Welcome to Parookaville! Let madness, love and pure happiness rule again ♥

Bild: Laura Zingsheim / bonnFM

Vergangenes Wochenende zog es knapp 80.000 Festivalfans zum Flughafengelände des beschaulichen Örtchens Weeze, wo in diesem Jahr bereits zum dritten Mal das Parookaville stattfand.

Tag 1

Der erste Festivaltag startete mit fantastischem Wetter! Das nahmen viele temporäre “Bürger“ der Stadt Parookaville zum Anlass, dem weltweit größten Penny-Markt (2400qm) auf dem Campinggelände einen Besuch abzustatten und sich mit Grillgut und allem, was das Herz begehrt , auszurüsten, bevor es anschließend zum Feiern auf das Festivalgelände ging.

Ein besonderes Highlight dort war sicherlich das imposante Parookaville-Schild, das im Stil vom berühmten Hollywood-Sign an einem Hang direkt an City Gate 1, also einem von zwei Eingängen, platziert wurde. Auch beeindruckend war das “Death Valley“. Hier war ein kleiner Jahrmarkt aufgebaut: vom Autoscooter über die Achterbahn und jede Menge “Büdchen“ kam jeder Kirmesfreund auf seine Kosten. Mitten in dem ganzen Trubel sind die Veranstalter auf die geniale Idee gekommen Hängematten aufzustellen, für die kurze Entspannung zwischendurch.

Aber auch musik-mäßig hatte der Freitag einiges zu bieten: von Felix Jaehn über Sam Feldt, Robin Schulz, Armin van Buuren, Oliver Heldens und Tiesto standen schon am ersten Tag einige der größten Acts auf dem Spielplan. Allerdings fand zeitgleich zum Parookaville auch das Tomorrowland Festival in Belgien statt, welches musikalisch fast identisch ausgerichtet ist. Deshalb hatten die DJs gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen und kurze Wege zum nächsten Auftritt.

Der einprägsamste Augenblick des gesamten Festivals ist allerdings dem DJ-Duo Showtek zu verdanken. Während ihres Sets kündigten sie an, einen Song der Band Linkin Park spielen zu wollen. Überhaupt nicht passend zur Musikrichtung des EDM Festivals, aber mit einem berührenden Hintergrund: Der Frontsänger der Band, Chester Bennington, hat sich am vergangenen Donnerstag das Leben genommen. Als Hommage an ihn und die großartige Musik der Band, die eine ganze Generation geprägt hat, spielten Showtek den Song “In the End“. Dazu wurden auf den riesigen Leinwänden der Mainstage Bilder des Sängers gezeigt. Gegen Ende wurde schließlich die Musik ausgeblendet und das Publikum dazu animiert, den Refrain mitzusingen. “I tried so hard and got so far but in the end it doesn‘t even matter“ sangen daraufhin die fast 40.000 Menschen. Ein wahrer Gänsehaut-Moment. Auch bei YouTube wurde der Clip innerhalb weniger Stunden tausendfach geklickt, bei Facebook geteilt und von vielen Medien aufgegriffen. Viele User kommentieren gerührt, dass Musik eben über alle Genre-Grenzen hinweg Menschen miteinander verbinde und dass das ein toller Beweis dafür sei.

Tag 2

Während die einen noch im Zelt die wertvollen Stündchen Schlaf auskosteten, oder noch in der langen Duschschlange anstanden, waren an anderer Stelle bereits große Gefühle angesagt: Die zweite „echte“ Hochzeit fand am Samstag in der Parooka Church statt. Bisher gaben sich dort beste Freundinnen oder frisch Verliebte das (ungültige) Ja-Wort, aber Julia und Oliver aus Velbert setzten sich bei einem Gewinnspiel mit hunderten von Bewerbern durch und durften sich rechtskräftig in der Festivalkirche trauen. Mit dabei waren Trauzeuge Phil Fuldner – der einen Tag später auch noch als DJ beim Parookaville auftrat – sowie Familie und Freunde. Laut Veranstalter Bernd Dicks kämen regelmäßig Anfragen, ob man Ringe für einen Heiratsantrag mit auf das Festivalgelände bringen dürfe. Wer weiß, vielleicht folgt 2018 die nächste echte Hochzeit…

Aber nicht nur emotional hatte der Samstag einiges zu bieten, sondern auch musikalisch war der Tag gut aufgestellt. Von Laidback Luke über Felix Kröcher und DJ Snake bis zu den Headlinern wie Steve Aoki und Axwell Λ Ingrosso, war sicherlich für jeden Geschmack etwas dabei. Auch wenn es bei dem Auftritt von W&W anfing zu regnen, hielt das die Menge nicht ab auch bei KSHMR und vor allem bei Steve Aoki ordentlich mitzutanzen. Kurz ein kostenloses Regencape abgestaubt und schon gingen die Hände wieder nach oben. Steve Aoki war es eine besondere Ehre, dass die Menge dem Regen trotzte, zu seiner Musik tobte und gleich bereit war bei seinem neuen Musikvideo mitzumachen. Ein weiteres Highlight des Abends war das anschließende Feuerwerk über der Mainstage. Goldregen und pinke Sprenkler, dazu eine auf die Musik abgestimmte Lichter- und Lasershow machten das Feuerwerk zu einem epischen Moment. Wie von den Wetterdiensten berichtet, hörte pünktlich um halb 2 morgens der Himmel auf seine Unmassen an Wasser auf die Erde zu gießen und es konnte noch tief bis in die Nacht weiter gefeiert werden.

Tag 3

Der dritte und letzte Festivaltag begann wie sein Vorgänger endete: mit Regen, der auch leider so schnell nicht mehr aufhören wollte. So trotteten die meisten Camper schon gegen Mittag im Regen zu den Parkplätzen, um wenigstens schon mal alle abgebauten Zelte, Pavillons und Rucksäcke im trockenen Auto zu verstauen. Bereits der Weg dorthin glich einem Parcour, der an Tough Mudder und ähnliche Hindernisläufe erinnerte. Die starken Regenfälle mit rund 80 Litern pro Quadratmeter durchweichten die Park-Wiesen und machten es den Fahrern zum Teil unmöglich, den Wagen selbstständig aus dem Matsch zu bekommen. So mussten 30 Traktoren umliegender Landwirte anrücken, um den verzweifelten Festivalfans zu helfen.

Der guten Stimmung tat das Wetter aber immer noch keinen Abbruch. Zwar merkte man deutlich, dass sich weniger Parooka-Bürger vor den Bühnen tummelten, doch feierten diese umso mehr und dem Regen zum Trotz. Zum Glück gab’s ja genug kostenlose Regencapes.

Was auf einem echten Festival und auch trotz schlechten Wetters natürlich bei keinem Mädchen fehlen darf, sind die allseits beliebten Blumen-Haarkränze. Sie waren auch beim Parookaville überall zu sehen. Die meisten Festivalgirls kamen bereits im fertigen Festival-Sommerlook zum Gelände, alle Anderen konnten das blumige Accessoire auch vor Ort kaufen. Die Aktion #1000gutegruende setzte sich dort dafür ein, jungen Leuten die Vielfalt von Blumen wieder nahe zu bringen. Neben dem Verkaufsshop war auch eine kleine Werkstatt aufgebaut, in der man Blumenschmuck selbst herstellen konnte. Foto inklusive. Wer nun auch zu Hause das florale Geschick ausprobieren möchte, kann sich auf der Homepage Anleitungen herunterladen. Neben dem Blumenladen sorgten auch Rathaus, Gefängnis, Poststation und Stadtwald für ein Gefühl, als wäre man für ein Wochenende in einem ganz eigenen, kleinen Städtchen voller Liebe, Wahnsinn und purer Glückseligkeit gelandet!

Musikalisch gesehen war auch am Sonntag das Motto „Nicht kleckern, sondern klotzen!“. Top-DJs wie AKA AKA, Martin Solveig, Paul Kalkbrenner, DVBBS und Afrojack legten auf und bewiesen, dass sie zurecht zu den Megastars der Branche gehören. Für ein spektakuläres Ende betrat zum Schluss David Guetta die Mainstage, der auch schon durch Auftritte bei Festivals wie dem World Club Dome geübt darin ist, das Closing-Set zu spielen und das Publikum zu bewegen.


Das Festival, das es erst seit drei Jahren gibt und mit 25.000 Bürgern gestartet ist, war wieder ein voller Erfolg. Zwar trübten häufiger Regen, der volle Campingplatz und die schwierige Anfahrtslage zum Teil die gute Laune, doch sobald der tiefe Bass der Bühne das Herz berührte und zum Beben brachte, war alles schon wieder fast vergessen und die Füße tanzten von ganz allein. Die friedliche Stimmung der 80.000 Fans trug auch dazu bei, dass die Polizei keine großen Einsätze hatte und die Musik selbst genießen und Selfies vor dem Parookaville-Schild machen konnte.

Im nächsten Jahr wird die Stadt rund um den fiktiven Gründervater Bill Parooka vom 20. bis 22. Juli aufgebaut und hält bestimmt wieder neue Überraschungen bereit!

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