Rettet unsere Erde!

Am 31. Mai kommt der Dokumentarfilm „Guardians of the Earth” in die deutschen Kinos. Er begleitet die Verhandlungen zum Pariser Klimaabkommen von 2015. Zur Deutschlandpremiere in Bonn hat bonnFM den Film für Euch gesehen und mit dem Regisseur Filip Antoni Malinowski gesprochen.

Wer entscheidet über unsere Zukunft?

Filip und ich sitzen im Hinterhof der Beueler Filmbühne auf Bierkästen und neben Mülltonnen. Nebenan wird sein neuster Dokumentarfilm „Guardians of the Earth“ zum ersten Mal vor deutschem Publikum gespielt. Mein Gegenüber ist ein bescheidener, aber charismatischer Mittdreißiger, der sein Leben der Produktion von Filmen mit Denkanstoß gewidmet zu haben scheint. Und während er so da sitzt und ruhig am Etikett seiner Bierflasche piddelt, ist er doch gleichzeitig Feuer und Flamme für das Thema seines Werkes: „Guardians of the Earth“ begleitet die Weltklimakonferenz, die 2015 in Paris stattgefunden und das historische Pariser Abkommen hervorgebracht hat. Der Streifen klärt nicht nur über die Folgen des Klimawandels auf, hier geht es um ganz andere, aber nicht minder elementare Fragen: Wer sind die Leute, die über die Zukunft unseres Planeten entscheiden, wie wirken sie auf einer Klimakonferenz und welche Interessen verfolgen sie dabei?

Die erschlagende Dramatik amerikanischer Dokumentarfilme mimt „Guardians of the Earth“ nicht. Durch seinen nüchternen, ehrlichen Stil hinterlässt er beim Zuschauer aber ein vielleicht noch wirkungsvolleres Gefühl als nur energischen, unfokussierten Tatendrang. Nach eineinhalb Stunden Filmmaterial bleibt der Eindruck, dass man dem historischen Sieg gegen die eigene Unvernunft zum Greifen nah gekommen war, mehr aber eben auch nicht. Zu viele zukunftsgewandte Vorschläge wurden zugunsten des allgemeinen Konsens über Bord geworfen. Und weshalb? Weil zugunsten nationaler und wirtschaftlicher Interessen verhandelt wurde.

Tun wir denn nicht genug?

Die Europäische Union war, nebst anderen Ländern und Verbänden, Teil der High Ambition Coalition. Die Mitglieder dieser Koalition waren entweder technologisch fortschrittlich genug, um möglichst ambitionierte Klimaziele zu stecken, oder die Ambition war schlicht und ergreifend erwachsen aus dem Kampf ums eigene Überleben. Der gemeinsame Wille ist löblich, aber wie passen die zur Verfügung stehenden Mittel dieser teilweise sehr unterschiedlichen Regionen mit ihren Vorhaben zusammen?

Die meisten Länder der europäischen Union haben die Mittel und den Willen, um einige wichtige Aspekte ihres Lebensstils zugunsten der Umwelt umzustellen. Aber nicht überall stehen diese Mittel zur Verfügung und so muss man zumindest in einigen Fällen anerkennen, dass Länder wie z.B. Saudi Arabien, deren Wohlstand auf die Förderung von Erdöl angewiesen ist, das Ende dieses Wirtschaftszweiges nicht unterschreiben wollen. Aber auch in den Reihen unserer Politik scheint der allgemeine gute Wille noch nicht in die Tat umgesetzt zu werden. Wieso das?

Alte Politik, junge Leute

Zurück auf die Bierkästen im Hinterhof der Beueler Filmbühne. Bei Fragen über die Diskrepanz zwischen jungem Tatendrang und der eingefahrenen Politik in Deutschland und anderen Ländern rückt Filip auf seinem Kasten hin und her. Er engagiert sich selbst wo er kann für einen Fortschritt in unseren Umweltschutzbemühungen und hat dabei sehr klare Ansichten: Die deutsche Politik tut nicht genug und junge Leute mit Idealen müssen ihr Umfeld aufrütteln und tätig werden. Was der junge Regisseur noch zu den Themen Klimawandel und Umweltschutz zu sagen hatte, hört Ihr hier: