Wissensbissen Folge 2: Quarks & Corona
Bild: bonnFM

Wissensbissen Folge 2: Quarks & Corona

Dingdong – Der neue Wissensbissen ist da. Heute schauen wir wie kernphysikalische Forschung für uns nützlich sein kann und Dr. Holger Janusch analysiert im Interview die Reaktion der USA auf die Coronakrise.

Anwendung der Kernphysik

Mit Kernphysik kommen wir im Alltag zum Beispiel in der Medizin in Berührung. Bei der Diagnose von Schilddrüsenkrebs wird ein Verfahren angewandt, bei dem Patient*innen radioaktives Material gespritzt wird. Wenn auf dem erstellten Bild der Schilddrüse kein radioaktives Material zu erkennen ist, kann das auf einen möglichen Krebs hindeuten. Professorin Dr. Annika Thiel vom Helmholtz-Institut für Strahlen- und Kernphysik in Bonn erläutert, dass auch in der medizinischen Therapie die Kernphysik eine Rolle spielt. Zum Beispiel werden Teilchenbeschleuniger bei der Tumorbehandlung eingesetzt, wenn andere Behandlungsmethoden zu riskant für Patient*innen sind. Außerdem erzählt sie, was der Schwerpunkt der kernphysikalischen Forschung in Bonn ist. Auch wenn die Physiker*innen in kleinsten Dimensionen arbeiten, können diese Erkenntnisse Chancen auf anderen Anwendungsgebieten eröffnen.

In der Lebensmittelindustrie wird auch mit Erkenntnissen aus der Kernphysik gearbeitet. Mehr zur Bestrahlung von Lebensmitteln findet ihr hier und hier.

Wieso in den USA weniger Corona-Bier verkauft wird

Trotz dem Status als Weltmacht hat das Corona-Virus und die damit verbundene Krise auch die USA erreicht. Daher sprechen wir mit Dr. Holger Janusch, US-Außenpolitik-Experte und Forscher an der Bonner Uni, darüber, wie die USA damit umgeht. Die USA ist in vielen Aspekten ein tief gespaltenes Land, was sich auch darin bemerkbar macht, wie sie mit den Folgen der Krise umgehen. Vor allem die konservativen Kreise der Trump-Supporter protestieren gegen den Lockdown und fühlen sich in ihrer Freiheit eingeschränkt. Dies scheint jedoch fast schon verständlich, wenn man bedenkt, wie Arbeitslosigkeit und Wirtschaftskrise die Bürger schwer treffen. Außenpolitisch spiegelt sich ebenfalls der Zweifel der Bürger wider. Kommen bilaterale Beziehungen oder Abkommen den Wünschen der USA nicht nach, werden die Zahlungen an diese eingestellt, wie zuletzt bei der WHO. Dies dient nicht nur der Durchsetzung von Trumps „America first“, sondern auch einer gewissen Abwälzung der Schuld auf andere. Dabei ist es doch durchaus wichtig, dass die USA eine Vorreiterrolle in der Bekämpfung des Virus einnehmen.

Es bleibt zu erwarten, wie die USA aus der Krise hervorgeht. Es kann auf jeden Fall mit Veränderungen gerechnet werden. Es bleibt die Frage, in welche Richtung diese gehen. Eins steht jedoch fest: Die Corona-Krise wird eine äußerst wichtige Rolle in den Präsidentschafts- und Kongresswahlen im November spielen.

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