„New Year, New me“
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„New Year, New me“

Alle Jahre wieder sprechen wir am Jahresende über Ziele und gute Vorsätze. bonnFM hat sich mit der Psychologischen Beratung der Uni Bonn die Frage gestellt, ob das schon zum Phänomen „Selbstoptimierung“ gehört, was das Phänomen überhaupt ausmacht und zu welchem Grad es gesund ist.

Auch zum Ende von 2018 hört man Gespräche wie „ich muss auf jeden Fall weniger Alkohol trinken“, „Gesünder essen“ oder „mehr Sport machen“. Auf Foren wie Instagram liest man den typischen Satz „New Year, new me“ als Caption unter den Feuerwerks- und Wunderkerzen-Bildern. Aber wie erreicht man das „neue Ich“, das sich alle so ehrgeizig vornehmen zu werden? Durch Selbstoptimierung? Was immer mehr und deutlicher auf Plattformen, wie Instagram, vertreten ist, sind oft scheinbar perfekte Menschen, die alle um sechs Uhr morgens aufstehen, sich einen Smoothie und einen Protein Shake machen und danach ein schnelles Work Out einschieben, zur Uni oder Arbeit fahren und dabei die ganze Zeit umwerfend aussehen. Das an sich ist nicht das Problem, allerdings ist die scheins zunehmende Unzufriedenheit und der Drang zur absoluten Optimierung der Nicht-Perfekten schon eins. bonnFM hat mit der Dipl.-Psychologin Anne Zilligen aus der Psychologischen Beratung der Uni Bonn gesprochen, die selbst zu Selbstoptimierung sagte: „Grundsätzlich ist es ein erstrebenswertes Anliegen, sich persönlich weiter entwickeln zu wollen. Hierbei ist es wichtig, zu reflektieren, an welcher Stelle hinsichtlich des Umgangs mit neuen Herausforderungen eine Anpassung des Individuums hilfreich sein könnte.“

Birgt Selbstoptimierung Gefahren?

Es ist klar, dass es nichts schlechtes ist, sich selbst steigern zu wollen und „die beste Version von sich selbst zu sein“. Kritisch wird es nur, wenn man nicht nur die beste Version von sich selbst sein will, sondern perfekt werden möchte. „Für ein gesundes Maß an Selbstoptimierung ist eine Überprüfung im Hinblick auf Möglichkeiten und Grenzen der eigenen Weiterentwicklung zentral. Schwieriger wird es, wenn die Selbstoptimierung bis in die Perfektion und „nur um ihrer selbst Willen“ betrieben wird (deutsches Ärzteblatt, 2015). Häufig wird in der Boulevardpresse, Ratgeberliteratur oder in Internetforen und Videos der Eindruck vermittelt, dass alles möglich ist, wenn nur der Glaube und Wille stark genug da ist. Das an sich ist natürlich nicht schlecht, kann aber schnell ins Gegenteil umschlagen, wenn die eigenen Ansprüche und der dazugehörige Druck immer mehr steigen.

„Der […] Drang nach Perfektion führt jedoch häufig zu Schwierigkeiten, da [..] man sich mit einem erhöhten Anspruch massiv unter Druck setzen kann. “

Auch wenn das bisher alles eher nach einer Art Selbsthilfe Ratgeber klingen kann, haben wir auch nach einem gesunden Maß der eigenen Ansprüche an sich selbst gefragt. Laut der Psychologischen Beratung kann man das mit einem Antrieb vergleichen, der zur eigenen Weiterentwicklung führt. Das geschieht aber nicht durch Druck, sondern dadurch, sich individuelle Ziele zu setzen und diese auszuprobieren. Wichtig dabei ist, die eigene Situation zu beachten und die Erwartungen an sich selbst dieser anzupassen. Für die Studierenden unter uns, die versuchen Influencern nachzueifern, in allen Lebensbereichen absolut erfolgreich zu sein und sich dabei immer weiter selbst versuchen zu optimieren, kann man also sagen: Durchatmen, Fehler machen und im eigenen Tempo an sich arbeiten. Falls das nicht reicht, gibt es viele Angebote, die helfen den Druck und die eigenen Ansprüche zu senken, wie zum Beispiel die Psychologische Beratung, die in Krisen und Stress Situationen hilft. Für die anderen, die ihre Neujahrsvorsätze beschlossen und dann am 1. Januar zuhause beim Netflix gucken Fast-Food gegessen haben, ist aber sicher zu sagen, dass der Selbstoptimierungsdruck noch nicht bedrohlich ist.

 

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