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Mein Herz macht BonnLive

Lesezeit: 3 Minuten

Ein blau- kariertes Halstuch zeichnet ihn aus, zeigt die Verbundenheit mit seiner Heimat Bayern. Tream – “Der beste Schlager-Rapper Deutschlands”, wie er sich selbst nennt, spielte am Freitag sein erstes Konzert am Rhein auf dem Telekom Campus. Veranstaltet von BonnLive OpenAir, zog es viele Dorfkinder in unsere Stadt.

BiergarniTour

22 Grad, Sonne, Cocktaileis. So beginnt das Konzert für die Crowd auf dem Telekom Campus in Bonn. Dann kommt Timo Grabinger, Treams richtiger Name, endlich auf die Bühne. Er ist 26 Jahre alt, kommt aus Büchelkühn, ein Dorf im Landkreis Schwandorf, und bezeichnet sich selbst als gestandenes Dorfkind. Sein Auftreten erinnert genau daran: Lederhose, Hemd, Trachtenweste und ein blau kariertes Halstuch. Und auch seinem bayrischen Dialekt bleibt er auf der Bühne treu, wenn er nicht gerade singt. Zwischendurch merkt man allerdings, dass er auch astrein Hochdeutsch sprechen kann. So auch seine Aussage: “Deutscher Schlager darf nicht sterben”, womit er seinen Song Anna ankündigt. Den hat er mit Heino zusammen released, als seine Art Liebesbeweis an dieses Genre. Und sein Schlager-Rap Konzept kommt bei den Fans an. Denn bis auf vier Konzerte ist seine zweite “BiergarniTour” in Deutschland restlos ausverkauft, wie auch das “Finale dahoam” in München.

Timos Traum

Schon am Anfang des Konzerts wird klar: Treams Lieder sind echte (Dorf-)Party-Songs und sorgen für gute Stimmung, egal ob auf einem Konzert oder auf einer Scheunenfeier „dahoam“. Meistens geht es auch um genau das – feiern, Alkohol trinken und Frauen. Doch er beweist, dass er auch anders kann. In seinem Song Superstars thematisiert er eine gesellschaftskritische Sicht, die er selber erfahren musste. Denn genau wie in der Line „was wir sein wollten waren Superstars, Astronauten oder Fußballer. Doch warum sagt ihr uns seit Schulanfang ‚hört auf zu träumen, hört uns zu verdammt‘?“ ist es auch bei ihm gewesen. Viele Menschen in seinem Umfeld haben ihm eine Karriere als Sänger nicht zugetraut, nicht an seinen Erfolg geglaubt und ihn klein gemacht. Doch allein mit seinem Auftritt auf dem Telekom Campus hat er allen das Gegenteil bewiesen. Darum will er mit diesem Song Menschen ermutigen, an ihre Träume zu glauben und daran zu arbeiten. “Ihr alle könnt eure Träume leben”, „wir können alles sein was wir wollen“ ermuntert Tream sein Publikum. Auch sein Künstlername ist eine Anlehnung an dieses Thema. Er ist eine Kombination aus dem englischen Wort „Dream“ und seinem Namen Timo, bedeutet also Timos Traum, weil für ihn der Traum einer Sängerkarriere wahrgeworden ist.

Weizenpause muss sein

Ungefähr bei der Hälfte des Konzerts legt Tream nach bayrischer Tradition eine kleine Weizenpause ein, um wieder zu Kräften zu kommen. Plötzlich steht er mit seinem Glas auf der Bühne und erklärt kurz, dass er das immer mache. Währenddessen spielt seine Band den Böhmischen Traum, eine bekannte Polka mit Akkordeon und Blasmusik. Und überraschenderweise sind sogar hier die Fans textsicher. Ein weiterer Beweis dafür, dass auch die Crowd wie Tream aus dem Dorf kommt. 
Weizen ist leer – die Pause vorbei und es geht mit Vollgas weiter. Jetzt wird auch die Crowd, die am Anfang etwas ruhiger war, immer ausgelassener. Dazu tragen auch die Kostümwechsel von einem von Treams Crew-Mitgliedern bei. Dieser ist nicht nur in Heinos Rolle, sondern auch in die von Finch geschlüpft. Mit beiden hat Tream schon Lieder rausgebracht. Finch hört man zum Beispiel in einem seiner neuen Songs, Kamikaze.

Und dann fing dieser Sommer an

Besonders das Open-Air-Ambiente und Treams gute Laune Musik haben an diesem Abend den Sommer eingeläutet. Als er dann auch noch seinen neuen Song dieser Sommer spielt, ist das Sommer-Feeling komplett. Spätestens bei der Zugabe läuft das Publikum zu seiner Höchstform auf. Alle tanzen, springen und singen mit. Das er sich bei seinem letzten Lied die Weste und sein Hemd auszieht, ist umstritten, seine Show wäre auch ohne gut ausgekommen. Genauso ist es bei den teils sexistischen Lines seiner Lieder. Aber darüber können die Fans bei der guten Stimmung hinwegsehen.

Insgesamt hat er ein breites Repertoire seiner Lieder auf die Bühne gebracht, von etwas langsameren und emotionalen Liebesliedern bis zu den bekannten Techno-Vibes. Mit Treams Liedern in der Playlist und hoffentlich weiter gutem Wetter steht dem Sommer-Anfang in Bonn also nichts mehr im Weg. 

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