Saphirblau: Laura Berlin

Noch vor der Premiere am 12. August 2014 in Köln sprach bonnFM mit Laura Berlin über ihre Rolle, Zeitreisen und ihre Model-Karriere.

bonnFM: Was gefällt Dir gut an der Edelsteintrilogie und an Deiner Rolle als Charlotte?

Laura Berlin: Natürlich das Thema Zeitreisen, weil ich auch so ein „Geschichtsfreak“ bin und mir oft vorgestellt habe, was man alles unternehmen könnte, wenn man wirklich in der Zeit reisen könnte. Leider erfährt Charlotte an ihrem 16. Geburtstag dann ja, dass sie nicht die Auserwählte ist und in der Zeit springen kann. Und ich habe wirklich die Regisseure Katharina Schöde und Felix Fuchssteiner angebettelt, dass sie vielleicht nur eine kleine Zeitreise für Charlotte ins Drehbuch einbauen. Das hat leider nicht geklappt, schade. Ich spiele Charlotte trotzdem total gerne. Als junge Frau hat man auch nicht so oft die Gelegenheit eine solche Rolle zu spielen, oftmals ist man nur das nette Mädchen von nebenan. Charlotte ist nicht einfach nur böse, fies und zickig, sondern sie hat ja einen Grund, warum sie so geworden ist und das herauszufinden, das zu spielen, das hat mir sehr viel Spaß gemacht.

bonnFM: Hast Du dich speziell auf die Rolle der Charlotte beworben oder wie kam es zur Mitarbeit am Film?

Laura Berlin: Ich habe im Netz davon gelesen, dass die Bücher verfilmt werden sollen und meine Agentin drauf angesetzt, sich mal zu erkundigen. Und dann hat sich das so entwickelt, dass ich für Charlotte und für Gwen vorsprechen konnte, aber ich habe schon beim Spielen gemerkt, dass ich nicht Gwen bin.

bonnFM: Hast Du einen Lieblingscharakter?

Laura Berlin: Abgesehen von Charlotte: Katharina Thalbachs Interpretation von Tante Maddy. Den Grafen, weil er den Bösen darstellt, das finde ich immer ganz interessant und unsere Helden, Gwen und Gideon, sowieso.

bonnFM: Da Du dich für Geschichte interessierst, in welche Zeit würdest Du denn am liebsten reisen, wenn Zeitreisen möglich wären?

Laura Berlin: Die großen historischen Momente der Geschichte interessieren mich natürlich, aber ganz besonders die Alltagsgeschichte, wie die Menschen damals dachten und fühlten und wie sie gelebt haben. Um das wirklich zu erleben und nicht nur im Geschichtsbuch nachzulesen, da wäre es mir eigentlich egal, in welche Zeit es mich verschlägt, aber wenn es irgendwo im Mittelalter wäre, dann wäre ich ganz besonders happy.

bonnFM: Wie hast Du dich auf deine Rolle vorbereitet? Du musstest ja in „Saphirblau“ dieses Mal vor allem auch Gwendolyn in Tanzen und Etikette unterrichten.

Laura Berlin: Schon in „Rubinrot“ hatten wir eine sehr intensive Probenzeit, um unsere Figuren besser kennenzulernen und für diesen Teil stand ganz besonders das Menuett-Tanzen im Vordergrund. Ich mag diesen Tanz unheimlich, weil er sehr zart ist und gleichzeitig auch sehr fröhlich sein kann und so viel in einem auslöst. Das habe ich beim Tanztraining sehr genossen.

bonnFM: Konntest Du denn schon vorher tanzen?

Laura Berlin: Ich hatte Balletbasic-Unterricht, aber da hört es auch schon auf.

bonnFM: Hast Du eine Lieblingsszene im Film?

Laura Berlin: Ich sehe ihn ja heute auf der Weltpremiere zum ersten Mal, daher kann ich nur für meine Figur sprechen und das war wirklich das ganze Tanztraining, wo Charlotte Gwen vermittelt, wie ihr Leben ab jetzt aussehen wird.

bonnFM: Du bist ja auch Model, wie kam es dann zur Schauspielerei?

Laura Berlin: Das Modeln habe ich eher neben der Schule gemacht, da konnte ich auch viel reisen, aber ich wusste, dass das keine Zukunft für mich hat. Mir gefiel da schon das Spiel mit der Kamera, aber ich wollte wirklich gefordert werden. Ich bin dann einfach zu einem Filmcasting gegangen, habe die Rolle gekriegt und bin dann quasi so ins Schauspielern rein gerutscht. Ich habe gemerkt: Aha, da kann es einen hinführen, das ist alles so möglich und jetzt kann ich es mir gar nicht anders mehr vorstellen.

bonnFM: Wie unterscheidet sich das Modelbusinnes vom Filmbusiness? Ich selbst kenne das Modelbusiness auch nur aus „Germanys Next Topmodel“.

Laura Berlin: Ich sage mal dazu, dass das wirkliche Leben nicht viel mit dem aus der Pro7-TV-Show gemein hat.  Man kann natürlich unheimlich viel reisen und interessante Leute kennen lernen, was einem auch viele Türen öffnen kann. Ich finde es aber schöner, dass man bei der Schauspielerei ganz anders und mehr gefordert wird und dass man als eigenständiger, selbst denkender und auch kreativer Mensch wahrgenommen wird. Und es ist viel familiärer beim Film. Beim Modeln kommt man an einem Tag hin, macht seinen Job , geht abends und vergisst sich ganz schnell wieder.

bonnFM: Das finde ich wirklich schön, dass sich alle kennen und alle so auf DU sind.

Laura Berlin: Ja und das ist wirklich so. Jeder hat mit jedem zu tun und die Leute von der Maske, dem Ton, Licht, Ausstattung, die Schauspieler, usw., die sind alle gleich wichtig. Auch derjenige, der nur eine kleine Aufgabe hat, wird ernst genommen, denn ohne ihn funktioniert es nicht und das finde ich einfach toll. Es ist einfach so ein lockerer Umgangston.

bonnFM: Du bist zwar noch nicht so lange dabei, aber ist das Filmbusiness ein hartes Business oder wie hast Du das bisher erlebt?

Laura Berlin: Es ist zum einen saisonbedingt, wie viele Castings reinflattern und zum anderen auch eine Typenfrage. Ich habe mich durch die Filme auch viel verändert, Haarfarben gewechselt usw. und dann kamen mal mehr mal weniger Anfragen. Das ist so eine Sache. Es ist schon schwer an Rollen zu kommen. Man darf dann einfach nicht verzweifeln, weil man möchte es ja so gerne und man kann nicht und das ist so ein fürchterliches Gefühl, aber man muss sich einfach jeden Tag neu motivieren und die Trockenzeit überstehen.

bonnFM: Deine Rolle in Rubinrot war ja Deine erste Kinorolle. Läuft es seitdem besser?

Laura Berlin: Ob es an der Kinorolle lag, kann ich gar nicht so genau sagen, aber ich habe doch mehr gedreht als das Jahr davor.

bonnFM: Du hast nun sogar die Hauptrolle in „Bella, meine allerschlimmste Freundin“ bekommen. Worum geht es da?

Laura Berlin: Die Jana, die ich spiele, die hat eine allerbeste Freundin und das ist die Puppe Bella. Jana hat sie als Kind geschenkt bekommen und Bella war immer eine Stütze für sie, weil Jana auch Halbwaise ist. Bella ist aber eine unheimlich extrovertierte und verrückte Person und Jana hat sich eher in die konservative Richtung entwickelt, sodass das dann irgendwann nicht mehr hin gehauen hat mit den beiden. Als Jana dann Mitte zwanzig heiraten will, lädt sie auch Bella zur Hochzeit ein und das endet dann natürlich in einem ziemlichen Trubel und stellt Janas Welt und die Beziehung zu ihrem Verlobten auf den Kopf. Es ist sehr derbe, aber auf eine lustige Art und Weise.

bonnFM: Also ist die Puppe Bella lebendig?

Laura Berlin: Genau, die ist später dann komplett animiert. Am Set hatten wir natürlich eine leblose Puppe oder eine, die sich bewegen konnte, und so einen grünen Dummy, der nun am PC zum Leben erweckt wird. Manchmal war auch gar nichts da, das war dann schon schwieriger. Wir hatten aber eine ganz tolle Sprecherin und dann war das Ganze wesentlich einfacher.

bonnFM: Worauf freust Du dich heute Abend bei der Weltpremiere am meisten?

Laura Berlin: Das Highlight ist natürlich immer die ganzen Buch- und Filmfans zu treffen, die Dir Fragen zum Dreh stellen und ganz aufgeregt sind. Für die machen wir das ja auch und ich bin ja auch selber ein totaler Bücherfan und mir wäre es total wichtig, dass mein Lieblingsbuch gut verfilmt wird und ich hoffe, wir stellen die Fans zufrieden. Das ist wirklich ein Herzenswunsch.

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