Vom 20. Juni bis zum 21.Juni fand das alljährliche Ube Festival dieses Mal im Jugendpark Köln statt. Zwei Tage voller südostasiatischer Kultur, mit mitreißenden Tänzen, authentischem Essen und Ube – der ikonischen violetten Wurzel der philippinischen Küche.
Am Samstag, den 20. Juni durchflutet die Sonne den Rhein, es sind 33 Grad und der Geruch von gegrilltem Essen liegt in der Luft. Auf der Kölner Zoobrücke entdeckt man immer mehr Menschen, die sich auf den Weg zum Jugendpark begeben. Sie wollen alle zur Ube Fiesta, dort wird ein ganzes Wochenende die philippinische Kultur zelebriert und das im Herzen von NRW!
Ube nicht nur Trend, sondern ein Stück Philippinen?
Anfang 2026 führte kaum ein Weg an Ube vorbei. Auf TikTok und Instagram ebenso wie in Cafés um die Ecke. Ob in Kuchen, Eis oder Kaffee, die lilafarbene Trendzutat eroberte die Speisekarten im Sturm und schien das giftgrüne Matcha zeitweise sogar vom Thron zu stoßen. Doch hinter diesem Food-Trend steckt keine neue Erfindung, sondern eine Knolle mit langer Tradition. Ube ist nämlich eine violette Yamswurzel, die auf den Philippinen seit Generationen fester Bestandteil der Kultur und Küche ist. Ihr Geschmack ist mild und leicht süßlich, mit nussigen und vanilleähnlichen Aromen, weshalb sie besonders gut für Desserts, Gebäck und Getränke geeignet ist. Während sie in Europa als trendig schöne Zutat für Dessert und Getränke genutzt wurde, steht Ube auf den Philippinen für weit mehr als ihre intensive Farbe. Traditionelle Gerichte wie Halo-Halo (übersetzt sowas wie “mischen, mischen”) oder Ube Cake werden zu Festen wie Geburtstagen serviert und sind für die Filipinos ein Bestandteil von Kindheitserinnerungen und Heimat.
Die Ube Fiesta bringt philippinisches Feeling nach Köln
Auf dem Gelände des Jugendparks wirkt es für einen Moment, als sei ein kleines Stück der philippinischen Inselwelt nach Deutschland gebracht worden. Hunderte Filipinos und Filipinas sind an diesen Wochenenden aus ganz Deutschland zusammengekommen, um ihre Kultur zu feiern und mit anderen zu teilen. Gleich am Eingang zieht ein bunt bemalter Jeepney (siehe Titelbild) die Blicke auf sich. Zahlreiche Besuchende nutzen das ikonische Fahrzeug als Fotomotiv oder nehmen für ein Erinnerungsbild auf den Sitzen Platz. Auf den Philippinen gehören Jeepneys zum alltäglichen Straßenbild. Sie dienen als öffentliche Verkehrsmittel und sind weit mehr als nur Busse, sondern gelten als eines der bekanntesten Wahrzeichen des
Landes. Weiter auf dem Gelände entdeckt man hauptsächlich Foodtrucks. An den zahlreichen Essensständen werden philippinische Spezialitäten angeboten darunter gegrilltes Lechon (übersetzt: Schweinebauch) mit Reis, BBQ-Spieße, Siopao (Dampfnudeln mit herzhafter Füllung, etwa Schweinefleisch) sowie Ube-Shakes. Natürlich darf auch Halo-Halo nicht fehlen. Das wohl bekannteste Dessert der Philippinen vereint unter anderem violettes Ube-Eis, Gelee, süße rote Bohnen, verschiedene Früchte, Kondensmilch und zerstoßene Eiswürfel. Neben den kulinarischen Angeboten laden auch zahlreiche Verkaufs- und Informationsstände zum Stöbern ein. Von Kosmetikartikeln über Snacks und gemalten Bildern war einiges dabei. An den Informationsständen konnten sich Besuchende zudem über Reisen auf die Philippinen oder Sprachkurse erkundigen. Am Ende der Wiese erklingt zudem die beeindruckende Stimme von Patricia Kaye Büttner. Mit einer philippinischen Pop-Ballade nach der nächsten zieht die Sängerin das Publikum in ihren Bann. Die Zuschauenden tanzen, singen und lassen sich von der Musik mitreißen.
Wo Kultur verbindet und Heimat entsteht
Trotz der heißen Temperaturen verzeichnete das Ube Festival einen großen Besucherandrang. Besonders begeistert zeigte sich die Bergheimerin Alma davon, dass man auf dem Gelände immer wieder bekannten Gesichtern begegnete und schnell mit anderen Besucherinnen und
Besuchern ins Gespräch kam. Die vielen Sonnenschirme und die lebendige Atmosphäre erinnerten sie dabei fast an ein philippinisches Straßenfest.
Die junge Kölnerin Kayani besuchte das Festival an beiden Tagen und beschrieb die Veranstaltung als ein kleines Souvenir ihrer Heimat. Die Philippinen hätten natürlich noch viel mehr zu bieten, erzählt sie, doch gerade das Zusammensein und das gemeinsame Essen habe sie sehr begeistert. Nur der typische Geruch nach frischem Fisch auf dem Markt habe noch gefehlt. Auch Bonner Studierende hat es zum Ube Festival gezogen. Dawn hatte sich bereits im Vorfeld auf die Veranstaltung gefreut und wurde nicht enttäuscht. Besonders die vielen Sinneseindrücke machten für sie den Reiz aus: Gerüche wie der des Benzinauspuff eines Foodtrucks, die Geräuschkulisse durch die Karaoke-Einlagen auf der Bühne und die lebendige Stimmung vermittelten ihr ein Gefühl von Alltag, wie sie es von den Philippinen kennt.
Ein Festival, das verbindet
Am Ende ist die Ube Fiesta viel mehr als ein kulinarisches Erlebnis. Es verbindet Generationen, schafft Begegnungen und macht sichtbar, wie Kultur durch Essen, Musik und gemeinsamen Austausch weitergegeben wird. Wann die nächste Ube Fiesta ihre Tore öffnet, steht noch nicht fest. Bis dahin bleibt die Erinnerung an ein Wochenende voller Musik, Kulinarik und philippinischer Gemeinschaft bestehen.

Studiengänge: Politik & Philosophie
22 Jahre alt
