Die Zukunft der Medien liegt im Netz

Am vergangenen Mittwoch, den 2. Dezember, lud die Bonner Akademie für Forschung und Lehre praktischer Politik (BAPP) zu einer Diskussionsveranstaltung über die Zukunft der Medien ein. Mit dabei war auch WDR-Intendant Tom Buhrow.

„Schöne neue Medienwelt?“, so lautete der Titel des Diskussionsabends der Bonner Akademie für Forschung und Lehre praktischer Politik, kurz BAPP, am vergangenen Mittwoch. Geladen waren drei Diskussionsvertreter aus der Medienwelt. Tom Buhrow, ehemaliger Tagesthemen-Moderator und jetziger WDR-Intendant, Béla Anda, ex-stellvertretender Chefredakteur der BILD-Zeitung und Juliane Leopold, der Gründungschefredakteurin von BuzzFeed-Deutschland.

Die Frage war klar: Wie sieht die Zukunft der Medien in Deutschland aus? Zu Beginn des Abends zeichnete Tom Buhrow in einer kurzen Rede ein grobes Bild von seiner Zukunftseinschätzung der Medienwelt. Bei den zukünftigen Medien, so der WDR-Intendant, müssen die strikten Trennungen zwischen den klassischen Bereichen wie Fernsehen, Radio und Print verschwinden. Schon heute gelte: „Content is King“. Rund 61 Prozent der sogenannten Milleniels (die Generation die um die Jahrtausendwende im Teenager-Alter war) würden heute schon Facebook als ihre primäre Nachrichtenquelle angeben. Er selbst habe daher kurz nach seinem Antritt als WDR-Chef im Jahre 2013 große Umstrukturierungsmaßnahmen der Sendeanstalt veranlasst, um diese ‘crossmedialer’ auszurichten.

Die Zukunft liegt im Internet, aber wie genau?

Dass sich Medien zukünftig vermehrt im Internet abspielen werden, darin waren sich alle Gesprächsteilnehmer einig. Unterschiedlicher Meinung waren die Diskutanten jedoch in der Bewertung der Situation. Tom Buhrow verwies vor allem auf die Monopolstellung des Internetunternehmens Google, welches sämtliche News-Daten kostenlos zusammenstellen könne. Er forderte hier Regulierungsmaßnahmen. Juliane Leopold von Buzzfeed sprach jedoch davon, dass die dominante Stellung Googles auch darauf zurückzuführen sei, dass Europa den Einstieg in das mediale Internetzeitalter verschlafen hätte. Sie sehe in der Verlagerung des Medienbetriebs in das Internet eine „Demokratisierung von Meinung“. Mit dem damit einhergehenden Kontrollverlust und Chaos müssen man leben lernen.

Eine Allianz aus Öffentlich-Rechtlichen und den Verlagen?

WDR-Intendant Buhrow sprach weiterhin von einer Vision, eine Art Allianz der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten mit den privaten Medienverlagen einzugehen. So könne man beispielsweise ein von einem öffentlich-rechtlichen Sender produziertes Video den Onlineausgaben der Zeitungen zur Verfügung stellen. Der ehemalige Bild Vize-Chefredakteur Béla Anda behielt sich diesen Vorschlag jedoch vor, da er bei einer solchen Kooperation die Öffentlich-Rechtlichen durch ihre stärkere Finanzstruktur im Vorteil sehe.

Nach der Veranstaltung konnten wir von bonnFM Tom Buhrow in einem kurzen Interview noch einmal bitten, die seiner Meinung nach größte Herausforderung der Medienwelt darzustellen: