A long expected party comes to an end

Vom 6. bis 8. November tummelten sich Elfen, Zwerge, Disney- und Comicfiguren gemeinsam auf der RingCon, Europas größter Fantasy Convention im Bonner Maritim Hotel. Zum 14. und vorerst letzten Mal – und das leider durchaus berechtigt.

Für viele Fantasyfans und Stammgäste wie z.B. Game of Thrones-Darsteller Finn Jones, der am Samstagabend als DJ die Menge zum Toben brachte, gehörte die Con bereits fest in den Terminkalender. Doch die zunehmende thematische Schwerpunktverlagerung auf Serien und die merklich fallenden Besucherzahlen, sprechen mehr als zehn Jahre nach dem letzten Herr der Ringe-Film zwingend für eine Neuerfindung im Jahr 2017. Nichtsdestotrotz beendete Moderator Mark Ferguson die Opening Ceremony mit dem Wunsch, die letzte RingCon zur besten aller Zeiten zu machen. Und bei einem anfangs (!) so gut gefüllten Programmplan sprach eigentlich auch nichts dagegen.

Be creative

Gemeinsam mit Gleichgesinnten im passenden Cosplay in die Welt von Mittelerde, Westeros oder auch Marvel und Disney abtauchen, sich mit jeder Menge Merchandise eindecken oder einfach gemütlich beim Mittagessen im Foyer plaudern und abends feiern, gehörte längst für jeden zum Pflichtprogramm. Wer sich aber auch kreativ ausleben wollte, konnte nicht nur Elbisch oder einen mittelalterlichen Tanz erlernen, sondern sich z.B in kleiner Runde im Horrormasken-Workshop mit Kunstblut, Hühnerknochen und Wax einen offenen Bruch schminken. Besonders beliebt und inzwischen schon fast eine eingeschworenen Gemeinschaft war der an allen drei Tagen stattfindende Chorworkshop, der am Ende in der Closing Ceremony sein hörenswertes Ergebnis präsentierte.

Bild: Désirée Wilde / bonnFM

Bild: Désirée Wilde / bonnFM

In Vorträgen lernte man längst nicht mehr nur etwas über Tolkiens Welt, sondern auch über „Phantastische Webserien“, wie Geeks die Welt erobern oder was die Game of Thrones-Darsteller auf der Premiere zur 5. Staffel im Tower of London zu sagen hatten. Verschiedene Fantasyautoren lasen auch wieder aus ihren Werken. Besonderes Highlight war neben Outlander-Autorin Diana Gabaldon, deren Schlange bei der Signierstunde gefühlt das halbe Maritim Hotel einnahm, Dauergast Tommy Krappweis. Der hat seinen Besuchern nicht nur in der Lesung aus seinem neuen Buch Ghostsitter die Tränen in die Augen getrieben, sondern auch beim Opening mit seinem Song für jede Menge Lacher gesorgt. Aber nicht nur Tommy war jederzeit für ein Gespräch zu haben, auch die Schauspieler, die man abseits ihrer Auftritte eigentlich in Ruhe lassen sollte, sah man häufig mit dem ein oder anderen Besucher plaudern.

Fotoshoots und Panels – Stars hautnah

Der Fokus und Besuchermagnet war neben dem großen Outlander-Panel mit Graham McTavish, Gary Lewis, Duncan Lacroix, Diana Gabaldon und Hauptdarsteller Sam Heughan natürlich wieder das Game of Thrones-Special. Jack Gleeson, der als Joffrey Baratheon den meistgehassten Charakter der Serie verkörpert, hatte kurzfristig zugesagt und zeigte besonders mit seinen Tanzeinlagen wie liebenswert er im Gegensatz zu seiner Rolle eigentlich ist. Carice van Houten betonte, dass man in den sehr technischen und langweilen Nacktszenen schlichtweg selbstbewusst auftreten müsse und schon würden nach zwei Minuten keinen mehr deine Brüste interessieren. Finn Jones und Amrita Acharia lockten entsprechend weniger Besucher an. Vollkommen überzeugen konnte in Sachen Ausstrahlung und Entertainment hingegen Spartacus-Hauptdarsteller Liam McIntrye, der nicht eine Minute auf der Bühne stillsitzen konnte und ohne Pause durch den Saal marschierte. Von Harry Mellig und Jessie Cave erfuhr man, wie ihr Leben nach der Harry Potter-Saga verlaufen ist. Wem das Panel nicht genug war, der konnte sich nach stundenlangem Warten noch ein kostenloses Autogramm oder für 20 bis 40 Euro ein Foto mit seinem Liebling sichern.

Die gute Laune der Stars auf der Opening und Closing Ceremony war sichtlich ansteckend. Leider trösteten auch sie insgesamt nicht über die zahlreichen kurzfristigen und oft unangekündigten Programmänderungen hinweg, die dafür sorgten, dass einige Fans bereits frühzeitig abreisten. Somit blieb letztendlich nur der Samstag als wirklich empfehlenswerter und vor allem gut gefüllter Tag, wodurch der Kauf eines 3 Tagestickets sich letztendlich aber einfach nicht gelohnt hat. Denn selbst an dem Tag ließ die Raumaufteilung der verschiedenen Veranstaltungen einiges zu wünschen übrig. Bleibt zu hoffen, dass ein neues Konzept, bessere Organisation und Star-Gäste in 2 Jahren ein längeres Wohlfühl-Ergebnis liefern.

1 Kommentare

  1. Hm,
    ich war an allen drei Tagen dort und was mir aufgefallen ist, ist dass am Freitag weniger los war. Verständlich weil sich nicht jeder freinehmen kann.
    Samstag und Sonntag war das Maritim meiner Ansicht nach, gerappelt voll.
    Sowohl die Panels als auch bei den Autogrammen und den Fotos waren richtig viele Leute.
    Auch die Panels am Sonntag, besonders das von GoT und von Outlander, waren richtig voll.
    Bei der Closing am Sonntagnachmittag war der Saal Maritim soweit ich das beurteilen kann komplett besetzt.
    Was ich mich frage ist, was wurde kurzfristig geändert? Das Fotoshooting von Graham McTavish wurde auf den Abend gelegt (doof das gleichzeitig das Panel von Sam Heughan war). Das Sonntagspanel von Sarah Hagan ist ausgefallen und Jessie Cave ist, wegen ihres erkrankten Kindes, früher abgereist. Das waren die Änderungen, die vorher nicht bekannt waren. Okay, zusätzlich war der Saal Haydn bei Tommy Krappweis am Freitagabend so voll, dass er geschlossen werden mußte. Aber man konnte Tommy die gesamte Con über erleben…
    Dass Schauspieler vorher absagen ist ärgerlich, aber da kann der Veranstalter nichts für. Ich glaube aber nicht, dass Leute wegen der Absage von Craig Parker oder Jeff Haber früher gegangen sind…
    Insgesamt fand ich, dass es eine tolle Veranstaltung war und ich werde im April sicherlich auch zur Hobbitcon gehen…

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