Diese 5 Filme der Berlinale gehören zu den besten des Berliner Filmfestivals, sagt unsere bonnFM-Reporterin Margarita Eliseeva. Doch was macht sie so besonders?
bonnFM goes Berlinale: Diese Top 5 Filme haben es unserer Film-Expertin Margarita Eliseeva ganz besonders angetan. Wenn ihr noch mehr über die Berlinale 2026 wissen wollt, findet ihr hier noch mehr Content.
Platz 5: Lady

Lady ist Taxifahrerin in der nigerianischen Großstadt Lagos. Tags und nachts fährt sie durch die Stadt, überzeugt, dass sie mit ihrer fairen Arbeit ein besseres Leben verdienen kann. Um Lady herum wüten Proteste: gegen hohe Preise, gegen Ausbeutung, gegen Korruption. Lady will sich nicht daran beteiligen. Auch nicht, als sie die Ausbeutung ihrer Kindheitsfreundin sieht, die dazu gezwungen wird, als Prostituierte zu arbeiten.
Die nigerianische Regisseurin Olive Nwosu zeigt wachsende Solidarität unter Frauen, ihr Leben mit Traumata und in einem kaputten System, in dem es kaum Aufstiegschancen gibt. Das tut sie mit solcher Zärtlichkeit und Verständnis, dass der Film unglaublich berühren kann.
Platz 4: No Good Men

Naru ist die einzige Kamerafrau beim afghanischen Sender Kabul TV. Eigentlich möchte sie nur ihren Job machen, aber so einfach ist es nicht. Ihre männlichen Kollegen nehmen sie nicht ernst, wollen mit ihr nicht zusammen arbeiten. So verliert Naru die Hoffnung, dass es überhaupt noch gute Männer in Afghanistan gibt. Bis sie IHN trifft – den Journalisten Qodrat. Ob daraus eine Liebesgeschichte wird? Die Regisseurin Shahrbanoo Sadat macht mit No Good Men die erste afghanische RomCom und ist fest davon überzeugt, dass sie auch über Afghanistan lustige Alltagsgeschichten erzählen kann. Und das trotz aller Stereotypen rund um das Land.
Platz 3: AnyMart

Japan, im Gegensatz zu Indonesien, ist als Land der Horrorfilme ziemlich bekannt. Für kompromisslose, kapitalismuskritische Filme mit einem klaren Statement ist japanisches Kino aber nicht so berühmt – AnyMart geht allerdings genau diesen Weg. Ein kleiner Supermarkt wird zur kapitalistischen Dystopie, in der es keine menschlichen Werte geben darf. Wie ist es möglich, in dieser Welt zu überleben und die eigene Menschlichkeit nicht zu verlieren? Bitterböse und lustig sucht der Regisseur Iwasake Yusuke nach Antworten auf diese Frage.
Platz 2: Ghost in the Cell

Horrorfans, aufgepasst! Indonesien als Horrorfilmland ist bestimmt nicht eure erste Wahl, jedoch ist der indonesische Regisseur Joko Anwar ein richtiger Star in seinem Heimatland. Trashy, kompromisslos und vor allem unglaublich lustig ist sein neuer Film Ghost in the Cell, in dem ein böser Geist sein Unwesen in einem (fast dystopischen) Gefängnis treibt. Für die Protagonisten geht es ums Überleben. Für uns im Publikum steht aber neben Spaß ein politisches Statement bereit, das sehr viel über das heutige Indonesien, aber auch über die Welt zu sagen hat.
Platz 1: We are all Strangers

Der allererste singapurische Film im Wettbewerb der Berlinale wirkt simpel. Es ist eine Familiengeschichte: Der Vater schuftet in einem Imbiss, der Sohn weiß nicht ganz, was er aus seinem Leben machen soll. Beide treffen die Liebe ihres Lebens. Jedoch sind die Beziehungen nicht gerade einfach und der Alltag in Armut in einem der reichsten Länder der Welt ist nur schwer zu bestreiten.
Wer Yi Yi (2000) aus Taiwan und Parasite (2019) aus Südkorea mag, wird hier fündig. Denn der Regisseur Anthony Chen zeigt viel Empathie für Menschen, die nicht ganz ins System passen und trotzdem nach Glück suchen. Manchmal braucht es eben nicht viel, um glücklich zu sein: Es genügt eine süße Nachricht oder gemeinsam auf dem Balkon auf das Feuerwerk am Nationalfeiertag zu schauen.
Nicht verpassen: Der Film Staatsschutz

Ein sehr starker Film über das deutsche Rechtssystem und wie schwer es ist, dem Rechtsextremismus zu trotzen, wenn es im rechtlichen Rahmen geschehen muss. Das muss Seyo auf die harte Tour lernen. Sie ist Staatsanwältin in Probezeit in Brandenburg; in ihrem Arbeitsalltag gibt es nicht selten Fälle, die mit Rechtsextremismus zu tun haben. Nach einem solchen Fall gerät sie ins Visier einer rechtsextremistischen Gruppe, die sie mit allen Mitteln, vor allem als Staatsanwältin, aus dem Weg schaffen will. Mit all den politischen Entwicklungen ist der Film im Jahr 2026 nicht zu verpassen, denn er wird zu einem starken Statement darüber, was eine Demokratie gefährdet. Hier findet ihr ein Interview mit dem Regisseur Faraz Shariat.

