Aller guten Dinge sind drei: “Glitterbug” klingt vielversprechend

Das bisher dritte Album der britischen Indierock Band The Wombats ist am 13. April 2015 erschienen und gilt als Garant für den ganz großen Durchbruch. “Glitterbug” wird bereits als vielversprechendes Hitalbum angesehen.

So fing alles an.

In Liverpool gegründet, verbringt die im Jahre 2003 gegründete Band seit ein paar Jahren sehr viel Zeit in Los Angeles, Kalifornien. Es ist eine Art zweite Heimat für das Trio geworden, die sie offensichtlich in hohem Maße zu musikalischer Kreativität inspiriert. Matthew Murphy und Dan Haggis stammen beide aus Liverpool, während Tord Øverland Knudsen gebürtiger Norweger ist. Sie lernten sich am Liverpool Institute for Performing Arts kennen, woraufhin sie sich zusammenschlossen und ihre Band – The Wombats – gründeten.

“Glitterbug”

Nachdem das erste Album nur in Japan seine Erfolge feiern konnte, kam letzten Monat nach einer eher längeren Vorbereitungszeit das dritte Album heraus. Doch Fans können sich mit Freude auf einen echten Ohrenschmaus gefasst machen. Denn das brandneue Album ist nicht nur gefüllt mit neuen Tracks, sondern enthält auch die ein oder andere Single, die einmal ins Gehör geht und dort wurmartig weiterläuft. Die bisher veröffentlichten Singles des Albums sind “Your Body is a Weapon”, “Greek Tragedy”, “Give Me A Try” und “Be Your Shadow”.

„We are very proud of it“

Stolz kann das Trio nun wirklich sein. Die Welttournee läuft seit Januar und endet im November; auf Festivalbühnen stehen sie diesen Sommer nebst einigen der renommiertesten Künstlern wie den Foo Fighters, Muse oder OneRepublic – es könnte das Jahr schlechthin für The Wombats werden. Die Aussichten auf eine Erfolgskarriere sind vielversprechend. Und das haben sie sich sehr wohl verdient.

Matthew Murphy steckt Herz und Seele in den Prozess des Songwritings. Auf der ewigen Suche nach dem perfekten Pop-Song gelingt es ihm mit elektronischen Einflüssen einen Twist in die Musik hineinzubringen, was die Songs weit mehr als gewöhnlich macht. Viele neue Eindrücke und die Tücken des Alltages beschweren – doch besonders schmerzvolle Erfahrungen bleiben im Gedächtnis und lassen sich in Form eines Songtextes wertvoll verarbeiten und außerdem andere daran teilhaben.

Ob nun Fernbeziehung, Schlaflosigkeit oder „summaries from driving down the highway in L.A.“ – an Inspiration scheint es nicht zu mangeln. Das Album hat mindestens einen Song für jede Stimmungslage dabei und versprüht eine sommerlich gute Laune. Zeitweise aufwühlend auf fast aggressive Weise, geben leicht melancholisch gestimmte Lieder ein gutes Gleichgewicht und wirken keineswegs kitschig oder überflüssig. “Isabel” klingt etwa nach einer tiefgründigen Reise down the memory lane – sehr persönlich. Man könnte fast eine zarte Liebeserklärung heraushören, und da wird die Träumerei auch schon mit rockigem Kontrast schlagartig herumgerissen. Mit “Your Body is a Weapon” „you get smashed in the face“ – natürlich nur im wörtlichen Sinne, wobei Zeilen wie „it rips me up inside“ für ordentliches Gefühlschaos sorgen.

Ein Song, der sich zweifellos als der rockige Klassiker der CD herausfiltern lässt ist “The English Summer”. Da macht das Zuhören richtig Lust und Laune auf warme Sommertage. Nicht immer lässt sich der ideale Songtitel auf Anhieb finden. “Pink Lemonade” ist ein gutes Beispiel dafür, dass die kreativen Köpfe manchmal auf die absonderlichsten Dinge zurückgreifen. Hier war der Funke für den Titel durch eine Salamischeibe gesprungen, die in einem entscheidenden Moment sehr pink aussah. Funky stuff.

Der Mix macht´s aus.

An außergewöhnlichen Passagen oder Melodien harpert es nicht. Ein mancher Akkord scheint teils nach dem ersten Anhören bekannt und erinnert im Instrumentalbereich an eine andere Liedmelodie, die vielleicht vor einiger Zeit in den Charts ihre Runde drehte. Doch das macht nichts, denn genau diese Mischung und jene Zuordnung erhöht das Diversitätspotenzial der Band und somit des Publikums außerordentlich. Außerdem steigt der Wiedererkennungswert mit jedem Hören und ist ein wirklicher Genuss für den Gehörsinn. Ein durchaus weiterzuempfehlendes Album für jeden, der gerne ein Ohr offen hält für Neues.

bonnFM-Redaktion

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