Drachenzähmen leicht gemacht 2

Es kommt leider viel zu oft vor, dass die Fortsetzungen zu erfolgreichen Filmen nicht an das anknüpfen können, was den ersten Teil so besonders gemacht hat. Vor allem bei einer geplanten Trilogie fällt der Mittelteil häufig enttäuschend aus. Dass es auch anders geht, beweist Regisseur Dean DeBlois im zweiten Teil des Dreamworks-Animationshits „Drachenzähmen leicht gemacht“. Seit dem 24. Juli 2014 ist der Film in den deutschen Kinos zu sehen.

In fünf Jahren kann sich viel verändern… So auch in dem kleinen Wikingerdorf Berk. Fünf Jahre sind vergangen, seit sich der junge Wikinger Hicks mit dem verletzten Drachen Ohnezahn angefreundet hat. Ihre Freundschaft hat das Leben in Berk nachhaltig verändert, denn inzwischen leben die Einwohner Seite an Seite mit den feuerspeienden Wesen. Hicks verbringt seine Zeit allerdings noch immer am liebsten damit, sich mit Ohnezahn in die Lüfte zu schwingen und die Gegend zu erkunden. Bei einem dieser Ausflüge kommen die beiden dem Drachenfänger Eret und dem machthungrigen Drago Blutfaust auf die Schliche, der den Frieden zwischen Menschen und Drachen bedroht. Nur die geheimnisvolle Drachenreiterin Valka stellt sich ihm entgegen. Um die ihnen ans Herz gewachsenen Drachen zu schützen, mischen sich jedoch bald auch Hicks und seine Freunde in den Konflikt ein…

Von wegen „Kinderfilm“!

Dass die Handlung ganze fünf Jahre nach dem ersten Teil einsetzt, ist entscheidend für den deutlich ernsteren Grundton des gesamten Films. Denn die im ersten Teil noch jugendlichen Protagonisten sehen sich nun mit den Pflichten des Erwachsenwerdens konfrontiert. So muss sich Hicks zum einen mit dem Gedanken anfreunden, als zukünftiger Häuptling Verantwortung für ganz Berk zu übernehmen, zum anderen wird er durch die Begegnung mit Valka auch noch mit den familiären Problemen der Vergangenheit konfrontiert. Und dann ist da natürlich auch noch Drago Blutfaust, der Drachen und Wikinger gleichermaßen unterwerfen will. Die Auseinandersetzungen zwischen ihm und den Drachenreitern sind durchweg spannend und eindrucksvoll inszeniert. Allerdings sorgt gerade die düstere Gestaltung dieser Szenen dafür, dass der Film für das ganz junge Kinopublikum eher weniger geeignet ist.

Rundum packendes 3D-Erlebniskino

Nichtsdestotrotz oder vielleicht auch gerade deswegen ist „Drachenzähmen leicht gemacht 2“ über weite Strecken ein (nicht nur) visuell beeindruckendes Fantasy-Spektakel. Die bereits im Voraus veröffentlichte Anfangssequenz, in der Hicks’ noch aus Teil 1 bekannte Freunde sich ein halsbrecherisches Drachenrennen liefern, schlägt mit den temporeichen und farbenfrohen Animationen und dem leichtfüßigen Humor einen gelungenen Bogen zum ersten Film. Im Anschluss daran folgen noch einige gemeinsame Flüge von Hicks und Ohnezahn, bei denen Regisseur und Drehbuchautor Dean DeBlois ein 3D-Erlebnis vom Feinsten abliefert.

Sobald Drago Blutfaust in die Handlung eingreift, wird die visuelle Gestaltung dann jedoch entsprechend düsterer. Dadurch ergibt sich ein sehr abwechslungsreiches Gesamtbild, dem die mit einigen überraschenden Wendungen auftrumpfende Handlung in nichts nachsteht. Begleitet wird das Ganze auch dieses Mal wieder von der eingängigen Filmmusik aus der Feder von John Powell. „Drachenzähmen leicht gemacht 2“ ist eine rundum gelungene Fortsetzung, die einen unerwartet ernsten Ton anschlägt, dabei die gewohnten Qualitäten jedoch nie aus dem Auge verliert. Der Film ist – wie schon der erste Teil – ein Loblied auf eine ungewöhnliche Freundschaft und auch wenn er von der Handlung her nicht ganz so überragend ist wie sein Vorgänger, macht er auf jeden Fall neugierig auf den Abschluss der Trilogie.

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