Bonner Basketball macht wieder Spaß

Foto: Sebastian Derix

So hatten sich die Fans das vorgestellt: Eine neue Saison, ein neuer Sieg. Am zweiten Tag der easyCredit Basketballbundesliga entschieden die Telekom Baskets Bonn das erste Heimspiel der Saison 2016/17 gegen die Fraport Skyliners für sich. Gegen die 74:60-Niederlage (18:12, 19:15, 19:17, 18:16) wehrten sich die Frankfurter vier Viertel lang nach Kräften und doch schien der Sieg der Baskets nie wirklich gefährdet. Ein überragender Ryan Thompson (21 Punkte, 6 Rebounds) stach aus der ansonsten geschlossenen Teamleistung hervor. Kenneth Horton musste das Spiel verletzungsbedingt abbrechen, vorläufige Diagnose: Innenbanddehnung im Knie.

Es ist kein Geheimnis: Die letzte Saison der Telekom Baskets Bonn war alles andere als erfreulich. Jede Menge verkorkste Spiele sorgten für Haareraufen bei den Fans und nicht überraschend auch für einen Platz irgendwo im tabellarischen Niemandsland, weit weg von den Play Off-Plätzen. In der Sommerpause gelobte der Verein Besserung – dementsprechend gespannt war man auf dem Hardtberg am Freitag beim Anpfiff gegen Frankfurt.

Foto: Sebastian Derix

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Neues Spiel, neues Glück

Neun Neuzugänge und Florian Koch machten schnell klar, dass das neue Team nichts mehr mit der Trauergesellschaft von letzter Saison gemeinsam hat: Die Baskets entschieden den Sprungball für sich und behielten danach konsequent die Zügel in der Hand. In der Verteidigung standen sie ihren Gegenspielern so sehr auf den Füßen, dass diese reihenweise den Ball wegwarfen. Gut für die Baskets, die diese Turn Over in Fast Break-Punkte verwandelten.

Doch bei den Rebounds, besonders bei den Offensiv-Rebounds, stahl Frankfurt den Baskets die Show. Ein Grund, warum die Baskets sich nie überdeutlich absetzen konnten. Zwei andere: Quantez Robertson und Markel Starks. Fünf Punkte der beiden und Frankfurt kam Anfang des zweiten Viertels gefährlich nah (19:17, 13. Spielminute). Aber Koch erwiderte Starks Dreier eiskalt mit einem eigenen Dreier und führte die Baskets erneut auf Abstand. In der Defense bedrängte Bonn den Gegner so sehr, dass Frankfurt es teilweise nicht schaffte, den Ball in acht Sekunden über die Mittellinie zu tragen – Konsequenz: Ballbesitz Baskets. Per Dreier sorgt Thompson für die höchste Führung der Baskets zur Pause (34:18, 18. Minute). Ein gelungener Buzzer Beater brachte Frankfurt vor dem Halbzeit-Pfiff wieder auf zehn Punkte heran (37:27).

Foto: Sebastian Derix

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Holpriger Start nach der Pause

Die Skyliners kamen besser in die zweite Hälfte, schalteten in der Defense einen Gang höher und brachten die Baskets in Bedrängnis. Zu allem Überfluss humpelte Kenneth Horton Mitte des Viertels vom Feld. Die erste vorsichtige Diagnose am Freitagabend lautete Dehnung des Innenbands im Knie, eine genauere Untersuchung wird vermutlich in den nächsten Tagen folgen. Aber seine Teamkollegen zeigten sich unbeeindruckt. Schöne Aktionen wie Yorman Polas Bartolos Tip In von Johannes Richters vergebenem Dreier hielten Frankfurt auf Abstand (51:40, 28. Minute). Ein Drei-Punkt-Spiel von Josh Mayo sorgte 1.9 Sekunden vor Ende des dritten Viertels für das 56:44.

Blieb Frankfurt im dritten Viertel zumindest stets in Schlagdistanz, ließen die Baskets im letzten Viertel endgültig nichts mehr anbrennen. Der Abstand zwischen den Teams sank bis zum Ende des Spiels nicht mehr unter zehn Punkte. Eine aggressive Verteidigung und das nötige Wurfglück im Angriff, sowohl aus der Distanz wie auch unterm Korb, sicherten den Baskets verdient den 74:60 Endstand.

Coach: Zufrieden mit Luft nach oben

Headcoach Predrag Krunic, der kurz vor Saisonbeginn für den erkrankten Silvano Poropat einsprang, zeigte sich nach dem Spiel zufrieden mit der Leistung seines Teams. Vor dem ersten Heimspiel sei man immer ein wenig nervös, aber die gute Verteidigung habe am Ende den Ausschlag gegeben. Luft nach oben gebe es natürlich trotzdem: An den Rebounds und dem Ausboxen unterm Korb müsse man noch arbeiten.

Weiter geht es für die Baskets schon übermorgen (Sonntag, 2.10.) mit dem Auswärtsspiel gegen die MHP Riesen Ludwigsburg (18 Uhr). Danach steht das Heimspiel gegen die Walter Tigers Tübingen auf dem Plan (Sonntag, 9.10., 18 Uhr).

Katharina Weber
Ehemalige Chefredakteurin Nachrichten und Wort, Moderatorin, Campusradio-Methusalem und Baskets-Enthusiastin.

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