„Ein bunter Pott Püree“ – Interview mit Ausnahmetalent Bernard Paschke

Mit 16 Jahren hat der Meckenheimer Bernard Paschke nicht nur das Abi in der Tasche, sondern bereits vier eigens geschriebene Theaterstücke auf die Bühne gebracht. Nun beginnt seine Tour mit seinem ersten kabarettistisch-komödiantischen Programm „Ein bunter Pott Püree“ im Pantheon am Mittwoch, den 13.09. Um was es geht und warum er nicht zu jung ist, um allein auf der Bühne zu stehen, erklärt Bernard Paschke bonnFM im Interview.

Am Anfang war – das Känguru?

bonnFM: Du hast ja schon vier Theaterstücke aufgeführt. Wie bist du eigentlich überhaupt auf die Idee gekommen, zu schreiben? Wo hat das angefangen?

Paschke: Das hat im Literaturkurs in der Schule angefangen. Wir hatten einen Literaturkurslehrer, mit dem wir alle nicht so zufrieden waren, mit den Stücken, die wir gemacht haben, einfach mit der Art waren wir alle nicht so ganz glücklich, und da haben wir gesagt, machen wir doch selber was. Und dann habe ich gesagt, dann schreibe ich mein Lieblingsbuch, die Känguru-Chroniken um als Theaterstück und da ist dann so die Leidenschaft draus erwachsen.

bonnFM: Dein Programm jetzt ist ja eher so ein Kabarettprogramm. Hat dir das schon immer gefallen?

Paschke: Also eigentlich war ich schon vom Kabarett begeistert, bevor ich wirklich Theater gespielt habe. Aber selber Kabarett machen, auf die Idee bin ich erst jetzt gekommen.

bonnFM: Und was hat dich vorher so begeistert am Kabarett? Was war deine Inspiration?

Paschke: Na ja, ich hab ganz viele große Kabarettisten-Vorbilder, sagen wir mal, die ich toll finde.

bonnFM: Welche?

Paschke: Angefangen bei Dieter Nuhr. Gut, die klassischen sowieso. Rüdiger Hoffmann und all die. Aber auch, zum Beispiel Lisa Eckhart, die Pantheon-Preisträgerin dieses Jahr, finde ich ganz großartig.

Tour-Leben und Arbeitsalltag

bonnFM: Und jetzt für uns ja auch irgendwie sehr interessant, dass du ja jetzt wirklich so eine Art Tour-Alltag hast…?

Paschke: Ich musste mir, dachte ich, beim Jugendamt Meckenheim extra eine Erlaubnis einholen, damit ich das überhaupt darf, weil die Auftritte ja auch nach 22 Uhr dann teilweise oft sind. Das hat sich aber alles irgendwie jetzt geklärt und dann darf ich da eben mit der Bahn hinfahren, ein Hotel nehmen, übernachten, auftreten abends und dann wieder zurückfahren. Da freue ich mich schon total drauf.

bonnFM: Ich kann mir das gar nicht vorstellen. Man schreibt ein Stück und dann denkt man sich: „Okay. Jetzt möchte ich das auch irgendwo aufführen“. Also, wie schafft man das, dass das aufgeführt wird?

Paschke: Genau genommen, war es andersrum. Ich hab’ erst gesagt, ich möchte das aufführen. Hab 300 Bühnen ungefähr in Deutschland angeschrieben. Und ein paar haben mir auch geantwortet. Zehn von denen haben dann gesagt: „Du kannst dieses Jahr auftreten“. Und dann hab’ ich erst wirklich angefangen zu schreiben. Ich hatte vorher schon so ein paar Ideen, aber das fertige Programm hatte ich noch nicht.

bonnFM: Das ist jetzt erst mal nicht so das Typische, was man so in deinem Alter jetzt so machen würde, dass man so sagt: „Okay, ich möchte jetzt auf die Bühne. Ich möchte was aufführen“. Wie haben denn so deine Eltern eigentlich so drauf reagiert, als du das gesagt hast?

Paschke: Meine Eltern? Ach, die sind total happy damit. Die sagen, ich soll machen, was ich will, solange es mir Spaß macht, sind sie zufrieden. Ich denke auch, was ich halt von meinen Eltern immer mitgekriegt habe, wenn man etwas wirklich will und da alles für gibt, dann kann man auch irgendwann davon leben. Ich hab’ ja auch noch ein bisschen Zeit, bis ich davon leben muss.

bonnFM: Wie stellst du dir dann deinen Arbeitsalltag so vor?

Paschke: Schwierig. Also eigentlich genau wie jetzt. Ich schreib ein bisschen, ich lern‘ ein bisschen auswendig. Ich organisiere. Abends trete ich auf. (lacht) Eigentlich genau so.

bonnFM: Um jetzt auf dein aktuelles Programm nochmal zu sprechen zu kommen: „Ein bunter Pott Püree“. Kannst du irgendwie zusammenfassen, was uns erwartet?

Paschke: Das ist eben das Schwierige. Es geht eben um alles Mögliche – deswegen heißt es ja „Ein bunter Pott Püree“. Ich hab’ kein klar umrissenes Thema. Es geht so um dies und das. Private Sachen, irgendwas sehr Banales, aber trotzdem muss gerade beim politischen Kabarett, finde ich immer auch, eine Meinung dahinterstehen. Aber gleichzeitig ist es natürlich, wenn ein 16-jähriger politisches Kabarett macht, muss man aufpassen, dass man nicht zu, ich sag mal, belehrend auftritt, das geht natürlich nicht.

Zukunftsaussichten

bonnFM: Aber das hört sich ja schon mal spannend an. Das heißt, du bist jetzt so, was dein – du bist ja jetzt noch jung – was deine berufliche Ausrichtung betrifft, bist du da also auch noch offen. Das heißt, Regie würde dich auch interessieren…?

Paschke: Genau, Regie, Schauspiel, Kabarett auch schreiben – das sind alles schöne Sachen. Ich hab’ immer Angst, dass ich mich irgendwann entscheiden muss, weil bis jetzt wüsste ich noch nicht wofür. Ich finde alles schön.

bonnFM: Dann kommen wir dazu: Wir alle sind Studenten. (lachen) Wie sieht’s damit aus? Also, steht Studium auch irgendwo auf dem Plan oder erst mal gar nicht?

Paschke: Erst mal gar nicht. Aber ich schließe es nicht aus. Ich werde, denke ich mal schon, irgendwann studieren. Aber ich weiß noch nicht was, ich weiß nicht wo, und auch nicht wann. Ich wollte auch nicht studieren, bevor ich 18 bin. Insofern, mindestens ein Jahr hab’ ich noch.

bonnFM: Kannst du vielleicht schon sagen, wo du dich so in zehn Jahren siehst?

Paschke: Ist ’ne schwierige Frage, ja. Ich glaube, bei dem, was ich genau jetzt mache. Also eben schreiben, Regie führen, auf der Bühne stehen, Theater und Kabarett. Alles was irgendwie mit der Bühne zu tun hat. Das wär’ mein Wunsch zumindest. Ich hoffe, dass das klappt.

bonnFM: Da hoffen wir, dass es für dich auch so klappt, wie du es dir vorstellst.

Paschke: Danke.

Die Programmankündigung von „Ein bunter Pott Püree“ und weitere Termine findet ihr hier.

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