Tod dem Cafésterben

Die Bonner sind’s mittlerweile gewohnt: Traditionsreiche Geschäfte in der Innenstadt machen dicht. Besonders betroffen scheint aber die Cafészene zu sein, gerade in Uninähe. Konnten wir dort vor einiger Zeit noch eine handvoll Cafés besuchen, sieht es da heutzutage ganz anders aus. Das Cafésterben hat sich in Bonn zu einem geflügelten Wort entwickelt.

Fkk logoDamit soll nun aber Schluss sein. Die drei Bonner Studentinnen Sarah Waschke, Vesna Schierbaum und Julia Ihde haben im Goldbraun gearbeitet und sich dort kennengelernt. Sie sind nicht nur traurig, dass sie ihren Arbeitsplatz verloren haben, sondern dass nun auch ein zentraler Treffpunkt in der Innenstadt wegfällt. Und damit scheinen sie nicht allein zu sein, denn Ihre Kampagne „Bürgerinitiative Freie Kaffee Kultur Bonn“ hat bei den Bonnern einen Nerv getroffen. Knapp 1300 Likes auf Facebook, ein Bericht im Bonner Generalanzeiger und bei der Bonner Lokalzeit sprechen dafür, dass viele Bonner sich gegen das Cafésterben in der Bonner Innenstadt aussprechen.

Da muss man doch was tun…

Deswegen wollen die drei Kunststudentinnen das Problem jetzt selbst in Angriff nehmen. Nach einer ersten Konzeptphase und vielen Gesprächen mit Freunden und Helfern haben sich die drei Bonnerinnen gedacht, dass es doch klasse wäre, ein Café in der Bonner Innenstadt zu eröffnen. Doch was braucht es für ein Café, damit es etwas Besonderes wird? Richtig. Eine gute Lage und eine tolle Idee.

Café Sinnflut

Und darum soll das Café Sinnflut betitelte Café nicht nur irgendeines werden, sondern sich von der Masse abheben. „Wir wollen jetzt kein neues Goldbraun aufmachen“, sagt dazu Julia Ihde, sondern ein Café mit Kunst, Kultur und Herz. „Bonn braucht mehr alternative Orte“, findet Sarah Waschke, und da soll man sich nicht nur treffen oder an Hausarbeiten sitzen, sondern auch selbst kreativ werden können. Veranstaltungen, bei denen man seine eigenen Texte vorstellen, Konzerte hören kann usw. sind geplant. Ein Treff für alle Generationen, für Kreative und für den guten Kaffee. Denn primär ist der Kreativentreff natürlich ein Café: Neben selbstgebackenen Kuchen gibt’s Kaffee mit Liebe und die drei Gründerinnen wollen auch auf regionale Belieferung und vieles mehr achten.

Wenn da nicht das Geld wäre

Alles, was jetzt noch fehlt, ist der richtige Standort in der Innenstadt und das passende Kleingeld. „Der Mut zum Projekt kam auch ein bisschen aus der Wut heraus, dass wir nun nicht mehr wissen, wo wir uns treffen“, sagt dazu Julia Ihde. Darum ging’s direkt auf Immobiliensuche und die Crowdfundingaktion läuft auf Hochtouren. Die drei sind zuversichtlich, dass sie es schaffen, denn Kultur wird in Bonn großgeschrieben. Ein tolles, unterstützenswertes Projekt, wie wir finden.
Wer die drei Freundinnen bei der Realisierung ihrer Idee unterstützen möchte, kann sich auf der Webseite der Bürgerinitiative Freie Kaffee Kultur Bonn, auf Facebook oder direkt auf der Crowdfundingplattform startnext über das Café Sinnflut informieren.