Ein Stück Lateinamerika in Bonn –     das Bonner Lateinamerikazentrum
Bonner Lateinamerikazentrum

Ein Stück Lateinamerika in Bonn – das Bonner Lateinamerikazentrum

Lesezeit: 3 Minuten

Wir Studis wissen schon das ein oder andere über Klimawandel, Umweltschutz und wie wir mit kleinen Veränderungen in unserem Leben die Welt ein bisschen besser machen können. Aber wer bringt das den Kindern bei?

In Teilen tut es das LAZ, eine kleine aber kompetente Organisation in der Kaiserstraße. Da es äußerst schwer ist, alle Folgen des Klimawandels weltweit zu beleuchten, hat das LAZ sich Lateinamerika gewidmet, einem Teil des sogenannten ‚globalen Südens‘, also der südlichen Hemisphäre, die tendenziell ärmer ist als die nördliche. Das LAZ versucht auf mehrere Arten zu helfen: Einerseits, indem es Entwicklungsprojekte dort hat und andererseits, indem es hier in NRW darüber aufklärt, wie unser Konsumverhalten die Menschen und Natur in Lateinamerika beeinflusst, was nicht immer direkt ersichtlich ist. Dazu hat es zwei ständig laufende Projekte, die nun vorgestellt werden.

Das MultiplikatorInnen-Programm –
Aus eigenen Erfahrungen lehren

Das Multiplikationsprojekt

Das MultiplikatorInnen-Programm richtet sich an MigrantInnen aus Lateinamerika, die in NRW wohnen und befähigt diese Zielgruppe, ihre Erfahrungen in Sachen Umweltschutz und Nachhaltigkeit in ihren Herkunftsländern an Deutsche weiterzugeben und somit entwicklungspolitische Bildungsarbeit zu leisten. Empfänger dieser Bildungsarbeit sind dann vor allem Kinder an Schulen in NRW, da sie als neue Generation TrägerInnen der Verantwortung und Konsequenzen des Klimawandels sein werden.

Die MultiplikatorInnen werden im Laufe von anderthalb Jahren in den Themen Wasser, Energie und Klima, Flucht und Konsum weitergebildet und es steht ihnen frei, ob sie an allen vier Themenmodulen teilnehmen möchten, oder nur an einzelnen. Das Material, was während der Module entsteht wird später als Bildungsmaterial in den Schulklassen verwendet. Somit entsteht für lateinamerikanische MigrantInnen die Möglichkeit, ihr einzigartiges Potenzial zu entfalten, das sie durch ein Leben und durch Erfahrungen, die den meisten Kindern hierzulande vorenthalten bleiben, erhalten haben. Darüber hinaus können sie durch die erlernten Kompetenzen auch im Alltag und außerhalb der Klassenräume anwenden und Zusammenhänge zwischen Konsumverhalten des globalen Nordens und Auswirkungen im globalen Süden erläutern und kritisch betrachten.

Ping – Das Maskottchen des LAZ als Klimaexperte in Klassenzimmern

Ping-Theater
Rechts im Bild: Bildungsreferentin Paola Bustillos mit bolivianischer Tracht

Der Plüschpinguin, der die Kinder besonders ansprechen soll, ist der Begleiter auf einer Reise nach Lateinamerika, die im Klassenzimmer stattfindet. Die Kinder lernen mit ihm die einzelnen Länder und Kulturen kennen, aber auch was für Probleme jedes einzelne Land aufgrund des Klimawandels bewältigen muss. Die Kinder lernen damit nicht nur fremde Kulturen kennen, sondern werden auch für die Konsequenzen ihres Konsumverhaltens sensibilisiert. Außerdem, agieren sie wiederum selbst als MultiplikatorInnen, indem sie das in der Schule Gelernte zuhause mit den Eltern teilen oder auf dem Schulhof mit Freunden und Freundinnen, sodass Umdenken im Konsumverhalten stattfinden und die Folgen des Klimawandels für den globalen Süden abgemindert werden können. Genutzt werden in den Klassenräumen kreative Lernansätze wie Bilder, Malerei, Musik und Basteln, wo der Fantasie der in der Bildungsarbeit tätigen MigrantInnen keine Grenzen gesetzt sind.

Du fühlst dich angesprochen zu helfen?

Das LAZ versucht, mit den Mitteln, die ihm zur Verfügung stehen die größtmögliche Veränderung hin zu einem nachhaltigen Konsumverhalten zu erreichen, was nicht zuletzt durch das Miteinbeziehen direkt Betroffener geschehen soll. Aus diesem Grund ist das LAZ immer wieder auf der Suche nach engagierten MigrantInnen, auch gerne Studierenden, die einen Teil zur Sensibilisierung deutscher Schulkinder leisten möchten. Falls Ihr euch angesprochen fühlt und euer Interesse geweckt wurde, könnt Ihr Euch
bis zum 15.1. für die Teilnahme am kommenden Modul „Flucht“ des MultiplikatorInnen-Programms bewerben. Nähere Informationen findet Ihr auf der Webseite des LAZ. Auch für das Ping-Programm werden immer HelferInnen gesucht.

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