Admiral Fallow – Tiny Rewards

Admiral Fallow aus Schottland haben in den letzten Monaten einen neuen Weg eingeschlagen, an dessen Ende vorerst das am 07. August erscheinende Album „Tiny Rewards“ steht. Trotz bereits zwei veröffentlichten Alben (die sich sehen lassen können!) bleiben sie auch bei ihrem Drittling bescheiden. Nicht bei der musikalischen Leistung, sondern bei dem was sie sich davon erhoffen: Tiny Rewards – also nur eine kleine Belohnung? Ob es auch 2015 bei einer kleinen Belohnung bleibt oder Admiral Fallow endlich die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdient hätten wird sich zeigen. Zum Beispiel am 21. Juli in Köln im Yuca.

Wiedererkennungswert trotz neuer Wege

Wäre da nicht der markante Gesang von Louis Abbot und Sarah Hayes, dann würde man Admiral Fallow auf ihrem neuen Album „Tiny Rewards“ nicht sofort wiedererkennen. Für ihr mittlerweile drittes Album haben sich die fünf Schotten auf neue Pfade gewagt. Erstmals hat die Band gemeinsam die Songs erarbeitet, zunächst instrumental experimentiert, später die Texte hinzugefügt und so den kompletten Songwritingprozess für sich neu erfunden. Herausgekommen ist ein vielschichtiges Album, dass vielfach auch auf Keyboards und Synthesizern entstand und trotzdem spätestens zur Mitte des Albums dann doch deutliche Züge alter Admiral Fallow-Manier aufweist. Glücklicherweise, denn wer „Boots Met My Face“ (2011) und „Tree Bursts In Snow“ (2012) kennt, möchte diese Musik nie mehr missen.

Liebe zum Detail

Und so wurde das drei Jahre lange Warten auf mehr von dieser Musik nicht enttäuscht. Die Belohnung dafür besteht aus viel Liebe zum Detail. Überall sind kleine Feinheiten zu entdecken, die manchmal auch erst nach mehrfachem Hören an die Oberfläche treten. Ebenfalls Belohnung für das jahrelange Warten sind die ausgedehnten Teile des zweistimmigen Gesangs von Louis und Sarah. Louis übernimmt nach wie vor den Leadgesang, während Sarah weiterhin Harmonien mit ihrer klaren hohen Stimme dazusetzt, die teils dominant nach vorne drängen, teils melodiös im Hintergrund verschwinden und ab und an auch ganz alleine über den Bandklängen verweilen. Besonders Hörenswert ist dieses Zusammenspiel der beiden Sänger in „Salt“.

Und wie werden Admiral Fallow belohnt? „Tiny Rewards“ nennen sie ihr neues Album bescheiden. In „Liquor and Milk“ sind die kleinen Belohnungen das Beste auf das sie hoffen. Sind Admiral Fallow nach jahrelangem Musizieren ohne den großen Durchbruch und vor allem ohne finanzielle Sicherheit allein durch die Musik desillusioniert vom Musikgeschäft? Vielleicht.

Fünf Freunde – Eine Band

Gegründet haben sich Admiral Fallow 2007 in Glasgow. Fünf Freunde und Musikstudenten, die nach vier Jahren gemeinsamen Musizierens ihr Debütalbum veröffentlichen und ein Jahr später das zweite direkt dranhängen. Admiral Fallow, das sind Louis, Sarah, Phil, Joe und Kevin, der einzige der auch tatsächlich aus Glasgow stammt. Etliche Konzerte haben sie bereits gemeinsam bestritten, zwischen 2009 und 2012 fast ununterbrochen. Kein Wunder, dass nach diesem Marathon eine längere Schaffenspause anstand. Zwischenzeitlich haben sie Musik für Kurzfilme geschrieben und ihre eigenen Lieder für eine Kollaboration mit dem Royal Scottish National Orchestra umarrangiert. An neuen Aufgaben wächst man bekanntlich, so auch Admiral Fallow.

Musik zum Wohlfühlen

Diesem Wachsen und Reifen haben Admiral Fallow ihr neues Album „Tiny Rewards“ zu verdanken. Trotz der neuen Prozesse und Veränderungen in der Albumentstehung ist Admiral Fallow erneut eins dieser wertvollen Alben gelungen, das egal in welchem Chaos der großen weiten Welt man sich gerade befindet, einen zum Lächeln bringt, das Chaos vergessen lässt und in einen Schwall von Geborgenheit eintaucht. Kann Musik wirklich alles gut machen? Admiral Fallow können das. Und wer diesen Kitsch-Phrasen gerade nicht traut, sollte sich einfach selbst davon überzeugen, dass es keineswegs nur leere Phrasen sind.