Keine Überraschung gegen Bamberg

Foto: Sebastian Derix

Am 28. Spieltag der Beko Basketballbundesliga mussten sich die Telekom Baskets Bonn dem amtierenden Deutschen Meister und Tabellenführer Brose Baskets Bamberg mit 65:85 (16:20, 20:25, 23:20, 6:20) geschlagen geben. Drei Viertel lang zeigten die Baskets Einsatz, machten vieles richtig und gestalteten die Partie spannend. Im letzten Viertel drehte Bamberg dann endgültig auf und zog uneinholbar davon. Für eine neue persönliche Saisonbestleistung sorgte mit 22 Punkten Center Tadas Klimavicius.

Mit einem Sieg rechnete in Bonn vor dem Spiel am Sonntag niemand, schließlich ging es gegen den unangefochtenen Tabellenführer, der seine letzten 18 Spiele in der Bundesliga gewonnen hatte. Doch umso besser, so konnten die Baskets befreit aufspielen: Entspannt und trotzdem mit viel Energie gingen sie ins erste Viertel. Besonders Klimavicius stellte seine Qualitäten sofort unter Beweis: Die ersten sieben Bonner Punkte gingen allesamt auf sein Konto. Bamberg schien es ebenfalls nicht eilig zu haben, zog ruhig seine Systeme durch und ging in Führung – bis Aaron White mit einem Dreier für die erste (und einzige) Bonner Führung im Spiel sorgte (10:8, 7. Spielminute). Ebenfalls ein Dreier, diesmal von Lucca Staiger, brachte Bamberg kurze Zeit später wieder nach vorne (16:17, 8. Minute).

Foto: Sebastian Derix

Foto: Sebastian Derix

Baskets bleiben in Schlagdistanz

Mit 16:20 ging es ins zweite Viertel. Aufbauspieler Eugene Lawrence erkannte den freien Mann, passte direkt unter den Korb und Florian Koch verwandelte den Korbleger: 18:21 (11. Minute). Vor allem dank dem ehemaligen NBBL-MVP Daniel Theis konnte Bamberg sich in der Folge auf 10 Punkte absetzen (20:30, 14. Minute). Bonn nahm konsequent eine Auszeit, nach der das Spiel spürbar an Fahrt aufnahm. Immer wieder war es nun Klimavicius, der sich unter dem Korb durchwühlte und punktete. Dann gleich zwei Überraschungen: Isaiah Philmore traf seinen ersten Dreier der Saison, kurz darauf versenkte Klimavicius gleich seinen zweiten des Spiels (32:39, 18. Minute). Doch Staiger sorgte auf der Gegenseite mit dem gleichen Wurf dafür, dass Bonn nicht näher herankam. Nach einem unsportlichen Foul seitens Bamberg markierte Sean Marshall mit zwei Freiwürfen den 36:45 Pausenstand.

So richtig drehte dieser allerdings erst nach der Pause auf: 12 Punkte steuerte er im dritten Viertel bei, darunter zwei Drei-Punkte-Würfe. Insbesondere dem Duo Marshall/Klimavicius hatten die Baskets es in dieser Phase zu verdanken, dass Bamberg stets nur mit ein paar Zählern in Führung lag. Nach zwei Punkten von Lawrence schnupperten die Baskets sogar an der Sensation: Nur noch vier Punkte trennten sie vom Team aus Bayern (50:54, 27. Minute). Doch wie so oft an diesem Abend streute Bamberg direkt im Anschluss wieder einen strategisch wichtigen Dreier ein, diesmal von Janis Strelnieks, der die Baskets wieder in ihre Schranken wies (50:57). Einen spektakulären Block von Klimavicius und den anschließenden Ballgewinn können die Baskets kurz vor Schluss nicht in Punkte umsetzen, es bleibt beim 59:65 Viertelstand.

Foto: Sebastian Derix

Foto: Sebastian Derix

Magere Punkteausbeute im letzten Viertel

Nach Anbruch der letzten zehn Minuten zeigte sich sehr schnell, warum Bamberg mit ZSKA Moskau zuletzt sogar das vielleicht beste europäische Team schlagen konnte. In der Defense war für die Baskets endgültig kein Durchkommen mehr: Ganze drei Minuten ließen die ersten Bonner Punkte auf sich warten. Die Bamberger erzwangen Ballverluste auf Bonner Seite, die sie selbst eiskalt in Punkte verwandelten. Immer wieder setzte sich Bamberg unterm Korb durch und sammelte fleißig einfache Punkte, blieb aber dennoch auch von außen gefährlich. Nur sechs Zähler erlaubte Bamberg den Baskets im letzten Viertel, zwei Freiwürfe und zwei Würfe aus dem Feld. Den 65:85 Endstand markierte schließlich Staiger mit einem erneuten Dreier. Damit fanden fünf seiner sechs Drei-Punkt-Würfe den Weg in den Korb, eine unglaubliche Quote von 83%.

Baskets Coach Silvano Poropat war trotz der Niederlage nicht unglücklich über die Leistung seines Teams. Man habe Bamberg „lange geärgert“ und „viele gute Sachen gemacht“. Im letzten Viertel haben die Baskets das Level nicht halten können und im Gegenzug Staiger und Theis zu viel erlaubt. Hätte das Team hier zwei, drei Dreier mehr getroffen, hätte es eventuell ganz anders ausgesehen, so der Coach.

Weiter geht es für die Baskets mit dem Auswärtsspiel bei ALBA Berlin am 9. April um 18:30 Uhr. Eine Woche später steht am 17. April um 17:00 Uhr mit der Partie gegen medi bayreuth das vorletzte Heimspiel der Saison auf dem Plan.

Katharina Weber
Ehemalige Chefredakteurin Nachrichten und Wort, Moderatorin, Campusradio-Methusalem und Baskets-Enthusiastin.