicht zweimal sagen lassen: Großartige Stimmung, wie bei einer fetten Party mit Freunden. Nach den Alleinstellungsmerkmalen der Bonner Band gefragt, gingen die Antworten der Konzertbesucher immer wieder auf die besondere Zusammensetzung der Gruppe mit vielen Blechbläsern und Saxophonen ein und darauf, dass die Musik perfekt zum Abtanzen ist. Gänsehautmoment des Konzerts: Beim Anstimmen des Klassikers Nie mehr Fastelovend übernahm das Publikum das Singen völlig ohne Begleitung und machte die Musiker sichtlich fassungslos. Für die lange Zugabe hatten die Mädels und Jungs von Querbeat dann zum Glück ihre Fassung wieder gewonnen und hinterließen die Zuschauer mit Ohrwürmern.

 

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