Als Musik noch richtig gross war

Drei Jahre ist es her, seit sein letztes Album „SOS- Save Olli Schulz“ veröffentlicht wurde. Jetzt ist er zurück, mit neuem Album und neuer Single. Olli Schulz feiert mit „Feelings aus der Asche“ ein Comeback, das eigentlich gar keins ist.

In der letzten Zeit schien es erstaunlich ruhig um Multitalent Olli Schulz. Zuletzt sah man ihn in sämtlichen TV-Formaten, unter anderem in der Pro7 Show „Circus Halligalli“ mit Joko und Klaas und seiner eigenen Show „Schulz in the Box“. Dort wurde er in eine Kiste gesteckt und an die verschiedensten Orte innerhalb und außerhalb Deutschlands geschickt. In der neuen Situation mit den wildfremden Menschen musste er sich dann erst einmal zurecht finden. Sei es als „Host-Boy“ in Tokio oder in der Jugendvollzugsanstalt in Hannover. Trotz relativ hoher Einschaltquoten beschloss er, die Sendung vorerst nicht weiter zu führen. Er wollte auch wieder als Musiker ernst genommen werden, denn gerade das überwiegend junge „Circus Halligalli“ Publikum kennt Schulz nur als lustigen und schmerzfreien Spaßonkel von Joko und Klaas. Nun hat er beschlossen, sich wieder verstärkt seiner Musik zu widmen.

An prominenter Unterstützung fehlt es nicht

Von einem Comeback kann man aber nicht wirklich sprechen, er war ja nie ganz von der (musikalischen) Bildfläche verschwunden. Auch während seiner TV-Zeit hat er Musik gemacht. 2013 wurden zum Beispiel die Singles „Rangel-Song“ und „Verhaftet wegen sexy“ (mit Bernd Begemann) veröffentlicht. Den Songs ist aber anzumerken, dass sie nicht besonders ernst gemeint sind und eher dem Unterhaltungswert im TV dienen. Der „Rangel-Song“ ist beispielsweise in Zusammenarbeit mit Joko und Klaas entstanden, um das „Rangeln“, also das Raufen mit Freunden, wieder populär zu machen.

Sein mittlerweile sechstes Studioalbum kommt mit deutlich mehr Ernsthaftigkeit daher. Er drückt in den Songs seine echten und ehrlichen ‚Feelings‘ aus. Die Gedanken, die man sich als 40-jähriger über das Leben, die Liebe und die (eigene) Jugend macht. Trotzdem fehlt es dem Album nicht am typischen Olli-Schulz-Humor. Aufgenommen wurde es in den Berliner Hansastudios unter Produzent Moses Schneider, der auch für die Beatsteaks und Tocotronic arbeitet. Unterstützt wurde er durch Gisbert zu Knyphausen am Bass, Arne Augustin am Klavier/Keyboard und Ben Lauber am Schlagzeug.

Die erste Singleauskopplung des neuen Albums heißt „Phase“ und ist ein leichter, fröhlicher Song. Es geht um eine Frau, die aufgrund ihrer positiven Lebensenergie von vielen bewundert wird und auch ihn fasziniert, aber damit überfordert ist. „Sie ist grad’ in so ‘ner Phase und sie tanzt dabei so schön“, heißt es dort. Im Musikvideo dazu tanzt die ebenfalls durch „Circus Halligalli“ bekannte Palina Rojinski durchs Bild.

Neues Album – neuer Schulz?

Doch der Singer/Songwriter ist älter und reifer geworden, auch das möchte er mit dem Album zeigen. In „Als Musik noch richtig gross war“ heißt es: „Als Musik noch richtig gross war, lernte ich das Leben kennen / Die CDs sind verkratzt, das Vinyl ist verbogen und auch ich bin etwas lädiert.“ Auch wenn Musik jetzt vielleicht nicht mehr so groß ist wie damals, will Schulz mit dazu beitragen, dass sie wenigstens gut ist. „Ich find’ das ist einer der besten Songs, die ich je geschrieben habe“, sagt er selbst über den Song. Es soll eine Hymne auf die Liebe zur Musik sein.

Zehn neue Titel bietet das am 09.01.2015 erschienene „Feelings aus der Asche“. Dabei reicht das Spektrum von melancholisch und nachdenklich zu fröhlich und leicht, aber es wird zum Glück nie zu kitschig oder stumpf. Er bleibt sich und seiner Art also treu, etwas anderes hätte er auch gar nicht nötig gehabt. Gute Arbeit, Mr. Schulz.

 

Konzert-Tipp:
Olli Schulz & Band: Feelings aus der Asche Tour
30.03.2015, 20:30 Uhr, Live Music Hall Köln
Tickets: ab 29,30 Euro

Moderatorin

Sendet jeden Montag von 16 bis 18 Uhr.