Suff Daddy: Colognetown Chill

Suff Daddy ist jedem, der sich in Deutschland mit Beats und Hip-Hopinstrumentals beschäftigt, ein Begriff. Jetzt tourt er nach vier Jahren Pause mit seiner neuen Platte „Birdsongs“ durch das deutschsprachige Europa und verbreitet seine Vibes. bonnFM hat ihn vor seinem Gig im YUCA für euch interviewt.

Bild: Robert Winter

Bild: Robert Winter

bonnFM: Hi Suff! Einstiegsfrage: Was verbindest du mit Bonn?

Suff Daddy: Retrogott, der kommt aus Bad Honnef. Sylabil Spill und… Xatar.

bonnFM: Zur Location – Du spielst heute im YUCA in Köln, hast du dazu einen Bezug?

Suff Daddy: Auf jeden Fall, wir haben hier schon oft gespielt. Nebenan im CBE auch schon, für Radio Love Love. Hört euch alle Radio Love Love an!

bonnFM: Was hast du eigentlich das letzte halbe Jahr gemacht?

Suff Daddy: Die letzten drei Monate habe ich mich auf das Live-Set vorbereitet. Das halbe Jahr davor hab ich gar nichts gemacht. Nur mit Freundin und Hund gechillt und das Leben genossen. Nichts gemacht heißt: Aufgelegt, aber nichts produziert – hab ja schon das Album rausgehauen – war schon ein super geiles Jahr.

bonnFM: Sind deswegen in den letzten Jahren viel weniger Tracks von dir rausgekommen?

Suff Daddy: Ja, ich lebe viel vor mich hin, lege mehr auf. Das hat mir dann einfach mehr Spaß gemacht. Außerdem war das letzte Album eine Doppelvinyl mit 28 Tracks und ich wollte diesmal eine einfache LP machen. Und meine Arrangements sind auch länger. Jetzt hab ich wirklich alle Gründe aufgezählt.

bonnFM: Heißt das, du hast dich musikalisch weiterentwickelt?

Suff Daddy: Find ich schon. Früher hab ich nur loopige Beats mit geiler Bassline gebaut. Heute ist das musikalischer, eben mehr Arrangements und ich spiel auch viel mehr früher als vorher.

„Früher war ich immer super besoffen auf jedem Scheiß-Gig“

bonnFM: Was sind deine Pläne für 2017?

Suff Daddy: Ein BettyFordBoys-Album und etwas mit ’ner Band (Lunchbirds, Amn. d. Red.) aufnehmen. Ansonsten DJ-Sets und chillen.

bonnFM: Was für Musik inspiriert dich?

Suff Daddy: Früher natürlich Dilla, heute finde ich MNDSGN (funkiger 80s-Sound, Amn. d. Red.) krass.

bonnFM: Wieviel Suff ist eigentlich noch in Suff Daddy?

Suff Daddy: Früher war ich immer super besoffen auf jedem Scheiß-Gig. Meine Freundin meinte immer nur:“Das ist so unprofessionell.“ Mittlerweile lass ich das harte aber mittlerweile weg, ich geh auf die 40 zu, bin ein bisschen erwachsener geworden.

bonnFM: Zum ersten Mal mit ner Band unterwegs, was ist anders?

Suff Daddy: Alles ist anders, wenn ich einfach aufgelegt habe wollte ich immer mega auf die Kacke hauen, das jetzt ist viel jazziger. Improvisieren zu können macht trotz festem Set richtig Spaß, es geht manchmal etwas schief. Gerade die Tour begeistert mich schon sehr.

bonnFM: Du hast ein Jahr in Australien gelebt, war das ein Ausstieg?

Suff Daddy: Nein, meine Freundin hatte ein Jobangebot und ich dachte: Als Musiker kann ich überall Musik produzieren – dann habe ich aber gemerkt, dass kann ich das unten gar nicht so gut machen wie hier und es eigentlich scheiße in Australien ist. Und dann sind wir wieder nach Berlin gegangen.

bonnFM: Was sagst du zu neuerem deutschen HipHop/Rap?

Suff Daddy: Ich feier neue Entwicklungen. Ich höre es zwar privat gar nicht, aber ich würde mir lieber den ganzen Tag Cloudrap anhören, als hängengebliebene 90er-Jahre Leute, die den Wandel nicht verarbeitet haben.

Bild: Robert Winter

Bild: Robert Winter

Suff Daddy& the Lunch Birds spielen anschließend im YUCA ein jazziges Set. Nicht alles läuft beim ersten Mal, aber ein Lied erst im dritten Anlauf funktionieren zu hören, hat auch seinen Charme. Hier werden Beats und komplexe Arrangements live gebaut. Und zwar, weil Suff Daddy möchte, nicht weil er muss.

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