Psychedelischer Space-Pop Trip mit Tame Impala

Mit ihrem akutellen Album „Currents“ haben sich Tame Impala dem Pop geöffnet. Auf der aktuellen Tour bewiesen die Australier bei ihrem Stopp in Köln, dass der Hype aus dem letzten Jahr berechtigt und nicht nur eine kurze Momentaufnahme war. Die Australier boten eine spektakuläre Show mit jeder Menge Spezialeffekten.

Draußen regnete es in Strömen, vereinzelte Windböen fegten noch durch Köln-Mülheims Straßen, doch weder das miese Wetter noch der Kater vom Rosenmontag tags zuvor hielten Fans davon ab, zum Palladium zu pilgern, um sich Tame Impala anzusehen.

Der Weg durch die nasse Kälte sollte sich gelohnt haben. Nachdem die Supportband Jagwar Ma mit ihrem elektronischen Indie-Pop dem Publikum die Gelegenheit gaben, sich zu „4-to-the-floor“ Drumcomputerbeats die Kleider trocken zu tanzen, begannen Tame Impala ihre gut eineinhalbstündige Show. Und die hatte es in sich.

Klotzen statt kleckern

Sicherlich, ein Publikum will direkt zu Beginn eines Konzerts abgeholt werden, nicht irgendwann in der Mitte, doch Tame Impala legten mit „Let It Happen“ die Messlatte für die folgende Songs gleich so enorm hoch, dass sich einem die Frage stellte, wie das im weiteren Verlauf noch getoppt werden sollte.

Vor einer großen Leinwand, auf die bunte, psychedelische Farbspiele projiziert wurden, gab die Band nach einem kurzen Intro den groovigen Opener ihres aktuellen Albums „Currents“ zum besten. Beim Höhepunkt des Stücks feuerten dann bereits die ersten Papierkanonen. Das jubelnde, im bunten Schnipselregen tanzende Publikum ließ einige Luftballons durch die Luft fliegen, während bunte Lichtstrahlen durch die Halle schweiften; welch passendes Bild zur fünften Jahreszeit. Doch neben allen visuellen Effekten und Spielereien passte vor allem eins: Der Sound.

Einmal Richtung Weltall, bitte

Die Musik der Band aus Australien um Mastermind und Sänger Kevin Parker lebt von ihrem breiten, dichten und sphärischen Sound. Wenn dieser nicht stimmt, hilft auch das geschickte Songwriting nicht mehr und die von Soundeffekten gespickten Arrangements verlieren ihre Wirkung. Doch die Männer hinter den Mischpulten machten ihre Sache gut. Bis auf ein kleinen Aussetzer der PA zur Mitte des Konzerts hin, klang die Band hervorragend. In Kombination mit der tollen Lichtshow und der Leinwandprojektion entstand das Gefühl von einem Kurztrip ins Weltall auf LSD.

Die Show kam beim Publikum gut an. Bei einem Blick durch die Menge ließ sich erkennen, dass Tame Impala mit ihrer aktuellen, deutlich poppigeren Platte eine neue Hörerschaft erschlossen haben. Das Konzert war kein alleiniges Treffen von Psych- und Stoner-Fans, die den Vorgängeralben „Innerspeaker“ und „Lonerism“ gelauscht haben. Vom Hipster (davon gab es einige) bis zum Rocker waren ein bunte Mischung von unterschiedlichen Typen vertreten.

Die Deutschen und ihre Zugabe

Auf den Geschmack dürften sie alle gekommen seien. Neben zahlreichen Songs des neuen Albums, wie zum Beispiel „Eventually“, „The Moment“, „Yes I’m Changing“ und dem Hit „The Less I Know The Better“, wurden auch ältere beliebte Stücke wie „Solitude Is Bliss“, „It’s Not Meant To Be“ und „Elephant“ zum besten gegeben.

Zum Ende gab es natürlich noch eine Zugabe, denn ohne diese, dass wusste auch Kevin Parker, wie er charmant mitteilte, gehen die Deutschen nicht nach Hause. Also gab es zum krönenden Abschluss noch das beliebte „Feels Like We Only Go Backwards“, beim dem kräftig mitgesungen wurden und den Track „New Person, Same Old Mistakes“. Dazu regnete es noch einmal jede Menge bunte Papierschnipsel. Danach war Schluss, draußen hatte es zu regnen aufgehört und wer mit nassen Haaren gekommen war, ging nun stattdessen mit bunten Papierresten auf dem Kopf nach Hause.

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