„Bitte bleiben Sie zuhause“ – Wie das Projekt „Wilde Gabe“ die Unterstützung der Obdachlosen organisiert
Der Bonner Gabenzaun am Kaiserplatz, Foto: Elena Meyer-Thamer/ bonnFM

„Bitte bleiben Sie zuhause“ – Wie das Projekt „Wilde Gabe“ die Unterstützung der Obdachlosen organisiert

Lesezeit: 3 Minuten

Aktuell fragen sich viele Menschen, wie sie Bedürftige trotz Corona-bedingter Einschränkungen unterstützen können. Wir stellen euch das Bonner Projekt „Wilde Gabe“ vor, eine Plattform, die euch mit hilfreichen Tipps zum kontaktlosen Spenden und allerlei Informationen zum Thema „Gabenbeutel“ versorgt.

Auf der Grünfläche an der Ampel stand lange ein Metallzaun. Wenn ich daran vorbeiging, sah ich die festgeknoteten Plastiktüten im Wind baumeln. Aber der sogenannte „Gabenzaun“, der mit Spenden für Bedürftige bestückt werden konnte, wurde wieder abgebaut. Grund dafür ist die Corona-Pandemie, welche Abstandsregeln und Versammlungsverbote mit sich brachte. Zahlreiche Gabenzäune, die offiziell nicht erlaubt, sondern lediglich geduldet wurden, müssen pausieren oder wurden abgerissen. Aber wie können Wohnungslose und andere Bedürftige,
die zur sogenannten „vulnerablen Gruppe“ gehören, in einer solchen Krisenzeit unterstützt
werden?

#WirVsVirus

Dieser Frage hat sich ein fünfköpfiges Team aus jungen Menschen aus Bonn, München und Berlin gewidmet, die im Rahmen des von der Bundesregierung ausgerufenen #WirVsVirus Hackathons das Projekt „Wilde Gabe“ ins Leben gerufen haben. Dabei handelt es sich um eine Plattform, die über Handlungsoptionen zur Hilfe von Obdachlosen informiert und ein Netzwerk für Helfer bietet. Nils Geese, einer der Bonner Mitbegründer des Projekts formuliert das Vorhaben folgendermaßen: „Mir war es wichtig ein Hilfsangebot zu gestalten, das sowohl für Spender als auch für Empfänger unkompliziert einzurichten und zu nutzen ist. Faktisch ist es für jeden von uns ohne nennenswerte Umstände möglich, das Leben dieser Menschen enorm zu erleichtern. Trotzdem zögern die meisten von uns, wenn es darum geht, gute Absichten in die Tat umzusetzen. Ich hoffe, dass unsere Plattform dabei hilft, dieses letzte Zögern zu überwinden.“

Mögliche Zutaten für einen Lebensmittel-Gabenbeutel, Foto: Elena Meyer-Thamer/ bonnFM

„Unsere Kreativität wird in dieser Krise in besonderem Ausmaß gefragt“

Auf ihrer Webseite „wildegabe.de“ stellen Nils Geese und sein Team Informationen zur
kontaktlosen Spende zur Verfügung. Neben einer Karte zum Auffinden noch aktiver
Gabenzäune in der eigenen Umgebung ist dort eine Anleitung für das korrekte Befüllen von
Gabenbeuteln zu finden. Dabei kann zwischen einem sinnvollen Lebensmittel-Kit und einem ebenso wichtigen Hygiene-Kit unterschieden werden. Mithilfe praktischer Listen können diese problemlos zuhause nachgepackt werden, wobei darauf zu achten ist, die Gabenbeutel unbedingt wasserdicht zu verschließen. Da aufgrund der Corona-Maßnahmen momentan einige Gabenzäune ausfallen, listet die Webseite zudem andere Optionen der kontaktlosen somit sicheren Übergabe auf.

Laura Zimmermann, eine der Bonner Mitbegründerinnen des Projekts „Wilde Gabe“, erklärt die aktuelle Situation folgendermaßen: „Gabenzäune sind eines von vielen Projekten, welche in dieser schweren Zeit zur Obdachlosenhilfe beitragen. Doch wo Abstandsregeln und Hygieneartikel nicht umgesetzt werden können, müssen andere Ideen her. Wie bereits vom Bundespräsidenten herausgestellt worden ist, wird unsere Kreativität in dieser Krise in einem besonderen Ausmaß gefragt.“ Um diese Kreativität zu bündeln, lässt sich auf „wildegabe.de“ eine Liste mit wohltätigen Organisationen aufrufen, mit denen Kontakt aufgebaut werden kann, um die Unterstützung der vulnerablen Gruppe zu koordinieren.

Weiterhin gilt: haltet euch an die Leitlinien

Um Ansteckungen zu vermeiden und damit das soziale Engagement immer im rechtlichen Rahmen bleibt, informiert „wildegabe.de“ zusätzlich über die EU-Leitlinien für
Lebensmittelspenden. Die Organisation appelliert daran, durch die Einhaltung der spezifischen Regeln und Richtlinien, die Sauberkeit und die Sicherheit verbliebener, aktiver Gabenzäune zu gewährleisten, damit dieses simple Konzept der kontaktlosen Spende weiterhin für Unterstützung der Bedürftigen sorgen kann. Ein zurzeit aktiver Gabenzaun in Bonn befindet sich am Kaiserplatz, rechts vor der Unterführung in Richtung Poppelsdorf.

Schaut euch die Seite von „Wilde Gabe“ selber an: https://wildegabe.de/
Schaut euch hier das für den Hackathon erstellte Pitch-Video von „Wilde Gabe“ an:
https://www.youtube.com/watch?v=lOhTtwYGMjE
Besucht das Instagram-Profil von „Wilde Gabe“: https://www.instagram.com/wildegabe/