Gänsehaut Momente und Kopf-Kino: Das Bundesjugendorchester Bonn
Bild: bonnFM

Gänsehaut Momente und Kopf-Kino: Das Bundesjugendorchester Bonn

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Zischen, Quitschen, eine E-Gitarre. Alles Dinge, die man nicht sofort mit dem Bundesjugendorchester, Deutschlands jüngster Musikelite, in Verbindung bringt. Doch außer Beethovens Klassikern, hatten sie bei ihrem Auftritt in der Uni Bonn noch viel mehr zu bieten…

Das nun vor genau 50 Jahren gegründete Bundesjugendorchester, ist Deutschlands jüngste musikalische Elite. Wohl auch, was die Zusammensetzung des Alters im Orchester selbst betrifft. Es ist beeindruckend, wenn man bedenkt, dass die mehr als begabten ViolostInnen, Cellisten und Cellistinnen, Trompeter und Trompetinnen, alle zwischen 14 und 19 Jahre alt sind. Umso begeisterter ist man als Zuhörer von der Leidenschaft und der Präzision, mit der die aufstrebenden Talente ihre Stücke in einwandfreier Harmonie vortragen. 

Doppel Jubiläum

Gegründet wurde das Orchester 1969 in Bonn, vom deutschen Musikrat. Im letzten Jahr, konnte es also bereits sein 50-jähriges Bestehen feiern. Ein passender Zufall, feiern wir doch dieses Jahr den 250. Geburtstag des gebürtigen Bonner Musikgenies Beethoven, der der Bundesstadt Bonn auch sein musikalisches Image verleiht. Ein passender Zufall dachte sich auch das Bundesjugendorchester und widmet ihm daher ehrenvoll das diesjährige Winterprogramm. In diesem Programm freuen wir uns auf Beethovens 5. Sinfonie, im März dann auf seine 3. und den krönenden Abschluss zelebriert das Orchester mit seiner Aufführung der 9. Sinfonie Beethovens im Juni.

Auftritt an der Uni Bonn

Am 12. Januar erfüllte das Orchester die Aula der Bonner Universität mit seiner Musik, unter der Leitung des Dirigenten Lothar Zagrosek.
Fast schon unschuldig beginnt das Konzert mit Beethovens „Fidelio-Ouvertüre“. Gefolgt wird es von Hubers Komposition “Tenebrae”.  Zum Schluss kann man noch den Klängen von “Rush” lauschen, einer Uraufführung des Stückes vom Kölner Komponisten Maingardt.
Wir haben fasziniert zugehört, wenn wir auch etwas überrascht waren.

Klassisch und doch kreativ

Gerade durch den Auftakt mit Beethovens doch sehr klassischem Stil, ist man zunächst vielleicht sogar geschockt, wenn es plötzlich zu den anderen beiden Stücken übergeht. Es hatte etwas von Soundtrackmusik, viele Pausen und ungewohnten Geräusche, die von überall herzukommen schienen. Plötzlich wurden auch die Lautsprecher hinter uns eingeschaltet, die ein leichtes Kratzen und hin und wieder ein Quietschen und hohe Töne von sich gaben. Dann wieder eine lange Pause und aus dem Nichts ein ohrenbetäubender Bass. Die ganze Stimmung im Orchester hatte sich gewandelt – und mit ihr auch die Zusammensetzung. Ganz vorne saß auf einmal ein E-Gitarrist, die ViolostInnen legten ihre Bögen beiseite und trommelten stattdessen im Takt mit ihren Fingernägeln auf das Holz des Instrumentes. Im Schlussstück hielten alle pergamentartige Blätter vor dem Mund und pusteten hindurch. Ein ungewohntes Geräusch, dass aber genau die richtige Wirkung erzielt – Gänsehaut. 

Gänsehaut Momente und Kopf-Kino

Die ganze Komposition schien weder Anfang noch Ende zu haben, lange Pausen machten es schwer einen Ablauf zu erkennen geschweige denn abzuschätzen, wann das Stück weitergeht. Gerade das ließ einen jedoch aufmerksam zuhören, um ja nichts zu verpassen. Wir fanden es vor allem interessant, wie viele ungewöhnliche und doch kreative Methoden das Orchester verwendete, um die teilweise typischen Soundeffekte nachzustellen. Immer wieder ließen sie sich etwas Neues einfallen. Insgesamt hatten die zwei Nicht-Beethoven Stücke etwas Gespenstisches. Die vielen ungewohnten Geräusche führten Anfangs zur Verwirrung aber auch zur Begeisterung des Publikums und vor allem eines: Garantiertes Kopf-Kino. Man konnte sich wirklich ausmalen, wie sich eine Filmszene unter dieser Musik abspielen würde – eine Szene im Wald, eine Verfolgungsjagd vielleicht, ich dachte an eine Szene aus einem Stephen King Roman. So oder so nahm man am Ende eines aus der Veranstaltung mit, Gänsehaut. 
Das Schlussstück gehört dann wieder Beethoven, mit seiner berühmten 5. Sinfonie. Bei diesem Stück sitzen die Künstler wieder in gewohnter Zusammensetzung beisammen und füllen nochmal die gesamte Aula mit dem Klang ihrer Instrumente aus.

Weitere Tour und Tickets:

Wer das Orchester mit seinem derzeitigen Programm live erleben möchte, findet unter diesem Link viele zukünftige Veranstaltungen in ganz Deutschland: Wintertournee 2020

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