Sixties on Steroids: Birth of Joy im Interview

Wenn man Phrasen wie Sixties on Steroids oder Psychadelic Organ Rock hört, dann wissen Kenner schon wer gemeint ist: Die Band Birth of Joy! Die drei Jungs aus den Niederlanden haben ihr ganz eigenes Konzept von Psychadelic Rock: Eingängige Riffs, Treibende Rhythmen und das Ganze auch noch mit einer Hammond-Orgel statt nem Bass. bonnFM-Reporter Frederik Steen hat sie Backstage getroffen und mal nachgehört.

bonnFM: Hi! Sagt mal woher kommt eigentlich der Name “Birth of Joy”?

(Die drei schauen sich an, einer lacht und das Mikro wandert zum Sänger und Gitarristen Kevin Stunnenberg.)

Kevin: Den hab ich mir ausgedacht. “Birth of Joy” heißt: Rock’n’Roll Musik machen, alles um sich herum vergessen und sich in der Musik zu verlieren. Im Grunde ist genau das was wir machen “the birth of joy”.

bonnFM: Euch gibt es schon seit zehn Jahren, was war in der ganzen Zeit euer Lieblings Konzert?

(Der Drummer Bob Hogenelst antwortet.)

Bob: Wir hatten schon viele coole Erfahrungen auf Tour! Es gibt uns schon seit zehn Jahren, aber die ersten fünf davon waren wir vor allem in kleineren Bars in den Niederlanden unterwegs. Als wir dann aber auf das Showcase Festival “Transmusicales” nach Rennes eingeladen wurden, hatten wir in Frankreich auf einmal schon eine große Ausgangsbasis von der aus wir dann nach Deutschland und in die Schweiz gewachsen sind. Dem Festival verdanken wir einiges!

bonnFM: Ihr selber sagt, ihr macht Psychadelic Rock’n’Roll. Aber seid ihr für Musik aus den 60ern und 70ern nicht etwas zu spät geboren?

(Gertjan Gutman (Orgel) übernimmt.)

Gertjan: Naja, es ist natürlich die Musik, die unsere Eltern gehört haben! Als wir jung waren haben wir sie dadurch aber schon von Zuhause aus ständig gehört. Wir sind in den 90ern aufgewachsen – da kam dann noch viel Stoner und Grunge Musik von zum Beispiel Nirvana oder den Queens of the Stone Age dazu. Unsere Musik ist also ein Mix aus der Musik unserer Eltern und unserer Eigenen. Wir hören aber auch ganz viele verschiedene Dinge wie Blues, Jazz, Klassik und so weiter.

bonnFM: Worüber sind dann eure Songs?

Kevin: Unsere Songs sind über ganz verschiedene Themen. Über Erfahrungen und Ängste. Gefühle und Wünsche. Unsere Umwelt und unsere Geschichte. Diese Themen spielen sich oft ziemlich unterschwellig ab. Es ist schwer zu verallgemeinern. Wenn man so will geht es da ums Lebens generell.

bonnFM: Wie schreibt ihr drei eure Songs? Kommt da einer mit einer fertigen Idee in den Proberaum und die anderen geben ihren Senf dazu, oder wie geht ihr vor?

Kevin: Meistens machen wir die Songs zusammen. Wir haben alle Ideen und schreiben alle an den Songs. Dann werden dazu aber erst hinterher die Texte geschrieben. So werden Musik und Vocals zu einer Front. Wenn man Texte zuerst schreibt und dann erst die Musik komponiert, dann kommt fast immer Singer Songwriting raus. Die Texte sind bei uns eher die Übersetzung der Musik.

bonnFM: Euer neues Album heißt “Get Well”. Was ist darauf Neues zu hören?

Bob: Wir haben einiges an den Instrumenten getan! Ein anderes Schlagzeug kommt zum Einsatz, ein Rhodes E-Piano ist drauf zu hören und wir spielen mit anderen Guitar-Amps.

Kevin: Und wir haben auch ganz andere Gitarreneffekte. Es enstehen teilweise ein ganz andere Sounds.

bonnFM: Okay, andere Effekte und ein anderer Sound, aber ihr benutzt ja immer noch keinen Bass. Wie kamt ihr auf die Idee ohne Bass zu spielen?

Gertjan: Das ist gar nicht so ungewöhnlich! Wenn man an The Doors denkt, sieht man ja, dass das funktioniert! Wir hatten aber am Anfang auch keine wirkliche Wahl. Als wir uns beim ersten Jammen im Proberaum getroffen haben, waren wir halt zu dritt und hatten halt keinen Bassisten. Also musste ich den Bass mit auf den Rhodes spielen. Das haben wir seit dem nie verändert! (lacht)

bonnFM: Wie geht es jetzt für euch weiter?

Bob: Erstmal sind wir den ganzen Sommer lang auf Tour. Wir fahren zunächst für ein paar Konzerte nach Spanien, touren dann weiter durch Frankreich und Belgien, und werden bis zum Sommerende quasi jedes westeuropäische Land besuchen. Am Ende geht dann noch durch die Türkei und bis Rumänien.

bonnFM: Na da habt ihr ja einiges vor! Viel Spaß und vielen Dank für das Interview!

(Freie Übersetzung aus dem Englischen von Frederik Steen.)

 

Frederik Steen

Radio: Seit 2011.

bonnFM: Ehem. Chefredakteur, jetzt Moderator und Eventmanager.

Studium: Medienwissenschaft und Musikwissenschaft.

Sonst: Musiker und Journalist.