Festival gegen Rassismus – Workshop endet mit Raumverweis

Das „Festival Contre le Racisme“ findet vom 3. bis 17. Mai in Bonn statt. bonnFM war für euch bei einem der Workshops dabei, der im Rahmen des Festivals angeboten wurde und das Thema Frauen in der rechten Szene behandelte. Die vom AStA organisierte Veranstaltung blieb jedoch nicht ohne Überraschungen.

Das „Festival Contre le Racisme“ zum dritten Mal in Bonn

Schon zum dritten Mal in Folge findet momentan das „Festival Contre le Racisme“ in Bonn statt. Die zweiwöchige Veranstaltungsreihe soll Aufklärungsarbeit leisten und ein Zeichen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit setzen. Die Veranstalter, u.a. der AStA der Uni Bonn, bieten vom 3. bis 17. Mai für die Teilnehmer des Festivals Vorträge, Filmvorführungen mit anschließenden Gesprächen, eine Eröffnungsfeier und einiges mehr an.

Veranstaltungsangebot: Workshop zu Frauen in der rechten Szene

Ein Programmpunkt des Festivals war ein Workshop zum Thema Frauen in der rechten Szene, welcher am 4. Mai in Kooperation mit der Amadeu Antonio Stiftung stattfand. Die Themen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, welche Mittelpunkt des Festivals sind, spiegelten sich auch in dieser Veranstaltung wider. Es wurde jedoch speziell in den Blick genommen, welche Frauenbilder, geschlechterpolitischen Themen und ideologischen Elemente in Gruppierungen der rechten Szene bedient werden. Als Beispiele für solche Gruppierungen dienten bei dem Workshop die AfD, Pegida sowie die Identitäre Bewegung. Diese wurden exemplarisch für die verschiedenen Ausrichtungen der rechten Szene, nämlich Rechtsextremismus, Rechtspopulismus und die neue Rechte, ausgewählt. Auch wurde ein Fokus auf Begriffsdefinitionen und aktuelle Beispiele von Frauen aus der rechten Szene gelegt. Die Veranstaltung lieferte so für die Teilnehmer zahlreiche theoretische Grundlagen.

Teilnehmerin stellt sich als Mitglied der Identitären Bewegung heraus

Neben den theoretischen Inhalten, die der Workshop vermittelte, kam es zu einem Vorfall unter den Teilnehmern. In der Gruppenarbeitsphase stellte sich heraus, dass eine der Kursteilnehmerinnen auf dem Infomaterial der Identitären Bewegung abgebildet war. Sie wurde daraufhin mit ihrer Mitgliedschaft in dieser Bewegung konfrontiert und später des Raumes verwiesen. Zuvor kündigte der AStA an, Personen der rechten Szene nicht bei den Veranstaltungen des Festivals zu dulden. So begründet der AStA seine Entscheidung, vom Hausrecht Gebrauch zu machen. Zu einer Diskussion oder einem Gespräch mit der Aktivistin kam es nicht. Sie leistete der Aufforderung der Veranstalter, den Raum zu verlassen, Folge. Der AStA positionierte sich damit gegen die rechte Szene im Sinne des von ihm organisierten Festivals. Auch die Identitäre Bewegung NRW reagierte auf den Vorfall. In einem Facebook-Post teilte sie mit, die Aktivistin hätte die Veranstaltung besucht, um mit den anderen Teilnehmern in einen „konstruktiven Austausch“ zu treten und um mit „vorhandenen Vorurteilen über die Identitäre Bewegung aufzuräumen“. Sie gab während der Veranstaltung jedoch nicht zu erkennen, Mitglied der Identitären Bewegung zu sein, so war ihr Motiv nicht ersichtlich. Zwei weitere Teilnehmerinnen verließen nach dem Vorfall ebenfalls die Veranstaltung. Es kam im Laufe dieses Vorfalls zu keiner Eskalation oder stärkeren Auseinandersetzung; alle Beteiligten verhielten sich ruhig.

Noch weitere vielfältige Veranstaltungen bis zum Ende des Festivals

Dem Erfolg des Workshops tat dieser Zwischenfall keinen Abbruch. Was blieb, war eine interaktive Veranstaltung, die viele Informationen vermittelte und Lust auf mehr gemacht hat. Das Festival geht noch bis zu 17. Mai und hat noch einige Veranstaltungen im Programm. So wird am 9. Mai der Film „Hay Vay Zamani“ gezeigt, auf den ein Gespräch folgt. Auch wird es noch weitere Vorträge, darunter einen Vortrag am 16. Mai mit dem Thema Der Wandel antidemokratischer Tendenzen in konservativ geprägten Milieus migrantischer Herkunft, geben.

bonnFM-Redaktion

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