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Bild: Warner Bros

Clayface? Yayface!

Mit Clayface startet nun der dritte Film des neuen DC Universum (DCU) in den Kinos. Während zuvor schon ein gescheiterter Plan gewagt wurde, ein DC-Filmuniversum (DCEU) à la Marvel aufzubauen, versucht sich nun James Gunn erneut ein solches aufzubauen. Wie gelungen der neuste Film des DCUs geworden ist, erfahrt ihr hier.

Die Geburtsstunde von Clayface

Matt Hagen (Tom Rhys Harries) ist ein gefeierter Hollywood-Star aus den Straßen Gothams. Gerade erst wurde der junge Schauspieler für einen wichtigen Filmpreis nominiert und allgemein läuft es sehr gut in seinem Leben, bis er an einen örtlichen Mafiaboss gerät, der es nicht so leicht mit Hagen nimmt. Eine falsche Entscheidung und alles geht den Bach hinunter. Management, Reichtum und Schönheit werden ihm genommen: Was ist bloß ein Schauspieler mit entstelltem Gesicht?

Eine neue und untererforschte neue Technologie scheint für Matt Hagen die Rettung zu sein. Endlich wieder ein makelloses Gesicht zu haben, im Munde aller Öffentlichkeit zu sein, dafür gibt er alles. Wie man bekanntlich weiß, kann dabei ja eigentlich nichts schiefgehen!? 

Ein etwas anderer Super(helden)film

Clayface hebt sich ab vom gewohnten Superheldenkino. Einerseits weil Clayface ein klassischer Batman-Schurke ist, und andererseits, weil er ein sonst eher fremdes Genre mit einbezieht. Der Film von James Watkins verzeichnet große Einflüsse des Body-Horrors und ist sehr viel massenuntauglicher als andere Filme von DC oder Marvel. Dagegen ging der letzte Versuch, einen Horror-Superheldenfilm zu schaffen mit Doctor Strange in the Multiverse of Madness ordentlich schief. 

Clayface überzeugt definitiv durch seine ausdrucksstarken Horror-Szenen. Die Verwandlung von Matt Hagen in die titelgebende Figur inszeniert der Film mit bildgewaltiger Intensität. Die Kamera hält an vielen ekligen und nervenaufreibenden Stellen direkt drauf. Diese Szenen sind aber auf jeden Fall die Stärke des Films. Es wird eindringlich gezeigt, wie sich Hagens Körper verändert und wie überfordernd es auch für ihn selbst ist. Der Gruselfaktor entsteht aber keinesfalls nur durch den Body-Horror. Es schwingt auch immer eine psychische Ebene mit, in der sich der Horror abspielt. Gerade auch Richtung Ende des Films wird der psychischer Horror sehr greifbar und für manche Personen vielleicht sogar realitätsnah.

Ich finde diesen Ansatz sehr erfrischend, gerade da er uns nach langer Zeit wieder eine Originstory liefert. Zuletzt war dies in Eternals (2021) der Fall. Zudem ist Clayface auch kein klassischer Superheldenfilm. Matt Hagen und seine Taten werden weder verherrlicht noch wird krampfhaft versucht, Sympathie für ihn zu erzeugen. Sein kompletter Werdegang ist mehr oder minder selbst verursacht und auch wenn er anfangs entstellt wird, sind seine restlichen Taten selbstbestimmt.

„Sun’s getting really low.“ 

Während der Film auf jeden Fall für sich steht und keine Referenzen zu anderen Figuren aus dem DCU beziehungsweise anderen DC-Projekten hat, sind durchaus Parallelen im Umgang mit anderen großen und starken Monstern zu verzeichnen. 

Marvel-Fans werden das obige Zitat sicherlich sofort erkennen. „Sun’s getting really low.“, sagt Black Widow (Scarlett Johansson), um den unkontrollierbren Hulk (Mark Ruffalo) in Avengers: Age of Ultron zu beruhigen. Ähnlich wie im Marvel-Blockbuster wird auch der außer Kontrolle geratene Matt Hagen durch Atemübungen und anderweitige Ablenkungen beruhigt. Wie wir es schon von Bruce Banner und dem Hulk kennen, scheint Matt Hagen besonders in Stresssituationen zu Clayface zu werden – nicht alles an James Watkins neuem Film ist super neu.

Das ist vielleicht auch mein größtes Bedenken mit dem Film in Hinsicht auf zukünftige Projekte. Es könnte passieren, dass sie ähnlich wie mit dem Hulk im Marvel Cinematic Universe nicht wissen, was sie sonst noch mit Clayface machen könnten. Ja, er ist ein starkes Monster, oder kann es zumindest werden, aber er ist nicht nur das. Clayface ist ein dann doch vielschichtiger Charakter, der mehr zu bieten hat, als nur stumpf drauf zu hauen, sei es als Protagonist oder auch zukünftiger Antagonist.

Fazit

Trotzdem macht der Film viel Spaß und vor allem Lust auf mehr. Nun da Clayface etabliert wurde, könnte man einen weiteren Teil nutzen, um auch Batman im DCU willkommen zu heißen. Sei es in dem man The Batman mit Robert Pattinson in den DCU-Kanon aufnimmt oder ein eigenes Projekt wagt. 

Für alle, die auf Body-Horror stehen oder einfach mal etwas Neues ausprobieren wollen, ist Clayface auf jeden Fall eine Empfehlung. 

Ich freue mich auf jeden Fall, in Zukunft mehr von Matt Hagen und Clayface zu Gesicht zu bekommen!

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