Was ist neu am Ring?

Dieses Wochenende findet wieder eines der größten und beliebtesten Festivals Deutschlands statt: Rock am Ring. Ein Bericht über Matsch, Atombomben und die „Clear Bag Policy“.

Musik, nein Danke?

Erstmalig mussten dieses Jahr bei Rock am Ring die Tickets für Camping und Festivalgelände separat gekauft werden. Doch was zunächst umständlich klingt, ist für all jene ein Vorteil, die weniger wegen der Musik sondern vielmehr wegen des „Feelings“ gekommen sind. Für etwa 50€ konnten viele das „Drumherum“ genießen, ohne weitere 189€ für das eigentliche Festival auszugeben. Dafür wurde teilweise viel Liebe ins Detail der Ausgestaltung der Camps gelegt, die von zirkuszeltähnlichen Aufbauten bis hin zu militärisch anmutenden „Zeltbunkern“ mit Camouflagefassade und Tarnnetzen reichten.

Bild: Christoph Liedel / bonnFM

Ein donnernder Auftakt

Um möglichst viel von ihrem Camping-Ticket zu haben, reisten viele Besucher schon am Mittwoch oder Donnerstag an, bevor die ersten Acts am Freitag starteten. Allerdings war ihnen das Wetter nur wenig wohlgesonnen und begrüßte sie mit einem ordentlichen Gewitter. Doch selbst eine zeitweise Räumung, aufgrund der großen Wassermengen und drohenden Blitzeinschlägen, konnte den Chaos-erprobten Fans von Rock am Ring nicht die Stimmung verderben.
Die Stimmung erreichte ihren Höhepunkt, als Jared Leto mit Thirty Seconds to Mars eine eineinhalbstündige Show mit Publikum auf der Bühne, Konfettiregen, Riesenballons und Feuerwerk ablieferte. Aber auch die vorherigen Acts, wie beispielsweise Casper oder Milky Chance trugen zu der positiv-aufgeheizten Atmosphäre am „Vulcano Stage“ bei.

Wohin mit der Atombombe?

Neben der größten der drei Bühnen, der “Volcano Stage”, gab es jedoch auch noch die „Beck‘s Creater Stage“ und die „Alternastage“. Auf letzterer waren am Freitag ebenfalls nicht zu verachtende Namen wie Ufo361, Young Hurn, Bausa oder die Antilopen Gang zu Gast und machten so der Mainstage Konkurrenz.
Besonders gefreut habe ich mich dann auf das Interview mit der Antilopen Gang, das ich mit ihnen noch vor ihrem Auftritt führen durfte. Doch statt über ihr aktuelles oder ein älteres Album zu sprechen, bekamen die drei Jungs Fragen wie „Wie kann Pizza die Welt retten?“, „Warum seid ihr gegen Lopen?“ oder „Über welcher Stadt würdet ihr die Atombombe abwerfen und den Baggersee starten?“ zu hören. Die Antworten darauf könnt ihr euch dann demnächst bei bonnFM anhören.

Bild: Christoph Liedel / bonnFM

Der gläserne Festivalbesucher

Beim Thema “Bombe” kommen dem ein oder anderen sicher Erinnerungen an das letztjährige Festival, das wegen einer fälschlichen Bombendrohung teilweise unterbrochen werden musste. Zwar fühlt man sowohl beim Veranstalter, als auch bei den vielen Musikfans eine „jetzt-erst-recht-Stimmung“, mit der man ausdrücken möchte, dass man sich von Angst und Terror nicht einschüchtern lässt, dennoch fallen einige kleine Veränderungen auf. Hier ist zum Beispiel die „Clear Bag Policy“ zu nennen. Denn seit diesem Jahr ist es den Besuchern des Festivalgeländes nicht mehr erlaubt, normale Rucksäcke und Taschen mitzubringen. Nur eine Gürtel- bzw. Bauchtasche ist noch erlaubt. Wer dennoch mehr mitnehmen möchte, darf seine Habseligkeiten lediglich in einem etwa DIN A4 großen, durchsichtigen Beutel mitbringen, der im Merchstore erhältlich ist. Auch Flaschen sind in ihrer bisherigen Form nicht mehr erlaubt. An ihre Stelle treten „leere, faltbare Trinkflaschen“, die aber auf dem Gelände an mehreren Ständen gratis mit Wasser aufgefüllt werden können. Wer sich jedoch an diese kleinen und sicherlich sinnvollen Änderungen hält, dem steht ein fantastisches Festivalerlebnis bevor.