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Bild: pexels

A is not for Ally

Asexualität ist inzwischen in vielen Serien vertreten. Sei es Heartstopper oder Sex Education. Das A steht aber mehr als nur für “keine sexuellen Empfindungen” fühlen. 

Asexualität ist eine relativ unbekannte queere Identität. Es bedeutet, dass man wenige bis keine sexuelle Anziehung empfindet, komplett unabhängig von Geschlecht. Eine asexuelle Person kann trotzdem eine romantische Beziehung führen. Asexualität an sich sagt nichts über die romantische Orientierung einer Person aus. Es gibt jegliche Kombination von romantischer und sexueller Identität: biromantisch asexuell, panromantisch asexuell, heteroromantisch asexuell, aber auch aromantisch asexuell. Asexuelle Personen können sich romantisch trotzdem zu mehreren, nur einem oder aber auch keinem Geschlecht romantisch angezogen fühlen.

Asexualität ist ein Spektrum und beinhaltet mehrere unterschiedliche Identitäten. Die bekannteste Unterkategorie von Asexualität ist Demisexualität: Demisexuelle Personen entwickeln sexuelle Anziehungen erst nach einer tiefen emotionalen Bindung. Wie viel Zeit das braucht, variiert je nach Person. 

Etwa ein Prozent der Weltbevölkerung ist asexuell. Das sind mehr Menschen als die gesamte Bevölkerung von Dänemark. Dann gibt es eine sehr große Grauzone, da sich viele Menschen nicht bewusst sind, dass es Asexualität gibt und wie unterschiedlich Asexualität aussehen kann.

Queere Identität oder psychische Krankheit?

In den 1980ern wurde Sexual Aversion Disorder (SAD) – Sexuelle Appetenzstörung – in das Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM) III eingetragen. Sexuelle Appetenzstörung bezieht sich auf Personen, die aus Angst, Ekel, Schmerzen etc. Sex, trotz  Anziehung, vermeiden. Demnach sind SAD und Asexualität nicht das gleiche. Diese Aufnahme führte dennoch dazu, dass Asexualität fälschlicherweise vermehrt als psychische Krankheit behandelt wurde. Erst 2013 wurde ergänzt, dass Menschen, die sich als asexuell identifizieren, ausgenommen sind. Erst seitdem gilt Asexualität offiziell nicht mehr als psychische Krankheit. Trotzdem existieren viele Stimmen, die Asexualität als ‘unnatürlich’ oder ‘krankhaft’ bezeichnen. Mittlerweile wurde SAD aus anderen Gründen aus dem DSM gestrichen.

Diskriminierung außerhalb und innerhalb der Communit

Asexualität gehört zu den Identitäten, die, zum Beispiel in Großbritannien, gesetzlich am wenigsten vor Diskriminierung geschützt sind. 

  • Unter dem UK Equality Act ist Asexualität nicht als sexuelle Orientierung anerkannt. 
  • In Großbritannien erfahren asexuelle Personen zehn Prozent mehr Konversionstherapie (eine umstrittene Form von Therapie mit dem Ziel die Sexualität oder Geschlechtsidentität einer Person zwanghaft in Richtung Heterosexualität und Cisgender zu ändern) als andere queere Menschen.
  • Seit Juni 2026 ist auch Asexualität in dem ersten Land, Niger, kriminalisiert.

Auch innerhalb der LGBTQIA+ Community erfahren asexuelle Personen Diskriminierung. Viele queere Menschen sehen Asexualität als ‘nicht queer genug’. Sie behaupten, dass sie ‘nicht genug Diskriminierung’ erfahren, um Teil der Community zu sein. Oft wird das A in LGBTQIA+ stattdessen für Ally verwendet. Dadurch werdem mit A beginnende marginalisierte Identitäten ignoriert – asexuell, aromantisch (wenig bis keine romantische Anziehung empfinden), agender (eine Geschlechtsidentität, bei der sich Personen keinem Geschlecht zugehörig fühlen).

Positive Entwicklung

Insbesondere innerhalb der letzten Jahre hat Asexualität deutlich an Aufmerksamkeit gewonnen. Wichtige Faktoren dafür sind Social Media und Popkultur. Zum Beispiel explizit asexuelle Charaktere wie Isaac Henderson aus Heartstopper oder Florence Simmons aus Sex Education. Die Identität wird langsam etwas weniger stigmatisiert. 

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