Kein Licht am Ende des Tunnels

Am 15. Spieltag der Basketball Bundesliga haben die Telekom Baskets Bonn eine 82:93 (21:22, 15:25, 24:24, 22:22) Niederlage gegen die Gießen 46ers einstecken müssen. Der furiose 96:109-Sieg gegen die Walter Tigers Tübingen vom Mittwoch stellte nur eine kleine Verschnaufpause dar: Einem Sieg aus den letzten 16 Spielen stehen damit 15 Niederlagen gegenüber. Die Gründe für die erneute Pleite haben die Fans in dieser Saison schon oft beobachten dürfen. Eine löchrige Defense, die dem Gegner einfach Punkte unter dem Korb erlaubte, wurde begleitet von einer Offensive, die sich nur auf Drei-Punkte-Würfe verließ und versagte, sobald diese ausblieben. Die Heimpremiere von Interimstrainer Carsten Pohl brachte damit nicht die erhoffte Wende.

Zu Beginn des Spiels scheint es, als wäre die Weihnachtsgans weder bei Bonn noch bei Gießen richtig verdaut: Der Auftakt fällt wesentlich weniger explosiv aus als zuletzt noch gegen Tübigen. Wenige Punkte fallen auf beiden Seiten, erst ein  Dreier und ein Dunk von Aaron White bringen Bonn nach vorne (7:5, 4. Spielminute). Die Bonner Defense steht besser als in den vergangenen Spielen und so ist das erste Viertel ein offener Schlagabtausch mit vielen Führungswechseln. Gießens Gabriel Olaseni sorgt mit Punkten, Offensiv-Rebounds und guter Defense dafür, dass sein Team mit knapper Führung ins zweite Viertel geht.

Foto: Sebastian Derix

Foto: Sebastian Derix

Knackpunkt zweites Viertel

Nach einem vergebenen Halbdistanzwurf von Baskets-Neuzugang Langston Hall schaffen es drei Gießener nicht den sichergeglaubten Rebound festzuhalten und lassen ihn ins Aus titschen – untypisch für die an diesem Abend sonst so organisierten 46ers. Den geschenkten Ballbesitz können die Baskets trotzdem nicht in Punkte verwandeln, was hingegen eher typisch für den Rest des Spielverlaufs sein sollte. Offensiv passiert im zweiten Viertel zunächst nicht viel: In den ersten zweieinhalb Minuten fallen keine Körbe, bis Mitte des Viertels fallen lediglich vier Körbe aus dem Feld. Bonn lässt in der Defense nach und verlässt sich in der Offensive auf Dreier, die meist nicht ihr Ziel finden, während Gießen in beiden Bereichen noch einen Gang höher schaltet und sich auf neun Punkte absetzt (23:32, 15. Minute). Die ersten fünfeinhalb Minuten des zweiten Viertels konnte Bonn nur durch Freiwürfe punkten, gebrochen wird der Bann von Dirk Mädrichs Korbleger (27:32, 16. Minute). Die Baskets finden keinen Spielrhythmus, folglich setzt sich Gießen bald mit zehn Punkten ab (32:42, 19. Spielminute).

Mit 36:47 geht es in die zweite Halbzeit. Gießen schafft es, viele Offensiv-Rebounds einzusammeln und sich damit leichte, zweite Chancen zu verdienen. Bonn verlässt sich wieder auf seine Dreier, die zum Glück öfter als noch in der ersten Hälfte fallen. Nach zwei Drei-Punkte-Würfen von Rotnei Clarke steht es 51:57 (25. Minute). Doch Gießen passt auf, streut selbst hin und wieder einen schmerzhaften Dreier ein und attackiert konsequent den Bonner Korb – mit Erfolg: Drei Punkte von Karsten Tadda sorgen für das 53:62 (26. Minute). Gießen startet einen kleinen fünf-Punkte-Run (53:67, 28. Minute), Bonn verliert den Anschluss, einzelne Spieler wollen mit dem Kopf durch die Wand, das gute Teamplay des ersten Viertels scheint vergessen. Mit elf Punkten Rückstand geht es ins letzte Viertel.

Foto: Sebastian Derix

Foto: Sebastian Derix

Dreier allein sind nicht genug

Wie schon so oft in diesem Spiel sind es jetzt die Drei-Punkte-Würfe, die den Bonnern Hoffnung geben. Je drei Zähler von Clarke und Florian Koch plus einen sieben-Meter-Dreier von Aaron White und die Baskets liegen nur noch zwei Punkte zurück (71:73, 34. Minute). Doch Gießen besinnt sich auf seine Tugenden, sucht den Mann unterm Korb und markiert sieben Punkte in Folge (71:80, 36. Minute). Die 46ers machen alles richtig: Der Ball wird so lange gepasst, bis der freie Mann gefunden ist und falls dieser nicht trifft, sichern sie sich den Offensiv-Rebound und punkten im zweiten Versuch. Die Baskets verlässt schließlich auch das Wurfglück bei den Dreiern und so haben sie Gießen nichts mehr entgegen zu setzen. Am Schluss heißt es, trotz vier verletzter Gießen-Spieler, 82:93.

White ging am Ende mit 15 Punkten und acht Rebounds vom Platz, obwohl er mit Gießens Olanesi auch gegen den Patenonkel seiner Tochter gespielte hatte. Nach der Begegnung zeigte White die Schwächen seines Teams klar auf. Man hätte sich in der Defense besser absprechen müssen, man hat zu viele Offensiv-Rebounds und damit einfache Punkte zugelassen, ohne sie im Gegenzug selber zu machen. Eigentlich habe man genug Punkte erzielt, um das Spiel zu gewinnen, aber ohne Defense ginge es eben nicht.

Weiter geht es für die Baskets schon am 30. Dezember um 18:30 Uhr mit dem Auswärtsspiel gegen Phoenix Hagen. Am 3. Januar um 17:00 Uhr steht dann in Bamberg das Spiel gegen den amtierenden Deutschen Meister auf dem Programm.

Katharina Weber

Ehemalige Chefredakteurin Nachrichten und Wort, Moderatorin, Campusradio-Methusalem und Baskets-Enthusiastin.

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