“If you’re listening to this album, we thank you!” – Hacktivist auf Tourstation in Köln

Am Samstag, den 19. März platzte das Luxor in Köln aus allen Nähten. Die britische Rap-Metalband Hacktivist machte dort Station auf ihrer Europa-Tour. Mit im Gepäck: ihr Debütalbum “Outside The Box”.

Hacktivist sind fünf Typen aus Milton Keynes in Großbritannien, die seit 2011 eine eigenwillige, doch bestechende Mischung aus Rap und Metal machen. Bisher gab es lediglich eine vielversprechende EP, aber seit Anfang März ist ihr Debütalbum “Outside The Box” draußen, mit dem die Briten jetzt auf Tour in Europa sind.

Das Konzert im Luxor ging schon recht früh los, der Einlass war bereits um 18 Uhr – was mich aber nicht davon abhielt, trotzdem viel zu spät in Richtung Luxor aufzubrechen, da ich den Beginn mit dem Einlass verwechselte… Allerdings spielte ab sieben Uhr zuerst noch eine Hamburger Vorband. Dadurch legte der Hauptact, der den kleinen Laden gesteckt voll werden ließ, doch erst um acht Uhr los.

Zwischen harten Riffs und Freestyle-Rap

Und dann ging es auch schon los mit Lied Nummer eins von Album Nummer eins. Wer sich jetzt unter “Rap-Metal” nichts vorstellen kann: Die instrumentale Musik an sich ist Metal, allerdings screamen oder growlen die beiden Vocalists nicht dazu, sondern richtig: Sie rappen. Und das ziemlich gut, sodass die Hörer zurecht begeistert sind. Aufgrund dieser speziellen Mischung ließ sich interessanterweise auch das Publikum am Samstag nicht eindeutig einer Szene etc. zuweisen und so wurde geheadbangt und zugleich mit Basecap gemosht.

Hacktivist ließ der Menge keine Verschnaufpause, es wurde ein Knaller nach dem anderen abgefeuert – auch wenn zum Glück in der zweiten Hälfte des Sets endlich Ventilatoren zum Einsatz kamen, um die Gemüter der Fans ein bisschen abzukühlen.

Keine Scheu vor dem Publikum

Hacktivist genoss sichtlich die gespannte, euphorisierte Atmosphäre des Klubs: ausgelassene, herumhüpfende und feiernde junge Leute – und das alles aufgrund ihrer Musik! Da ließen sich die Jungs nicht lange bitten und mischten gleich mit. Zuerst sprang einer der Sänger ins Publikum, ließ sich von der Menge tragen und bei der Zugabe stand plötzlich der Gitarrist direkt neben mir im Publikum und ließ sich beim Spielen direkt auf die Finger schauen.

Dass der Fokus der Band manchmal dann doch eher auf HipHop liegt, zeigte sich bei einer Cover-Version von Jay-Zs “Ni**as in Paris”, die die HipHop-Fans so begeisterte, dass eben dieses Lied noch nach der Zugabe lautstark gewünscht wurde – ein Wunsch, den die Jungs gerne erfüllten und so den Klub noch ein letztes Mal zum Beben brachten.

Das Konzert war zwar mit einer Stunde Laufzeit recht kurz, aber die Jungs lieferten ordentlich ab. Ich werde auf jeden Fall wieder kommen, wenn Hacktivist mit ein paar Liedern mehr hoffentlich erneut nach Köln kommen. Jeder hat mal klein angefangen – doch aus einer Band wie Hacktivist kann noch einiges werden, denn ihr Sound ist vielversprechend!

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