Nichts als die Wahrheit

Die Band Sober Truth steht seit sieben Jahren und nach über 170 Konzerten noch immer für eine vielseitige Mischung aus Doom Metal, Hardcore und Death Metal. Im „Heavy Tuesday“ sprach bonnFM mit Torsten (Gitarre / Gesang) und Martin (Gitarre) über Bandgeschichte, neue Mitglieder und ein neues Album.

bonnFM: Erstmal Herzlich Willkommen bei bonnFM. Wir freuen uns sehr, dass ihr hier seid. Vielleicht wollt ihr Eure Band erstmal vorstellen, ihr seid ja nur zu zweit hier im Studio. Wer gehört alles zu Sober Truth?

Torsten: Das ist der Martin, der Tobi, der Sami und ich, der Torsten. Wir kommen aus Bonn und machen ne Portion Heavy Metal, Trash und geben auf die Mütze.

bonnFM: Man wird ja immer gefragt: „Was macht ihr denn so für Musik?“ Schubladendenken ist ja gerade im Metal-Bereich ein bisschen schwierig, weil die Musik oft ein Mix ist. Wie ordnet Ihr euch da ein?

Torsten: Wir machen erstmal alle Schubladen auf und man kann uns reinstecken wo man will. Hauptsache, die Leute kommen und es gefällt ihnen. „Sober Truth“ ist halt nix für ne Schublade, ist aber auch in der Ecke Metal zu finden. Wir spielen ja Musik mit allen Elementen drin.

bonnFM: 2011 habt ihr auf der Bonner „Rheinkultur“ die Bühne gerockt, seid Ihr auch auf dem neuen Festival „Rockaue“ mit dabei?

Torsten: Erstmal super, dass das ja weiter geht, auch unter einem anderen Namen. Die „Rheinkultur“ haben wir schon vermisst. Wir sind ja eine der Bands, die auf der letzten Rheinkultur gespielt haben. Grandios, in 2011. Wir haben uns einfach mal locker beworben für „Rockaue“ und hoffen auch dabei sein zu dürfen. Wir finden es toll, dass in Bonn wieder was passiert.

bonnFM: Ich habe von einigen Bands gehört, dass die unglücklich sind und das Gefühl haben ausgebeutet zu werden, statt gefördert. Ihr seht das aber positiv?

Torsten: Wir sind jetzt schon ein bisschen älter und länger im Underground-Geschäft. Uns gibt es schon seit sieben Jahren. Wir machen auch schon länger Musik. „Ausgenutzt“, da kann ich jetzt nicht viel zu sagen. Man bewirbt sich halt auf die Festivals, es ist toll, dass es gemacht wird. Alle Bands kann man nicht spielen lassen, jeder kämpft um seinen Platz. Die Förderung in Bonn ist sehr dürftig, das stimmt schon. Ich weiß aber nicht, wie es in anderen Städten ist. Wahrscheinlich eher auch nicht. Das ist schon ein Kampf im Underground.

bonnFM: Im September seid Ihr beim „Cologne Metal Festival“ mit dabei. Wie wichtig sind Euch solche lokalen Veranstaltungen? Spielt Ihr gerne in der Region oder zieht es Euch auch mal in die Ferne?

Torsten: Bei der Gründung 2007 haben wir uns ganz klar gesagt, die Devise heißt: „Live, so oft es geht.“ Das haben wir auch schon bis zur Übertreibungsspitze getan. Wir haben schon weit an die 180 Gigs auf dem Buckel in den sieben Jahren und spielen sehr gerne Club-Gigs. Wir legen jetzt Wert auf die Festivals, weil wir halt ein Liveband sind und live kommen wir halt richtig gut rüber. Das ist ja auch keine Lokal-Veranstaltung, das Cologne Metal Festival, da kommen ja 300, 400 Leute hin. Vielleicht sieht man sich da auch mal, liebe Radiohörer?

bonnFM: Ihr macht ja jetzt schon ziemlich lange Musik zusammen. Was motiviert euch immer wieder weiter zu machen?

Torsten: Die Motivation ist die Band, das Feuer und die Leidenschaft. Wie gesagt, wir machen das teilweise schon sehr lange. Es ist einfach der Spaß an der Sache. Ich glaube wenn man aufhören würde, würde echt ein Teil fehlen. Es geht gar nicht mehr ohne.

bonnFM: Von der Musik alleine könnt Ihr leider noch nicht leben. Wie schafft Ihr es, die Band und Eure Jobs unter einen Hut zu bekommen?

Torsten: Das ist in der Tat zeitlich oft schwierig, weil wir unter der Woche proben und am Wochenende raus fahren. Dann ist das Wochenende weg. Das ist manchmal auch ein Dahinschleppen in den Job. Aber wir bieten überall 100 Prozent!

bonnFM: 100% können wir auch erwarten von Eurer neuen EP: „New Slavery World“. Auf was müssen sich die Fans da gefasst machen?

Torsten: Wir haben jetzt einen bandinternen Mitglieder-Wechsel gehabt. Wir hatten ein schreckliches 2013 für die Band und haben zwei neue Leute dabei. Da haben wir uns gedacht: Wir schießen erstmal ne EP raus. Die soll „New Slavery World“ heißen, da kommen fünf Stücke drauf und die haben wir jetzt im Big Easy Studio in Hofe, das ist hinter Hennef, eingezimmert. Ist richtig gut geworden das Teil und da kommt halt wieder dieser Sober-Style raus, ein bisschen weitergeführt. Im Januar/Februar 2015 stehen wir für das vierte Album im Studio.

bonnFM: Wer sind die Neuen in der Band?

Torsten: Ich hätte gern, dass der Martin etwas sagt.

Martin: Ich bin der neue Solo- und Rhythmusgitarrist. Ich bin seit letztem Jahr November dabei. Für mich ist das so ein Traum auf die große Bühne zu kommen und Rockstar zu sein.

bonnFM: Wie habt Ihr zueinander gefunden?

Martin: Ich hatte damals eine Band, das ist dann in die Brüche gegangen. Und dann hab ich einfach ganz popelig über Facebook einen Aufruf gestartet, dass ich eine neue Band suche. Daraufhin hat sich Torsten gemeldet, ich glaube eine Stunde später schon. Ich habe mir das dann einige Zeit durch den Kopf gehen lassen, weil ich voll dahinter stehe, wenn ich einmal in einer Band bin. Ein knappes Vierteljahr später habe ich dann gesagt: Ich steige auf jeden Fall ein und seitdem bin ich sehr happy, kann mich austoben und eigene Songs schreiben.

Torsten: Wir haben eine Menge Spaß!

Martin: Auf jeden Fall! Macht super viel Spaß. Ich bin sehr froh darüber, ein Teil von „Sober Truth“ zu sein.

bonnFm: Wir hören jetzt noch rein in „New Slavery World“. Vielen Dank, dass Ihr hier wart.

Torsten: Wir danken Euch!