“Der Wind hat mir kein Lied erzählt” – Travestieshow à la carte

Das neue Stück des Theaters Bonn „Der Wind hat mir kein Lied erzählt“ feiert heute Premiere. bonnFM hatte Daniel Breitfelder und Johannes Brüssau aka Irma Jung und Dagmar Dangereux zu Gast, die eine „à la carte“ Travestieshow auf die Bühne bringen werden.

bonnFM: Ihr seid hier, um mit uns über euer neues Stück “Der Wind hat mir kein Lied gespielt” zu sprechen. Was hat es damit auf sich?

Daniel Breitfelder: Der Titel ist an das berühmte Lied “Der Wind hat mir ein Lied gespielt” von Sarah Leander angelehnt. Wir fanden das ganz witzig. Uns hat der Wind leider kein Lied erzählt und im Endeffekt haben wir da einen kunterbunten, knackigen Travestieabend zusammen mit dem Regisseur Sebastian Kreyer und unserem Pianisten Eduard Flemmer entwickelt.

bonnFM: Wie kamt ihr auf die Idee, eine neue Travestieshow zu machen?

Johannes Brüssau: Wir haben uns beide schonmal ein bisschen ausprobiert in der Richtung Travestie. Ich habe in Berlin Musical studiert und Daniel Schauspiel in München. Daniel hatte hier am Bonner Theater beim gleichen Regisseur Sebastian Kreyer eine Travestieshow einstudiert und ich habe mich auch schon in der Uni ab und zu in “Schale geschmissen”. Dann haben wir uns gedacht, dass wir das zusammen machen können und so kam der Abend zustande.

bonnFM: Das Stück findet im Foyer des Schauspielhauses statt. Etwas ungewöhnlich, oder?

Daniel Breitfelder: Bzw. in einem Teil des Foyers des Schauspielhauses [lacht]. Es ist ein langer Weg auf die große Bühne und so machen wir es jetzt erstmal in einem Teilabschnitt des Foyers.

bonnFM: Daniel, ich habe über dich gelesen, dass du schon oft in verschiedene Rollen geschlüpft bist. Ist es eine zusätzliche Herausforderung, dabei noch das Geschlecht zu wechseln?

Daniel Breitfelder: Der Sprung in den Brüstenhalter und ins Kleid ist natürlich der höchste, den man machen kann, einfach weil man das Geschlecht wechselt. Du kannst einen König, einen Sklaven oder einen Mörder spielen, aber eine Frau ist schon echt eine andere Nummer. Es macht auch Spaß, weil du dir Sachen leisten und herausnehmen kannst, die du dir sonst irgendwie verbieten würdest. Ich empfinde eine große Freiheit dabei.

bonnFM: Wie siehts bei dir aus Johannes?

Johannes Brüssau: Das würde ich unterschreiben. Natürlich geht man bei einer Travestieshow mit einer gewissen Erwartungshaltung dran. Das heißt, du musst auch ordentlich geben [lacht]. Man gibt immer 100%.

“Wir haben auch schlimme schlimme Gags.”

Bild: bonnFM

bonnFM: In der Ankündigung steht, dass auch Berthold Brecht zu Wort kommen soll. Ohne zu viel zu verraten: was hat es damit auf sich?

Daniel Breitfelder: Naja wir wollen jetzt natürlich nicht nur eine Zote nach der anderen bringen. Wir haben natürlich auch schlimme schlimme Gags, die viel Spaß machen können, wenn man sich darauf einlässt [lacht].

Johannes Brüssau: Es gibt auch leise Töne.

Daniel Breitfelder: Wir haben auch alte Lieder, wie von Kurt Weil und von Brecht und die vermischen wir, bzw. der Regisseur Sebastian Kreyer, sodass man einen guten Ausgleich aus schlimmen Witzen, schlimmen Parodien und leichtem Humor, aber auch etwas tiefer gehenden Partien hat.

bonnFM: Ihr habt gesagt, dass es von euch eine Art Traum ist, ein tagesaktuelles Kabarett auf die Bühne zu bringen – quasi als Fortsetzung für die Zukunft. Was bedeutet das?

Daniel Breitfelder: Ich bin damals immer ein großer Fan von Harald Schmidt gewesen, als kleinerer Mann. Ich fand das immer ganz toll, wie er das mit so einer Leichtigkeit geschafft hat, mit dem Geschehen umzugehen. Er kommt ja auch vom Theater. Teilweise passierte auch nichts in einer Show und trotzdem war es so viel und alles war live. Das fände ich ganz toll. Nur bräuchte man dafür ein großes Team. Harald hat das ja auch nicht allein gemacht. Du braucht ein großes Team, das dir quasi die Show mitentwickelt. Das ist wichtig und wäre sehr schön. Auch mit einer Band und Gästen natürlich. Und mit so kleinen Kapiteln, in denen man zum Beispiel Literatur in humorvoller Art und Weise vorstellt.

bonnFM: Habt ihr noch Lampenfieber?

Daniel Breitfelder: Auf jeden Fall. Ich bin immer aufgeregt.

Johannes Brüssau: Ich auch.

Daniel Breitfelder: Das ist auch gut so. Ich glaube, wenn du nicht aufgeregt bist, bist du abgefuckt oder hast irgendwas verloren und etwas ist nicht mehr da.

Kommentar verfassen. Bitte sei dir bewusst, dass der von dir angegebene Name und die E-Mailadresse nun im Zusammenhang mit deinem Kommentar sichtbar sind.