Burnout im Studium ist leider gar nicht so seltenbetrifft längst nicht mehr nur auf Ärzt*innen, Pflegekräfte oder Lehrer*innen. Besonders in den Klausurphasen gehören Student*innen zu den Gruppen mit dem höchsten Burnout Risiko.
Laut der Techniker Krankenkasse, ist jede/r dritte Student*in gefährdet. Was als Prüfungsstress anfängt, endet leider viel zu häufig in chronischer, körperlicher und emotionaler Erschöpfung.
Was genau ist Burnout?
Burnout ist eine medizinische Diagnose und ein Zustand tiefer körperlicher, emotionaler und geistiger Erschöpfung. Man fühlt sich innerlich leer und ausgelaugt. Oft entwickeln Betroffene eine Gleichgültigkeit oder sogar negative Einstellung gegenüber Mitmenschen, täglichen Aufgaben beziehungsweise Lehrinhalten. Als drittes kommt laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch eine reduzierte Leistungsfähigkeit dazu. Das heißt nicht immer zwingend, dass man schlechtere Noten schreibt. Betroffene fühlen sich oft so, als ob sie ständig versagen würden, selbst wenn objektiv sehr viel geleistet wird.
Burnout kann oft schleichend beginnen und sich über eine lange stressige Zeit entwickeln. Erste Symptome dieser Erschöpfung werden oft mit dem Gedanken verworfen, dass man ‘funktionieren’ und einfach ‘härter arbeiten muss’. Das macht den Teufelskreis des Burnouts nur noch schlimmer. Burnout kann sich auch in physischen Symptomen äußern, wie zum Beispiel häufige Kopfschmerzen, durchgehende Müdigkeit, Schlafstörungen oder Anfälligkeit für Infekte.
Was kann man dagegen tun?
Gerade im Uni-Leben sind viele Faktoren, die Burnout verstärken, nicht zu vermeiden. Prüfungen, Hausarbeiten und weiteren Stress kann man nicht einfach abschaffen. Aber man kann die Herangehensweise ändern. Zum Beispiel feste Tagesabläufe mit Lernphasen, aber auch genügend Pausen können eine bedeutende Rolle spielen. Diese Pausen heißen nicht nur am Handy auf Social Media scrollen. Stattdessen kann es helfen, spazieren zu gehen und frische Luft zu schnappen, etwas zu backen oder sich mit Freund:innen zu treffen. Diese positiven sozialen Kontakte sind ein guter und oft notwendiger Kontrast zu Klausur lernen oder gestresst Hausarbeit zu schreiben. Ein regelmäßiger Schlafrhythmus und gesunde Ernährung sind ebenfalls wichtig.
Jede Person hat ein anderes Empfinden und Toleranz für Stress und demnach eine andere Grenze zum Burnout. Manche Studis können ohne Probleme 40 Leistungspunkte in einem Semester absolvieren und haben noch Zeit für ihre Hobbies. Andere Studis kommen vielleicht schon bei knapp 20 Leistungspunkte an ihre Grenzen. Beides ist vollkommen okay. Deswegen ist es sehr wichtig, die eigenen Grenzen zu kennen und zu akzeptieren. Auch der Weg aus dem Burnout kann je nach Person variieren.
Wenn ihr keine Perspektive seht, wie ihr aus dem Burnout wieder rauskommt, sucht euch Hilfe und wendet euch beispielsweise an die psychologische Beratungsstelle der Universität. Geht es im nächsten Semester etwas ruhiger an und belegt vielleicht weniger Module. Der Bundesverband Burnout und Depression e.V. bietet rund um die Uhr Hilfe an unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 oder 116 123.
Zur Therapie zu gehen oder sich Hilfe jeder Art zu holen, ist keine Schwäche. Es ist häufig besser, sich professionelle Hilfe zu suchen, anstatt alleine durch schwierige Zeiten gehen zu müssen. Ganz wichtig: Ihr seid mit diesen Problemen nicht alleine!
