Ein Abend mit Yung Hurn

Yung Hurn, einer der größten Cloudrap-Artist seiner Generation. Die ironischen Hörer sind längst vielen treuen Fans gewichen und so ist die Tour durch die kleinen Clubs Deutschlands sehr schnell ausverkauft. Seine Texte der kurzen Tracks, produziert von DJ und Producer Lex Lugner, sind oft egal, repetitiv und einprägsam. Wenn man sich umhört, sind die Meinungen zu dem jungen Österreicher höchst unterschiedlich, aber fast jeder, auch Fler, kennt ihn.

Yung Hurn in Ehrenfeld

Es wundert mich, dass außer bonnFM keine Presse vor Ort ist, denn wenn Yung Hurn eins für die kommende Generation ist, dann ist es: RELEVANT. Seine Videoklicks sind auf YouTube innerhalb von wenigen Tagen im Millionenbereich. Es ist als Student selten, dass man zu den ältesten der Veranstaltung gehört. Und auch zu den unmodischeren: Yung Hurns Fans verkleiden sich, als wären sie Hipster. Obwohl die Dauerwelle eines Mädchens tatsächlich ziemlich cool ist. Auch inhaltlich sind die Gesprächsfetzen vor Einlass ein Einblick in die Welt der kleinen Geschwister. Es geht um Kleidung, Drogen und die Ausgehpläne im großen Köln. Nachteil: Der Einlass dauert, weil alle Fans auf ihr Alter überprüft werden müssen. Ab 14 kommt man zwar mit Eltern rein, trotzdem werden Karteninhaber ohne Ausweis rigoros abgewiesen. Manche Mädchen lassen sich auf den Hals stempeln, weil es besser zu ihrem Outfit passt. Das ist die Generation Hurn.

Simple Beats, deutscher Cloudrap

Der Voract „Caramelo“ und mehrere andere Rapper, darunter „Fergy53“ aus Bonn bereiten die Crowd mit sinnlich Tracks wie „Wassermann“ und „Bolzplatz“ auf Yung Hurn vor. Als Yung Hurn auftritt, ist die Stimmung, auch durch die fehlende Luftzufuhr, auf dem Siedepunkt, wenn man direkt vor der Bühne steht. Dazu gehört allerdings auch, direkt zu Beginn zwei volle Bier von Jugendlichen ins Gesicht gekippt zu bekommen. Dauert ja auch noch mindestens zwei Jahre, bis es Ihnen schmeckt. Immerhin eine willkommene Erfrischung im schwitzigen Jungle Club.  Man muss der Generation nach uns lassen, sie verstehen es, auszurasten. Die wenigen ironischen Gäste und Eltern stehen im hinteren Bereich des Clubs und „sippen“ an ihrem Drink. Das Konzert dauert anderthalb Stunden. Highlights sind seine Tracks OK COOL, MHM vom neuen Album sowie die Neo-Klassiker Bianco, Nein und natürlich Opernsänger.

Yung Hurn Superstar

Nach dem Konzert erzählt uns aus der großen Baggage Hurns, dass Köln nur deswegen nicht einer der Ausreißer der Tour ist, weil verhältnismäßig viele Mädchen auf dem Konzert waren. Eine erfreuliche Information. Beim Rausgehen höre ich, wie sich Mädchen hyped darüber unterhalten, dass sie Yung Hurn angefasst haben.
Es werden Instaaccounts der Voractrapper gefollowt und wirklich teurer Merch gekauft.

Die kleinen Clubs des Landes bereist Yung Hurn mit seiner Gang mit der Clubtour, Ende 2018 geht es in die größeren Venues.
Auch auf sein Debütalbum müssen Fans nicht mehr lange warten, am 5. Mai kommt „1220“ in die virtuellen Läden des Internets.