Star Wars minus Lichtschwerter gleich Rogue One

Und die Gleichung geht auf. Am 15.12 ist mit „Rogue One“ der zweite Star Wars Film von Disney in die Kinos gekommen und weiß mit grandiosen special effects und gutem Cast zu überzeugen.

„Rogue One“ erzählt die Geschichte um Jyn Erso (Felicity Jones), die von den Rebellen angeheuert wird, um ihnen zu helfen. Zusammen mit Cassian Andor (Diego Luna) begibt sie sich auf die waghalsige Mission, die Pläne des Todessterns ausfindig zu machen, um so dessen Schwachpunkt zu finden und ihn zu zerstören.
Zeitlich spielt „Rogue One“ damit zwischen „Episode III“ und „Episode IV“. Es ist der erste Star Wars Ableger den Disney seiner „Anthology Reihe“ zuordnet. Insgesamt sollen drei Star Wars Filme dieser Art erscheinen, welche einzelne Charaktere und Ereignisse im Star Wars-Universum näher beleuchten. So hebt sich die Handlung und Produktion von den anderen Episoden ab, indem diesmal keine Jedi und Sith im Vordergrund stehen. Der Fokus liegt diesmal stattdessen mehr auf dem „Wars“ in Star Wars. Diese Filmreihe wird übrigens zweijährig im Wechsel mit den Normalen Episoden erscheinen. Wir können uns also bis 2020 jedes Jahr auf einen neuen Star Wars Film freuen.

Star Wars funktioniert auch ohne Sith und Jedi

Eigentlich ist es ja schon ein gewagtes Experiment. Wenn wir an Star Wars denken, denken wir an epische Lichtschwertduelle, Jedi und Sith und an die Macht. Aber dass es auch (fast) ohne geht, beweist uns der Regisseur Gareth Edwards, denn insgesamt ist „Rogue One“ einfach ein rundes Ding geworden. Die Charaktere sind sympathisch und gut gecastet. Vor allem Felicity Jones zeigt als Hauptdarstellerin was sie kann. Dennoch waren die Charaktere nicht ganz so gut geschrieben wie in „Episode VII“. Die special effects sind wieder makellos und das Star Wars-Universum wird konsequent erweitert. Gareth Edwards hat natürlich alte Ideen von George Lucas übernommen, aber auch seine eigene Kreativität einfließen lassen und seine eigene Vorstellung von Star Wars in den Film integriert. So trifft man zwar auf den ein oder anderen alten Bekannten, entdeckt aber dafür auch immer wieder neue kreativ gestaltete Schauplätze und andere Neuerungen.

Bild: Jonathan Olley..©Lucasfilm 2016

Bild: Jonathan Olley..©Lucasfilm 2016

Wie schon bei „The Force Awakens“ wurde an vielen Stellen auf CGI verzichtet und stattdessen aufwendige Requisiten verwendet. Das sieht man dem fertigen Film auch an und wird nicht nur von Fans der Reihe wert geschätzt.
Im Gesamtbild gefällt mir „Rogue One“ besser als „Episode VII“, weil er eine komplett neue Geschichte erzählt und nicht einfach Altes im neuem Gewand präsentiert. Dennoch blieb die Gänsehaut, die ich vor einem Jahr hatte, als ich das erste mal seit Jahren den Original Score hörte und einen neuen Star Wars-Film sehen durfte aus. Apropos Score. „Rogue One“ ist der erste Star Wars-Film, in dem die Musik nicht von John Williams geschrieben wurde. Man hat diese Entscheidung bewusst getroffen, um den Film auch musikalisch von der normalen Star Wars-Reihe abzugrenzen. Das ich vermeintlich auf Gänsehautmomente gewartet habe, liegt allerdings vor allem an Disneys Entscheidung, ihre Star Wars-Filme im Jahrestakt zu veröffentlichen. Es ist einfach ein Unterschied, ob man zehn oder ein Jahr auf einen Film wartet.

Das Marvel Konzept

Bei all der Lobpreisung ist auch Disney ein Multi-Millionen-Konzern und will auch hier auf Nummer Sicher gehen. Ich habe langsam das Gefühl, das Marvel Prinzip setzt sich in Hollywood durch.
Hier ein frecher Witz, da ein kleiner Gag, eine Priese Querverweis auf andere Filme im gleichem Universum und nie zu viel Gewalt damit die ganze Familie den Film genießen kann, aber vor allem, damit Disney so viel Geld einnimmt wie möglich. Die Originaltrilogie hat sich noch komplett ernst genommen und brauchte keine zweitklassigen Jokes und coole Sprüche, um zum Klassiker zu werden.

Aber dennoch ist der Film großes Blockbusterkino und meine Kritik Jammern auf hohem Niveau. Star Wars Fans werden ohnehin zu hauf in die Kinos strömen, doch auch Star Wars Neulinge können mit „Rogue One“ erstklassiges Actionkino mit zugegeben Flacher Handlung genießen.

Aber wer braucht schon einen Tiefgründigen Plot, wenn man Laserpistolen, Raumschiffe und Darth Vader hat?

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