Drei neue Spieler und zwei leere Stühle

Bei ihrer Teamvorstellung haben die Telekom Baskets Bonn am Dienstag bekannt gegeben, wer den letzten noch offenen Platz im Kader der Saison 2015/16 besetzen wird: Xavier Silas wechselt vom griechischen Verein Nea Kifisa nach Bonn und vervollständigt das Team. Mit Michal Chylinski, Rotnei Clarke und Isaiah Philmore stellten sich außerdem drei der bereits vorher bekannten Neuverpflichtungen zum ersten Mal der Presse vor.

Morgens, halb 12 im Telekom Dome: Das neue Team der Telekom Baskets Bonn findet sich gerade in der Mitte des Feldes ein, um gemeinsam die abschließende Dehneinheit der morgendlichen Trainingsrunde zu absolvieren. Sehr routiniert wirkt das, dabei trainiert das Team erst seit dem Vortag zusammen. Unter alte Bekannte wie Geno Lawrence und Dirk Mädrich mischen sich auch drei Neuzugänge: Isaiah Philmore, der vom Ligakonkurrenten und zuletzt auch Play Off-Gegner ratiopharm Ulm nach Bonn wechselte, Rotnei Clarke, der vergangene Saison bei Okapi Aalstar in Belgien unter Vertrag stand und der polnische Nationalspieler Michal Chylinski. Einzig Aaron White fehlt, verständlich, ist er doch vor wenigen Tagen in den USA erst Vater geworden.

Das Team der Telekom Baskets Bonn beim gemeinsamen Dehnen

Das Team der Telekom Baskets Bonn beim gemeinsamen Dehnen / Bild: Katharina Weber

Willkommen zur Therapiestunde

Im Anschluss an das Training finden sich Coach Mathias Fischer, die neuen Jungs und die Medienvertreter im Stuhlkreis in einer Ecke des Spielfelds ein. Aaron White wird immerhin durch einen Stuhl mit seinem Bild darauf vertreten. Natürlich kommt die Frage auf, warum die neuen Spieler sich für Bonn entschieden haben. Für Philmore war der Coach das ausschlaggebende Kriterium. Fischer sei ein Spielercoach und er bräuchte solche Trainer, die ihn nicht nach ein paar Fehlern gleich abschreiben würden. Was er dem Team geben kann, das bisher gefehlt hat? „Mehr toughness“, ist seine klare Ansage.

Hier in Bonn soll seine Rolle im Vergleich zu Ulm ausgebaut werden. Konkret bedeutet das: mehr Spielzeit. „Er ist ein Kämpfer, ein guter Rebounder, guter Verteidiger und wenn Isaiah so gut verteidigt wie er das gemacht hat, dann wird er bei uns eine sehr, sehr wichtige Rolle haben“, so Coach Fischer. Variables Spielen ist das Stichwort. Während seiner Zeit in der amerikanischen Nachwuchsliga NCAA habe er mit 35% Trefferquote einen guten Drei-Punkt-Wurf gehabt, der hier wieder mehr gefördert werden soll. Fun Fact: Philmore ist allergisch gegen Kontaktlinsen und trägt bei den Spielen deswegen eine Sportbrille.

Chylinski konnte sich bereits letztes Jahr einen ersten Eindruck vom Verein machen, als er mit seinem damaligen Team PGE Turow Zgorzelec am Vorbereitungsturnier im Telekom Dome teilnahm. In seinen Gesprächen über die Baskets habe man ihm stets versichert, dass es sich um einen guten Verein handle. Nach seinen ersten Tagen in Bonn könne er sagen: das stimmt. „Alles läuft hier auf hohem Niveau ab. Die Trainer arbeiten hart. Es ist einfach ein toller Ort, um Basketball zu spielen und ich freue mich auf die neue Saison“, sagt er.

Vaterfreuden

Nicht nur Aaron White ist kürzlich Vater geworden. Auch bei Geno Lawrence steht im September Nachwuchs ins Haus und der 26-järhige Clarke durfte sich vor kurzem über die Geburt seiner Tochter freuen. Ordentlich Schlafmangel sei da am Anfang zwar im Spiel gewesen, grundsätzlich sei seine Tochter aber ein zusätzlicher Motivationsfaktor, so Clarke. Er freue sich schon, seine Frau und sein „baby girl“ während der Spiele an der Seitenlinie zu haben. Ohrschützer für die Kleine sind selbstverständlich schon besorgt.

Von den Baskets konnte er sich übrigens, ähnlich wie Chylinski, während der Saisonvorbereitung letztes Jahr bereits einen Eindruck, nämlich als Bonn zu Gast bei BBC Okapi Aalstar in Belgien war. „Die Spieler haben sich sehr gut ergänzt und gut zusammen gespielt“, erinnert er sich an das Spiel.

Eine Überraschung zum Schluss

Zwei Stühle mit Bildern an der Lehne repräsentierten am Dienstag die beiden abwesenden Neuzugänge Aaron White und Xavier Silas

Zwei Stühle mit Bildern an der Lehne repräsentierten am Dienstag die beiden abwesenden Neuzugänge Aaron White und Xavier Silas / Bild: Katharina Weber

Eine kleine Überraschung gibt es für die anwesenden Presseleute während des Gesprächs mit Coach Fischer. Ein zweiter leerer Stuhl wird herbeigezaubert und das Bild darauf enthüllt Xavier Silas als die letzte Neuverpflichtung der Saison. 1,96 Meter groß, 90 Kilo schwer und Sohn der San Antonio Spurs-Legende James Silas. Stationen in Israel, Griechenland und der NBA versprechen einen Spieler mit viel Erfahrung. Dazu kommt, dass er als Point Guard, Shooting Guard und Small Forward gleich auf drei Positionen eingesetzt werden kann.

Eine erste Team Building-Maßnahme ist übrigens auch schon geplant: Demnächst geht’s geschlossen zum Paintball-Spielen. Was Basketball angeht, kann man das neue Team live in Action zum ersten Mal beim Vorbereitungsturnier in Rhöndorf sehen, am Wochenende des 5. und 6. Septembers. Die offizielle Teampräsentation im Telekom Forum, inklusive Ausgabe der Dauerkarten und Autogrammstunde, findet am Donnerstag, den 17. September statt. Vor heimischem Publikum im Telekom Dome spielen die Jungs das erste Mal beim BasketsCup am Wochenende des 19. und 20. Septembers.

Katharina Weber

Ehemalige Chefredakteurin Nachrichten und Wort, Moderatorin, Campusradio-Methusalem und Baskets-Enthusiastin.

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