Not only a wonderful musician, but also a wonderful person – RY X in concert
Bild: Nadja Richter

Not only a wonderful musician, but also a wonderful person – RY X in concert

Eigentlich sollten Konzerte keine Bürde, sondern ein Grund zur Freude sein. Doch selbst der größte Musik- und Konzertliebhaber hat mal einen schlechten Tag. Warum genau dann ein Konzert von RY X Wunder bewirken kann, sagt euch bonnFM.

Einen Flug viel teurer gebucht als erwartet, Zeitstress und dazu noch Wind und Regen, der nicht aufhört. Im Kölner Verkehrschaos dann einen riesigen Umweg gefahren und nervige Leute in der Bahn ausgehalten – ich muss zugeben: Als ich endlich im Carlswerk Viktoria in Köln angekommen war, waren Laune und Motivation im Keller. Im Nachhinein erscheint es mir logisch, was ich zu dem Zeitpunkt jedoch nicht wusste war, dass dies die perfekten Voraussetzungen für ein Konzert von RY X und seinem Support Hannah Epperton waren. Denn nach so einem dreckigen Tag brauchte ich eins: Ruhe. Und Junge, habe ich diese Ruhe bekommen.

Die wahrscheinlich süßeste Violine der Welt

Von der Schwester von RY X bis hin zu einer Tash Sultana mit Geige statt Gitarre habe ich sie für alles gehalten. Die Rede ist von Hannah Epperton, dem Support von RY auf seiner Tour. Sie und ihre Geige passen zueinander wie bonnFM und gutes Radio. Und musikalisch könnte sie wirklich die Schwester des Stars des Abends sein. Zwar ist sie weniger elektronisch und alles in allem folkiger, was aber nicht heißt, dass sie auf moderne (und teilweise sehr besondere) Techniken des Musikmachens verzichtet. Die Loopstation und der Synthesizer mit diversen Effekten erklären nicht nur, warum sie auf mich wie eine Tash Sultana mit Geige wirkte, sondern gaben ihrem Instrument einen einzigartigen Klang.

Doch nicht nur die Effekte, sondern auch ihre Stimme selbst und die Weise, wie sie sich auf der Bühne gibt, lassen ihren Auftritt in Erinnerung bleiben. In einem Lied singt sie direkt in den Korpus ihrer Geige und verändert so den Klang ihrer Stimme, in einer Pause hört man sie kichern oder seufzen, bevor sie schüchtern fragt, ob jemand Fragen zu ihr oder ihrer Musik hätte. Als keine Antwort kommt, gibt es nur ein freundliches „Okay, maybe later“ und das nächste Lied wird ankündigt. Falls man sie jetzt noch nicht mochte, machte folgender Satz das Bild des netten, dankbaren Nachbarsmädchens komplett: „I don’t take it for granted that I can set this stage for you.“
Meine schlechte Laune war verflogen und ich hatte einen gefühlten Ruhepuls von 20. Hannahs großer Bruder konnte kommen.

Musik für Momente, die dringend Musik brauchen – RY X auf der Bühne

Falls jemand dachte, die Atmosphäre könne noch ruhiger und entspannter werden, hat er sich mächtig geirrt. Schon in der Umbaupause ist eine Mitarbeiterin nur damit beschäftigt, die unzähligen Kerzen auf der Bühne anzuzünden. Und dann steht er endlich da, the man himself: Ry Cumings. In einem Halbkreis um ihn herum die drei Mitglieder seiner Band. Er selbst im schlichten weißen Gewand mit Mütze und Vollbart vor noch schlichterer Kulisse – noch, aber dazu später mehr. Die Mischung aus alten und neuen Songs passt genauso gut wie der Kontrast zwischen den ruhigen, vor sich hin plätschernden Anfängen seiner Lieder und den gewaltigen Klangwänden, in die sie sich verwandeln und die einen vollkommen überraschen, obwohl sie sich die ganze Zeit mehr und mehr aufgebaut hatten.

Die Melancholie in seiner Musik ist deutlich in jedem Lied spürbar, seine Stimme typisch schmerzvoll und nachdenklich, jedoch klingt kein Lied wie das andere. Möglich macht das die Mitarbeit der Mitglieder und RYs außerordentliche Gabe, zwischen den Liedern von Gitarre zu E-Gitarre zu wechseln und während der Lieder vom E-Piano zum Synthesizer und zurück zu springen. Das alles jedoch ganz ohne irgendeine Art von Abhetzung oder Stress auszustrahlen. Im Gegenteil: Er selbst ist es, der sich in seiner Musik verliert, der mit seinen sanften Handbewegungen die Essenz seiner Musik perfekt in Tanz packt. Und falls man im Trancezustand irgendwie doch die Augen aufmacht, fällt einem die veränderte Kulisse auf. Auch die Leinwand hinter den Künstlern hat sich nun der Musik angepasst und zeigt die simpelsten Sachen: Wasserwellen und wehende Frauenhaare.

Und diese Bilder beschreiben eigentlich am besten RYs Musik: Die simpelsten Sachen, die im richtigen Kontext ungeheuer bedeutungsvoll sein können. RY X macht Musik für Momente, die Musik brauchen: Für das Gefühl vollkommener Ruhe um drei oder vier Uhr morgens, für den letzten Atemzug eines Lebens, für das erlösende Gefühl, nach einem ewigen hin und her endlich eine Entscheidung getroffen zu haben.

Und dann hat er noch die Nerven, sich bei uns zu bedanken, dass wir ihm zuhören und sagt uns, was für wundervolle Leute wir sind. Dabei sind wir die, die ihm danken und sagen sollten, was für ein wunderbarer Mensch er ist, dass er uns seine wundervolle Musik schenkt.

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