Wenn Haustiere ein kurzlebiges Hobby in Pandemiezeiten werden
Bild: Alexander Katona

Wenn Haustiere ein kurzlebiges Hobby in Pandemiezeiten werden

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Nachhaltige und fair produzierte Mode in Form von T-Shirts soll ein Zeichen zur Rettung von zurückgelassenen und entlaufenen Tieren setzen. Sven Wolff und Alexander Katona produzieren in Bonn Mode für den guten Zweck und helfen so dem Borkumer Tierheim im Ausbau der Tierheimanlage.

Sven Wolff hat nichts mit Bonn zu tun und auch nicht mit fair produzierter Kleidung, trägt aber gern qualitativ hochwertige T-Shirts. Alexander Katona hat nichts mit Borkum zu tun, produziert aber gerne T-Shirts. Die beiden haben auch eigentlich nichts mit Tieren oder einem Tierheim zu tun, aber hier kommen die Geschichten der beiden zusammen oder besser gesagt: wieder zusammen. Denn Sven Wolff, gebürtig aus Emden, dem Tor zu Borkum, und Alexander Katona haben sich eigentlich schon vor ein paar Jahren auf einer Party in Bonn kennengelernt, dessen Veranstalter Alex war. Schon damals hat er Mode und Kleidung mit seiner eigenen Marke „Studio Kaos“ produziert, eigenhändig bedruckt und verkauft.

Sozial in allen Hinsichten: Finanzielle Unterstützung und nachhaltige Kleidung

Sven Wolff betreibt einen Online Blog und hat in der Vergangenheit schon öfter soziale Projekte auf die Beine gestellt, so auch dieses Jahr. Er habe keine Lust gehabt, einen Wegwerfartikel zu produzieren oder zu verkaufen und damit Werbung zu machen, der kurzlebig ist, so Wolff. Mit diesem Gedanken hat er sich an Alexander Katona erinnert, der fair produzierte Shirts bedruckt und verkauft. Jetzt produzieren, bedrucken und verkaufen die beiden zusammen Shirts und spenden fünf Euro pro verkauftes Shirt an das Tierheim auf Borkum. Damit wird ein Teil des Anbaus für das Tierheim finanziert.

Geklaute Tiere und diese, die sich nicht selber helfen können

Zurückgelassene Tiere finden im Borkumer Tierheim ein Übergangszuhause. Vor allem in der Ferienzeit sei dies wichtig, betont Sven Wolff. TouristInnen lassen Tiere zurück, BesucherInnen vergessen ihre Tiere, manchmal entscheiden sich aber auch die Tiere dazu, wegzulaufen und ihre BesitzerInnen stehen zu lassen. „Darüber hinaus werden aus ganz Europa Tierheime entlastet, die keinen Platz mehr für ihre Tiere haben. Die können dann auf Borkum Zuflucht finden.“ Eine sehr schöne Aktion, wie Sven und Alex finden.

Grade in schwierigen Zeiten wie während einer Pandemie sei es außerdem auch wichtig, denen zu helfen, die sich selber vielleicht nicht helfen können. Alex erinnert sich, von geklauten Tieren gelesen zu haben. „In England wurden zum Beispiel Hunde aus den Tierheimen geklaut, um diese dann weiter mit Profit zu verkaufen.“ Die Suchmeldungen nach gestohlenen oder entlaufenen Hunden haben sich vor allem im Sommer in Großbritannien gehäuft, Hunde galten als heiße Ware.

Große Probleme in den Tierheimen

Das Thema Tierheim liegt Sven vor allem am Herzen, da sich viele Menschen in Pandemiezeiten ein Haustier zugelegt haben. Hunde, Katzen, Vögel, Kleintiere – die klassischen Tiernotfälle und Rettungsaktionen treten da in den Hintergrund. „Die Tierheime haben große Probleme, ausreichend Gelder zusammenzubekommen. Die Tierheime haben große Probleme, weil die freiwilligen HelferInnen nicht mehr kommen. Deswegen finde ich das eine schöne Aktion zu sagen: natürlich geht es vielen Leuten grade schlecht, die Welt steht auf dem Kopf. Aber gewisse Menschen, die sich nicht selber helfen können, und eben auch Tiere brauchen immer noch Hilfe.“

Jedes Shirt ist einzigartig

Das besondere an den T-Shirts: Die Shirts sind alles Unikate. „Das heißt also, jedes Shirt, was man bei uns kauft, gibt es in dieser Form nur einmal. Dann sind die Stoffe alle ökozertifiziert,  das Shirt ist in Deutschland hergestellt und bedruckt worden und wir legen besonders großen Wert auf Nachhaltigkeit“, erzählt Sven. „Jedes T-Shirt ist anders. Das ist eine Eigenheit, die ich immer mache. Wenn ich die T-Shirts schon handbedrucke, möchte ich den Kunden zusätzlich dem Mehrwert geben, dass jedes T-Shirt ein Unikat ist“, fügt Alex hinzu.