I want to be a part of it, New York, New York – bonnFM reist

New York ist doch immer eine gute Idee oder? bonnFM reist.

Relativ spontan entschied ich, mich bei meinem Eltern einzuklinken und eine Woche mit ihnen nach New York City zu fliegen. Sonntagmorgens ging es mit großem Koffer, der nur halb gefüllt war, denn ich hatte große Shoppingambitionen, zum Düsseldorfer Flughafen. Der achtstündige Flug verging schnell, schließlich gab es auch einige Filme zu Auswahl: von „Spider-Man-Homecomig“ bis „The Circle“ und „Ich-Einfach unverbesserlich 3“. Da ich das Privileg eines Fensterplatzes hatte, wurde mir während des Landeanflugs auf Newark in New Jersey ein spektakulärer Blick auf Manhattans Skyline gewährt. Dank der Zeitverschiebung war es mittags, als wir landeten. Entgegen unserer Befürchtung, dass wir lange an der Einreisekontrolle anstehen müssten, kamen wir ziemlich schnell dran. Unser Kontrolleur begrüßte uns direkt mit „Guten Tag“ – wir sahen wohl ziemlich deutsch aus. Die Fahrt vom Flughafen in New Jersey nach New York City hinein war das reinste Chaos – und das an einem Sonntag. Die Straßen waren so überfüllt, dass man die meiste Zeit im Schritttempo fahren musste. Ohne Rücksicht auf Verluste wechselten die Autos die Spuren und versuchten sich den Weg durch Hupen frei zu machen, natürlich erfolglos. Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichten wir unser Hotel in Murray Hill. Wir hatten ein Zimmer im 12. Stock mit einem kleinen Balkon mit Blick auf das Empire State Building. Schon jetzt wollte ich gar nicht mehr weg.

„Die Stadt, die niemals schläft“

Bild: Luisa Hohenbrink / bonnFM

Wie von den Ohrenstöpseln auf den Kopfkissen prophezeit, war es auch in der Nacht ziemlich laut. Autohupen und Sirenen waren dabei nur die Spitze des Berges. Hupen scheint hier ein gängiges Kommunikationsmittel zu sein. New York ist halt wirklich „die Stadt, die niemals schläft“.

Kulinarische Highlights in Big Apple

Zwar hatten wir eine kleine Küche, allerdings ohne Besteck, dass musste man extra bestellen, doch am ersten Morgen in NYC wollten wir richtig amerikanisch frühstücken. Wir gingen in ein Diner ein paar Straßen weiter runter. Und was soll ich sagen: Es war wirklich klassisch amerikanisch, so wie man es aus Filmen kennt. An den Wänden hingen Bilder verschiedener prominenter Personen und in der Ecke stand eine Jukebox. Auf der Speisekarte dominierten eindeutig Eierspeisen: Rührei, Spiegelei, gekochtes Ei oder als Omelette in den verschiedensten Ausführungen, serviert mit Bacon, Würstchen, Bohnen und Kartoffeln – der Albtraum eines jeden Veganers. Ich entschied mich gegen die Omelettes und nahm Buttermilch-Pancakes. An den nächsten Tagen frühstückten wir im Hotel – Bagels mit Frischkäse- da das Essen in NYC recht teuer ist. Auch, da es üblich ist, ein hohes Trinkgeld zu geben. Abends probierten wir klassische Hamburger, Burritos, Pizza, Salate oder auch einfach mal Joghurt im Hotel aus. Wenn man eines in NYC nicht kann, dann ist das Verhungern. An jeder Straßenecke ist ein Imbiss, ein Hot-Dog-Stand oder eine Fast-Food-Kette. Dazwischen den ein oder anderen fancy veganen Laden, cold-pressed Juices oder Pret-a-Manger, das Starbucks Konkurrenz macht und mittlerweile fast so häufig zu finden ist. Welches kulinarische Highlight auf unserer Reise natürlich nicht fehlen durfte, war Cookie Dough von Cookie Dough Confections. Der erste Laden, der den rohen Teig verkauft und dessen Video auf Facebook die Runde macht. Dementsprechend war auch die Schlange vor dem Laden. Ein Türsteher musste sogar den Einlass regeln. Nach einiger Wartezeit offenbarte sich mir das breite Angebot:

Bild: Luisa Hohenbrink / bonnFM

Cookie Dough in allen möglichen Variationen. Chocolate Chip, Double Chocolate Chip, weiße Schokolade, mit Reese´s Peanut Butter Cups, mit Streuseln, Vegan… um nur einige Sorten zu nennen. Man konnte auch bereits gebackene Cookies kaufen oder Brookies: Brownies mit Cookie Teig als Topping. Ich entschied mich für den Reese´s Cookie Teig für mich und den klassischen Chocolate Chip Teig für meine Eltern. Mein Fazit: Schmeckt lecker, aber meine Erwartungen waren zu hoch. Selbstgemachter Teig ist besser und eine Kugel ist unglaublich sättigend! Trotzdem war es den Versuch wert und wenn man ein Cookie-Dough-Junkie ist, auf jeden Fall empfehlenswert.

Die klassische Touritour in NYC

Wie der typische Tourist wollten wir alle Sehenswürdigkeiten in NYC abklappern, auch wenn meine Eltern schon mehrmals in Big Apple waren. Bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen um die 25°C, für die ich definitiv die falsche Kleidung mit hatte, sind wir vom Financial District aus über die Brooklyn Bridge gelaufen. Der Blick auf die Brücke und von der Brücke aus war wirklich beeindruckend. Wolkenkratzer ragten vor einem hervor, abgegrenzt von dem East River, über den sich die Brücke erstreckt.

Bild: Luisa Hohenbrink / bonnFM

An der Seite lässt sich die Statue of Liberty erkennen. Wenn man sich durch die zahlreichen Selfiesticks, die von allen Seiten gezückt werden, durchkämpft, kann man einen wirklich tollen Blick auf die Skyline erhaschen. Einen noch beeindruckenderen Blick erhält man allerdings von meinem neuen Lieblingsplatz in DUMBO (Down Under Manhattan Bridge Overpass) aus. Dorthin gelangt man, wenn man über die Brooklyn Bridge geht und sich links Richtung Manhattan Bridge hält. Direkt am Wasser offenbart sich der beste Blick auf Manhattan und die Brooklyn Bridge – absolute instragrammable. Ein besonderes Highlight ist es, hier auf den Stufen den Sonnenuntergang zu beobachten, bis es dunkel ist und in den Wolkenkratzern die Lichter brennen. Da meine Eltern bereits auf den Aussichtsplattformen Top of the Rock und dem Empire State Building waren entschieden wir uns für die erst 2015 eröffnete Aussichtsplattform auf dem One World Trade Center. Die Plattform befindet sich im 100 bis 102sten Stock, in die man in 47 Sekunden in einem Aufzug hochfährt, während einem die Entwicklung von New York City´s Wolkenkratzern auf Bildschirmen gezeigt wird. Nach einem kleinen Einstimmungsvideo eröffnet sich einem ein Rundgang mit atemberaubendem Blick über die Stadt. Man kann auf das Empire State Building und die umliegenden Gebäude, beide Flüsse, Brooklyn und die Freiheitsstatue gucken. Unter einem erstreckt sich das 9/11-Memorial, ein sehr emotionaler Ort, an dem an die Opfer des Anschlags von 2001 erinnert wird.

Im Central Park vergisst man fast, dass man in NYC ist

Eine weitere Sehenswürdigkeit, die man gesehen haben sollte, ist der Central Park. Wir haben uns dafür entschieden, Fahrräder zu mieten und einmal um den ganzen Park zu fahren. Mit ein paar kleinen Zwischenstopps reichen zwei Stunden Mietzeit völlig aus. Während wir durch den Park fahren, an kleinen Seen vorbei, vergisst man plötzlich, dass man in der größten Stadt der USA ist. Auch wenn viele die gleiche Idee haben und lauter Kutschen und Rikschas Touristen durch den Park chauffieren. Nicht erwartet hatte ich die vielen Hügel, die uns rauf und runter trieben und bei 28°C ziemlich schweißtreibend waren.
Eines meiner persönlichen Highlights war die High Line, eine alte, 2,33 km lange Gütertrasse, die bis zum Chelsea Market führt. Durch ein Projekt wurde sie ausgebaut, bepflanzt und Bänke und Liegen aufgestellt. Auch lassen sich einige künstlerische Werke finden. Für die Mittagspause empfiehlt sich der Chelsea Market mit einigen Köstlichkeiten. Für die, die vom Heimweh gepackt werden, gibt es sogar „German Sausages“.

Bild: Luisa Hohenbrink / bonnF

Weitere Sehenswürdigkeiten auf meiner To-Do-Liste waren natürlich das Flatiron Bulding mit Madison Square Park und der Times Square bei Nacht. Viele Künstler zeigen hier, was sie können – von Tanzen bis Singen und Zaubertricks. Als wir an einem Nachmittag durch Soho geschlendert sind, hatte man plötzlich nicht mehr das Gefühl, in NYC zu sein. Überall sind kleine Lädchen, Bars und Restaurants und im Vergleich zu Midtown ist es definitiv ruhiger. Ähnlich ist es mit Chinatown und Little Italy. Hier ist es zwar nicht unbedingt ruhig, doch dafür taucht man für einen kleinen Moment in eine andere Welt ein. Auch wenn Souvenirverkäufer einem ihre Artikel andrehen wollen und Restaurants einem ihr besonderes Angebot präsentieren. Natürlich gab es, zur Freude meiner Eltern, in den italienischen Restaurants auch Aperol Spritz – allerdings für stolze 16 $.

Ein Abschied, bei dem man direkt wieder Fernweh bekommt

Der Sonntagmorgen, an dem es schon wieder Richtung Heimat ging, kam viel zu schnell. Ich hatte gerade erst das Gefühl, mir einen groben Überblick über die Stadt verschafft zu haben, da ging es schon wieder zurück. Zwar waren wir jeden Tag viel unterwegs gewesen und doch hatte ich das Gefühl, erst einen Bruchteil der Stadt gesehen zu haben. Schneller, als ich dachte, stand ich wieder mit meinem großen Koffer, der sich in der Woche gut gefüllt hatte, am Flughafen. Uns war allen die Erschöpfung der letzten Tage anzusehen, doch ich war trotzdem traurig, dass es wieder zurück ging. New York City ist zwar laut, dreckig, total wuselig und voller Touristen, aber trotzdem hat mich diese Stadt in ihren Bann gezogen und ich freue mich schon darauf, noch weitere Teile erkunden zu können. Der Blick aus dem Flugzeug, als wir bei strahlendem Sonnenschein NYC verließen, war für mich die letzte Bestätigung, dass die Stadt mich bald wieder sehen wird.