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Im Spiegelzelt, da kann man gut lustig sein
Das Ensemble der Operette „Im weißen Rössl“. Bild: Jennifer Zumbusch

Im Spiegelzelt, da kann man gut lustig sein

Familie Malentes Theater Palast in Bad Godesberg ist vermutlich nicht allen Bonnern ein Begriff. Ein Grund mehr für Opern-, Theater- und Musicalfans einen Blick auf das neue Stück Im weißen Rössl zu werfen, das am 23. November Premiere feiert.

Im weißen Rössl ist eine Operette von Ralph Benatzky, die unter anderem mit Peter Alexander in den 60ern verfilmt worden ist. Im Hotel am Wolfgangsee in Österreich herrscht Hochsaison und das Haus ist brechend voll. Das Personal hat viel zu tun, aber der Zahlkellner Leonard hat immer noch genug Zeit, die Herrin des Hauses anzuhimmeln. Diese hat aber ein Auge auf einen Berliner Stammgast geworfen, der auch noch in einen Rechtsstreit mit anderen Gästen involviert ist. Und als würde das ganze Beziehungschaos nicht schon ausreichen, kündigt sich dann auch noch der Kaiser an.

Eine Ensembleleistung

Mit Bill Mockridge und Walter Ullrich, die im Wechsel den Kaiser spielen, wurden zwei prominente Gesichter ins Boot geholt. Man könnte aber genauso gut mit jedem anderen Ensemblemitglied für das Stück werben. Denn obwohl Bill Mockridge während der Vorpremiere einen tollen Kaiser Franz Joseph bei seinem kurzen Auftritt gibt, liegt der wirkliche Zauber des Stückes im Zusammenspiel vom gesamten Ensemble rund um Dirk Vossberg-Vanmarcke und Knut Vanmarcke, das bei den Gesangs- und Tanzeinlagen wunderbar harmoniert. Als echten Scene Stealer könnte man beispielsweise Adrian Burri nennen, der als Kellner Piccolo mit dem richtigen Timing immer wieder für Lacher sorgt.

Adrian Burri und Knut Vanmarcke zusammen auf der Bühne. Bild: Jennifer Zumbusch

Einfach fallen lassen

Wer so gar nichts mit Opern, Musicals und Schlagern anfangen kann, ist vermutlich nicht ganz so gut im Spiegelzelt aufgehoben, aber man kann es eben auch nicht jedem recht machen. Alle anderen werden einen schönen Abend haben, wenn sie sich auf das Stück einlassen. Das Verhältnis von Schauspiel und Gesangseinlagen – sofern man das überhaupt trennen kann – ist ausgeglichen und geht angenehm ineinander über. Während der ersten zehn Minuten ist man vielleicht noch ein bisschen überfordert von der Kombination aus teils sehr flachen Witzen, Gesang und Bewegungen im ganzen Raum, aber wenn man sich auf den Spaß einlässt, wird man danach aufs Beste unterhalten.

Operette in besonderer Atmosphäre

Die Nutzung des Raumes spielt im Theater Palast ganz allgemein eine besondere Rolle. Denn wenn man das Spiegelzelt direkt an der Haltestelle Plittersdorf Hochkreuz betritt, wird man für drei Stunden Teil einer anderen Welt. Dafür sorgen auch die Gastgeber, die jede Gruppe im kleinen Foyer begrüßen und den Weg zum Platz zeigen. Die familiäre Atmosphäre wird auch dadurch geschaffen, dass man Spiegelzelt nah am Geschehen ist und die Darsteller nicht nur auf der Bühne bleiben, sondern um die Tische gehen. Abgerundet wird das Ganze noch mit auf das Stück abgestimmten Getränken und kleinen Snacks, ein Bier gibt es für 3,50€. Nur wenn man hin und wieder den Güterzug hört, der in der Nähe vom Theater Palast langfährt, wird man aus dem österreichischen Idyll gerissen, in dem alles so schön erscheint, aber gleichzeitig auch wahnsinnig kompliziert ist.

Wer jetzt Lust auf die Operette Im weißen Rössl hat, kann sich das Stück noch bis zum 28. Februar 2019 in Familie Malentes Theater Palast anschauen. Karten gibt es ab 25 € auf www.theaterpalast.de. An der Abendkasse gibt es für Studenten eine Ermäßigung.

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