The Jesus And Mary Chain rocken Live Music Hall

Am vergangenen Dienstagabend gaben The Jesus And Mary Chain in der fast ausverkauften Live Music Hall eines ihrer lange erwarteten vier Konzerte in Deutschland. bonnFM war für euch auf dem Konzert und hat sich einen Eindruck verschafft.

Zerstrittene Brüder sind wieder vereint

Nach fast 20-jähriger Pause sind The Jesus and Mary Chain mit einer neuen Platte auf Tournee. „Damage an Joy“ heißt das Album und es grenzt an ein Wunder, dass es überhaupt entstanden ist. Die Brüder Jim und William Reed waren im Laufe ihrer Bandgeschichte oft verstritten und bekannt für Prügeleien im Studio und auf der Bühne. 1998 hatte sich die Stimmung untereinander so dermaßen vergiftet, dass sich die Band auflöste. Erst mit dem Spielen auf Festivals gab es 2007 wieder die ersten Annäherungsversuche der Brüder. Bekanntheit hatten die Schotten 1985 mit ihrem Debutalbum „Psychocandy“ erlangt. Auch das darauffolgende Album „Darklands“ galt Ende der 80er als Meilenstein für die Synth-Pop geprägte Szene.

Ein schlichtes Konzert mit großem Gitarrensound

Ein dicker Rauch zog sich am vergangenen Dienstagabend über die in blauen Farben getauchte Bühnen der Live Musik Hall. Der Schriftzug The Jesus an Mary Chain leuchtete in orangeroten Lettern von der Bühne. Das Publikum wirkte aus der Sicht eines Studenten älter, war jedoch nur einfach mit den Sängern mitgealtert. Umso mehr spürte man die Erleichterung über die Rückkehr der früheren Helden. Mit etwas Verspätung erschienen dann Jim und William Reed unter großem Beifall. Die wortkargen Schotten spielten neben den Songs vom neuen Album auch einige ihrer alten Hits wie „Some Candy Talking“ oder „April Skies“, die das Publikum dankend annahm. Auffällig zerbrechlich schlich Sänger Jim zu den Gitarrenriffs seines Bruders William über die Bühne. Die gute Akustik in der Halle sorgte für einen wirklich gelungen Sound und Auftritt der beiden.

Nach zwei Stunden war das Konzert beendet und die Brüder verschwanden – friedlich – wieder im Rauch. So wirklich rockig sein wollten die beiden nie, mit ihren neuen Album kommen sie dem aber sehr nahe. Richtig gerockt hat auch die Vorband mit ihrer Sängerin Laura Carbone. Die Künstlerin arbeitet an einen neuem Album und ist ein echter Geheimtipp.

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