Bonn hat einen Filmchor!

Was wären Filme ohne ihre Musik? Darth Vader ohne „The Imperial March“, Der König der Löwen ohne „The Circle Of Life“? Filmmusik bringt Leben und Stimmung ins Bild. Und auch ohne Bild kann sie ein Erlebnis sein. Genau das bewies Bonns frisch gegründeter und erster Filmchor vergangenen Donnerstagabend im Theatersaal der Brotfabrik. bonnFM war für euch dabei!

„Wenn du dich an die Filmmusik erinnerst, dann springen dir meistens auch Szenen und Dialoge, Farben, die Zeit, in der der Film spielt und auch die emotionalen Umstände, unter denen du selber in den Film gegangen bist, nochmal ins Hirn. Das ist das Faszinierende“, erklärt der Musiker, Regisseur, Moderator und nun auch noch Gründer und Chorleiter des Bonner Filmchors Guido Preuß nach dem ersten Auftritt. Eine Premiere in jeglicher Hinsicht, denn gegründet wurde der Chor erst im August 2017. Doch weshalb in Bonn einen Chor gründen, wenn Preuß schon seit 2009 den Filmhauschor in Köln leitet?

Bild: René Werner

Dass es überhaupt einen Filmchor in Bonn gibt, sei einigen zusammenhängenden Umständen zu verdanken. Guido Preuß arbeitet nämlich nicht nur als Chorleiter, sondern ebenfalls als Tanzdramaturg in der Bonner Brotfabrik Bühne. Dort wurden ab August 2017 durch die Neuaufstellung des Bildungswerks Interkultur (früher Kulturgut) Räumlichkeiten frei.  Das Angebot, diese zur Probe zu benutzen, nahm Preuß prompt an. Den eigentlichen Anstoß brachte allerdings Chormitglied Sina Kürtz. Durch das Bonner Theater Marabu sei die Studentin auf Guido Preuß aufmerksam geworden und habe ihn gefragt, ob sie nicht bei seinem Filmhauschor in Köln mitsingen könnte. „Damit hat sie dann eine Lawine in Gang gesetzt, dass ich überlegt habe: warum muss Sina eigentlich nach Köln fahren? […] Sowas müsste doch auch in Bonn möglich sein.“

Mehr als ein Werkstattconcertino?

Nun haben sich 30 Sängerinnen zusammengefunden. Das Ganze wirke zuweil etwas experimentell, dabei sei es einfach noch nicht fertig, moderieren Preuß und Sina den Auftritt an. Nach erst 16 Proben wollten sie die Lieder nicht als Endfassungen präsentieren, sondern vielmehr als „Rohschnittgesänge“, wie schon der Veranstaltungstitel andeutet. Davon kann nach der Veranstaltung allerdings keine Rede mehr sein. Besonders die Mischung von Stücken aus populären Klassikern und weniger bekannten Filmen kommt bei den Zuschauern an. Von “Trust In Me”, dem Lied der Schlange Kah aus dem Dschungelbuch über das Star Wars Thema “The Force” bis zum Titelsong von “Till There Was You” – die unterschiedlichsten Genres wurden angestimmt. Und das nicht nur in Chorform, die Chormitglieder Susanne Wilking, Antje Klatte-Wahl, Sabine Tietjen-Wambach und Silvia ter Haar haben im Quartett unter anderem “Can You Feel The Love Tonight” aus König der Löwen gesungen. Besonders begeistert waren die Zuschauer von der Solistin Lisa Ose, die zwischen den Chorgesängen mit Jazzstücken und in Klavierbegleitung von Guido Preuß auftrat. Alles in allem ein gelungenes “Werkstattconcertino” mit einer charmant selbstironischen Moderation.

Moderatoren Guido Preuß und Sina Kürtz auf der Suche nach potentiellen männlichen Sängern im Publikum.
Bild: René Werner

Wer die Rohschnittgesänge des Bonner Filmchors verpasst hat, kann sich auf den Sommer freuen, dann sind weitere Konzerte geplant.
Wer auch mitsingen möchte: Proben sind donnerstags von 19:45-22 Uhr in den Räumen der Brotfabrik, besonders männliche Unterstützung ist erwünscht. Weitere Infos findet ihr hier.

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