Saphirblau: Felix Fuchssteiner und Katharina Schöde

bonnFM: Wie unterscheidet sich „Saphirblau“ von „Rubinrot“, worauf lag der Fokus in diesem Film?

Felix Fuchssteiner: Es ist eben ein zweiter Teil und wir wollten nicht dasselbe wie im ersten Teil erzählen. Daher haben wir vieles anders gemacht: Es gibt mehr Zeitsprünge, mehr Effekte, mehr und auch andere Musik, die Kostüme sind bunter und schriller und …

Katharina Schöde: und vom Genre her lag der Fokus beim Drehbuchschreiben mehr auf der romantischen Liebesgeschichte. In „Rubinrot“ entdeckt ein Mädchen, dass sie etwas Besonderes ist, und in „Saphirblau“ geht es um die Liebe und Vertrauen. Es ist mehr eine romantische Komödie und nicht so sehr ein Märchen wie „Rubinrot“.

bonnFM: Bei „Rubinrot“ waren ja die Raben und der Schnee die größte Herausforderung.Was war es dieses Mal?

Katharina Schöde: Wir hatten dieses Mal ganz viele tolle Sachen: Feuer, Pferde, wenig Zeit, noch mehr Stunts, viele verschiedene Drehorte. Und so viele verschiedene Dinge in der kurzen Zeit miteinander zu kombinieren – das war wohl die größte Herausforderung.

bonnFM: Woher kam die Entscheidung, diesmal für den Film nicht nur Songs einer Künstlerin zu benutzen, sondern viele verschiedene, etwa von Nick Howard und den Backstreet Boys?

Felix Fuchssteiner: Wir wollten eine größere Bandbreite haben, über Hip Hop, den rockigen „Time Warp“ und Pop. Es sollte einfach ein großer bunter Strauß werden.

bonnFM: Wieso wurde es der „Time Warp“ und nicht „Memories“ wie im Buch?

Felix Fuchssteiner: „Memories“ ist kein Song, der Leute 1783 schockieren würde. Im Buch ist das zwar ganz lustig, wenn sie von den Katzen erzählt, aber das Lied selbst ist nicht filmisch. Katharina und ich waren dann auf dem Oktoberfest in München und im Bierzelt wurde dann der „Time Warp“ gespielt und wir dachten: Das ist er. Es knallt einfach mehr und deshalb ist der „Time Warp“ die richtige Wahl für die Szene.

Katharina Schöde: In der Szene soll Gwendolyn eindeutig aus der Rolle fallen und schockieren, und das Tolle ist, dass es zu dem Song auch noch einen Tanz gibt, der alle mitreißt.

bonnFM: Und woher kam denn dann die Entscheidung, eine Sexszene einzubauen, die im Buch nicht vorkommt?

Felix Fuchssteiner: Klar kommt das auch im Buch vor. Es wird immer von „Cousine Sofa“ geredet und jeder, der zwischen den Zeilen lesen kann, weiß, was gemeint ist. Es ist halt eine Liebesgeschichte und ob man das nun verschämt zwischen den Zeilen liest oder es im Film zeigt – letztendlich war es nichts Neues.

Katharina Schöde: Ich denke einfach, das ist der konsequente nächste Schritt in Gwens und Gideons Beziehung und deshalb passt es.

bonnFM: Es wurden zwei große Ereignisse aus „Smaragdgrün“ schon vorgezogen. Wieso?

Katharina Schöde: Dramaturgisch ist beim zweiten Teil einfach das Problem, dass man keinen richtigen Anfang und kein richtiges Ende hat und da haben wir nach Dingen gesucht, die wir zu Ende erzählen können. „Das Geheimnis um Gwens Geburt“ war ein großer Faktor und die Geschichte mit Leslie, wie sie nach dem Chronographen sucht. Das rundet die Sache einfach gut ab. Und es schadet nicht, aus dem dritten Teil schon etwas voraus zu nehmen, weil die Konfrontation mit dem Grafen ein großes Finale abgeben wird.

bonnFM: Wobei kam es Euch beim Entwurf von Xermerius besonders an?

Felix Fuchssteiner: Es musste eine Figur werden, die alles kann, was Xemerius kann. Dazu braucht er einen Daumen oder Flügel, Dinge, die ein Tier nicht unbedingt hat. Mit Jürgen Schopper, der für die Visual Effects verantwortlich war, haben wir uns zusammengesetzt und geredet und er hat dabei gemalt. Wir haben ausprobiert, wie Xemerius mit Luchsohren aussieht oder wie andere Elemente von ganz vielen verschiedenen Wesen zu ihm passen. Nach und nach haben wir uns an Xemerius heran getastet.

Katharina Schöde: Xemerius ist ja ein Freund für Gwen und wir wollten, dass die Zuschauer ihn mögen und deshalb ist er letztendlich auch sehr niedlich geworden.

bonnFM: War Rufus Beck die erste Wahl oder wie kam es zur Zusammenarbeit?

Felix Fuchssteiner: Nee, also eigentlich wollten wir ihn gar nicht, mussten dann aber (lacht).

Katharina Schöde: Natürlich war er erste Wahl. Wer Rufus Beck bei so etwas nicht als erstes auf dem Schirm hat, der versteht sein Business, glaube ich, nicht.

bonnFM: Habt ihr Kerstin Giers neue Reihe „Silber“ schon gelesen und auch Interesse, diese vielleicht noch zu verfilmen nach „Smaragdgrün“?

Katharina Schöde: Wir haben es nicht gelesen und wir konzentrieren uns jetzt auf die Edelsteintrilogie. Da steckt unser Herzblut drin und dann so etwas zu wiederholen, wäre dann nicht mehr die Trilogie.

bonnFM: Diesmal werdet Ihr ja auch beide als Regisseure genannt – aber auch an Produktion und Drehbuch seid Ihr beteiligt. Was mag jeder von Euch am liebsten? Wie teilt Ihr auf, wer für was zuständig ist?

Felix Fuchssteiner: Katharina und ich machen ja schon ganz lange gemeinsam Filme und immer in unterschiedlichen Konstellationen. Mal schreibe ich am Drehbuch mit, mal schreibt es nur Katharina und klar gibt es immer Sachen, die dem einen mehr liegen als dem anderen.

Katharina Schöde: Es ist so, dass Felix mehr die ganzen VFX-Sachen und die Effekte und digitale Entwicklung von Xemerius betreut hat und auch die Musik ausgesucht hat. Ich habe mich dann mehr mit den Dialogen und mit den Schauspielern beschäftigt, weil ich mehr geschrieben habe. Und auch bei den Kostümen habe ich mich mehr eingebracht, weil das auch eine Leidenschaft von mir ist und deshalb ich es einfach toll finde, dass wir eine Zeitreisegeschichte machen können.

bonnFM: Was waren Eure Highlights der Kinotour im letzten Jahr?

Felix Fuchssteiner: Es gibt kein einziges Highlight. Es ist eher so die Masse an Leuten, die kommen und dann zu sehen, wie viel ihnen dieser Film bedeutet, das ist toll. Ich hoffe, das ist dieses Mal wieder so.

Katharina Schöde: Letztes Mal kamen auch Leute in den Kostümen der verschiedenen Jahrhunderte. Das war wirklich toll, wenn das Ganze wirklich zu so einem richtigen Event wird.

bonnFM: Abschließend – habt Ihr eine Lieblingsszene in „Saphirblau“?

Katharina Schöde: Es ist jeden Tag eine andere. Für heute habe ich mich noch nicht entschieden.

Felix Fuchssteiner: Die Geschichte mit dem Großvater ist sehr schön, aber eigentlich ist meine klare Lieblingsszene, wenn Gwendolyn auf dem Dach sitzt und Xemerius sie tröstet und dann kommt Mr. Bernhard und… Ihr werdet es im Kino sehen!