Good Boys – Superbad hoch drei
Bild: Universal Pictures Germany

Good Boys – Superbad hoch drei

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Schon die erste Szene des Films macht klar, wo es hin geht: Es wird peinlich. Es wird vorpubertär. Es wird unglaublich witzig. Noch nie habe ich bei einem Film so hart gelacht.

Scene One

Der Film beginnt und wir sehen einen Jungen (Max) in seinem Zimmer. In einem Online-Rollenspiel wählt er einen weiblichen Charakter aus, dessen Körpermerkmale er nun einstellen kann. Nachdem er einige Körperpartien enorm vergrößert hat, verpasst er dem Oger-Weibchen ein Gewand, dass wie ein Underboob-Bikini aussieht. Vorsichtshalber verschließt er die Türe und betrachtet sein Werk genauer.

Als plötzlich sein Vater hereinplatzt, erkennt dieser die Situation und beginnt “DAS Vater-Sohn-Gespräch” mit unnötig vielen Details zum Thema Masturbation und einer guten Portion Fremdscham für des bereits jetzt lachende Publikum. Doch das ist nur der Gruß aus der Küche eines 90-minütigen 10-Gänge-Menüs ähnlicher Dialoge. 

Die Handlung

Die Rahmenhandlung dreht sich um die drei besten Freunde Max, Thor und Lucas. Zusammen nennen sie sich die “Beanbag boys”, was in der Synchro glücklicherweise nicht in “Sitzsackjungs” übersetzt wurde. Doch der Name macht klar: Sie sind nicht die coolen Kids auf ihrer neuen Schule. Als sie zu einer “Knutsch-Party” eingeladen werden, sehen sie die Chance genau das zu werden. Zudem ist Max heimlicher Schwarm “Brixlee” ebenfalls eingeladen. 

Da die drei Noch-nicht-ganz-Teenager gerade erst auf die Junior High School gekommen sind, hält sich ihre Kuss-Erfahrung in Grenzen. Nach einer fatalen Internetsuche nach Videos, in denen sich Menschen küssen, beschließen die drei Max’ ältere Nachbarin Hannah und ihren Freund zu beobachten. Als dabei die Drohne des Vaters von Max in Hannahs Hände fällt, gilt es diese zurückzuholen, bevor der Vater von einer Arbeitsreise zurückkommt. 

Daraus entspringt eine wilde Jagd nach der Drohne und gegen die Zeit, die von Drogen, Sexspielzeug und dummen Ideen nur so strotzt. 

Parallelen zu Superbad

Wie im Trailer schon angekündigt, ist dieser Film “from the guys who brougth you Superbad”. Tatsächlich gibt es sehr viele Parallelen: 

  • Drei Jungs wollen auf eine Party (vor allem wegen eines Mädchens) 
  • Sie sind aktuelle die Loser wollen aber bald zu den beliebten gehören 
  • Die Unerfahrenheit der Protagonisten sorgt für reichlich Situationskomik 
  • In den ruhigeren Momenten geht es um Freundschaften wie lange diese halten können 
  • Es wird versucht illegal an Alkohol zu kommen, während die Polizei im Laden ist 
  • Auf ihrer kleinen Heldenreise treffen sie die absurdesten Gestalten 
  • Mein Gesicht schmerzte danach vom vielen Lachen 

Was es noch witziger macht

Doch “Good Boys” ist viel, viel besser. Wirklich. Als ich Superbad zum ersten Mal sah, habe ich den Film gefeiert, wie kaum einen anderen. Doch “Good Boys” ist das lustigste, was ich je gesehen habe. Vielleicht noch vergleichbar mit Hangover (auch drei Jungs, viele Drogen und versaute Witze). 

Selbst das sonst gerne auch mal etwas zurückaltend-kritische Journalistenpublikum hat im Prinzip 90 Minuten durchgelacht und gebrüllt, wie ich es auch in normalen Vorstellungen noch nicht erlebt habe. 

Ein Grund dafür ist vielleicht, dass die drei nicht wie in “Superbad” kurz vor der Volljährigkeit, sondern vor dem Teenageralter sind. Dadurch verändern sich so viele Parameter, die alleine schon für Komik sorgen. Es werden Begriffe wie Nymphomanin, Feminist oder Pädophiler wild durcheinandergeworfen und falsch interpretiert. “Vier kräftige Züge” an einem Bier sind die ultimative Mutprobe und viele Probleme entstehen erst aus der noch immer kindlichen Wahrnehmung der Hauptpersonen. 

Diese unschuldige und unaufgeklärte Sichtweise fast aller Personen wird dann konfrontiert mit einer Welt voller Dildos, Liebesschaukeln, gestressten Cops, Studentenverbindungen, Analkugeln, Sexpuppen und Drogen. 

Muss ich noch was sagen?

Das, was mich an dem Film besonders fasziniert hat, war, dass er durchgehend an der Humor-Grenze entlangtänzelt, ohne sie je zu überschreiten. Anders als in manchen anderen Seth-Rogen-Filmen (hier ist er nur Produzent), sind die Witze nie plump sondern fast schon niedlich. 

Aber auch technisch gesehen ist der Film nicht schlecht gemacht. Wer sich auch für die Aspekte hinter der Kamera interessiert, wird nicht enttäuscht. Klar, es ist in erster Linie noch immer eine Komödie, doch gerade was Kameraführung oder auch den Einsatz von musikalischer Begleitung angeht, ist der Streifen nicht zu verachten. Die Macher haben hier gezeigt, dass Komik nicht nur aus simpel abgefilmten Dialogen und Slapstick besteht. Der richtige Einsatz von Ton und Kameraeinstellung wirkt häufig als emotionaler “Verstärker” oder macht manche Szenen erst spannend, wehmütig oder eben lustig. 

Meine einzige, minimale Kritik ist, dass die deutsche Syncho nicht ganz sauber war. Aber es sind eben auch Kinder. Deshalb lediglich die Empfehlung den Film vielleicht lieber im O-Ton anzusehen. Aber ansehen sollte ihn sich jeder, der bei “Hangover” oder “Superbad” ähnliche Lachanfälle hatte, wie ich. Gelegenheit dazu habt ihr ab dem 22. August. 10/10 

Christoph Liedel

Leitung Online-Redaktion
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